Ford Energy, eine Tochtergesellschaft der Ford Motor Company, hat eine umfassende Liefervereinbarung mit EDF Power Solutions North America bekannt gegeben. Die Vereinbarung, die am 18. Mai öffentlich gemacht wurde, sichert EDF den Bezug von bis zu 4 GWh Batteriespeichersystemen (BESS) jährlich über einen Zeitraum von fünf Jahren. Dies entspricht einem potenziellen Gesamtvolumen von bis zu 20 GWh.
Die ersten Lieferungen der in den USA gefertigten Speichersysteme werden für das Jahr 2028 erwartet. Dieser Schritt unterstreicht Fords Engagement im Bereich der Energiespeicherung und die strategische Bedeutung der heimischen Produktion für den US-Markt.
Wichtige Punkte
- Ford Energy liefert bis zu 20 GWh Batteriespeichersysteme an EDF Power Solutions.
- Die Lieferungen beginnen voraussichtlich im Jahr 2028 und erstrecken sich über fünf Jahre.
- Die Produktion der BESS-Einheiten erfolgt vollständig in den USA.
- Ford investiert 2 Milliarden US-Dollar in die Produktionsstätte in Kentucky.
- Die Systeme erfüllen die Anforderungen für US-Steuergutschriften und Boni für heimische Inhalte.
Ford Energies Strategie und Investitionen
Ford Energy wurde offiziell am 11. Mai dieses Jahres vorgestellt, obwohl das Unternehmen bereits Ende 2025 erste Pläne für diesen Geschäftsbereich bekannt gab. Ein zentraler Bestandteil dieser Initiative ist eine Investition von rund 2 Milliarden US-Dollar in Fords ehemaliges Werk für Elektrofahrzeugbatterien in Glendale, Kentucky.
Dort werden zukünftig Produktionslinien für prismatische Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batteriezellen und DC-BESS-Gehäuse entstehen. Diese strategische Ausrichtung positioniert Ford als wichtigen Akteur im wachsenden Markt für Energiespeicherlösungen.
Der Ford Energy DC Block: Eine standardisierte Lösung
Das Herzstück der Produktionsbemühungen ist der Ford Energy DC Block, ein standardisiertes BESS, das in einem 20-Fuß-ISO-Container untergebracht ist. Diese Plattform basiert auf 512-Ah-LFP-Zellen und ist in Konfigurationen für zwei- und vierstündige Entladedauer erhältlich. Die jährliche Fertigungskapazität für den DC Block soll 20 GWh erreichen.
Faktencheck
- Jede flüssigkeitsgekühlte Einheit des DC Blocks bietet eine Nennenergiekapazität von 5,45 MWh.
- Das Gesamtgewicht einer Einheit beträgt etwa 43,5 Tonnen.
- Die Batteriezellen sind vom Typ Lithium-Eisenphosphat (LFP), bekannt für ihre Langlebigkeit und Sicherheit.
Vorteile der US-Produktion für Ford und EDF
Ein entscheidender Vorteil der BESS-Einheiten von Ford Energy ist ihre vollständige Montage in den USA. Dies ist von großer Bedeutung, da es die Produkte so positioniert, dass sie die Compliance-Anforderungen für „Foreign Entity of Concern“ (FEOC) und „Prohibited Foreign Entity“ (PFE) für US-Steuergutschriften erfüllen. Darüber hinaus qualifizieren sie sich für Boni für heimische Inhalte.
Diese Kriterien sind in den USA zunehmend wichtig, um die heimische Industrie zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten zu reduzieren. Für Unternehmen wie EDF, die große Energieprojekte in Nordamerika realisieren, ist dies ein wichtiger Faktor bei der Auswahl ihrer Lieferanten.
„Ford Energy’s Engagement für die heimische Fertigung und sein rigoroser Ansatz bei Rückverfolgbarkeit und Lebenszyklus-Support stimmen mit den Standards überein, die wir in unserem gesamten Portfolio anwenden. Diese Rahmenvereinbarung gibt uns die Liefertransparenz und das Produktvertrauen, das wir benötigen, um das Tempo der Energiewende zu bewältigen.“
Tristan Grimbert, CEO von EDF Power Solutions North America
EDFs Historie und der globale Markt
EDF Power Solutions North America hat bereits in der Vergangenheit mit nordamerikanischen Anbietern zusammengearbeitet, darunter Powin, das im August 2025 vom Systemintegrator FlexGen übernommen wurde. In Großbritannien und Irland nutzt EDF BESS-Lösungen der Technologiegruppe Wärtsilä, eine Partnerschaft, die im Juni 2025 erweitert wurde.
Darüber hinaus hat EDF in Südafrika und Israel Lieferverträge mit dem chinesischen Hersteller und Integrator von PV-Wechselrichtern und Energiespeichersystemen, Sungrow, unterzeichnet. Diese globalen Partnerschaften zeigen die Breite von EDFs Beschaffungsstrategie und die Notwendigkeit, auf verschiedene regionale Anforderungen und Lieferketten zu reagieren.
Hintergrund: Veränderungen in der US-Lieferkette
Der US-Markt für saubere Energie erlebt derzeit eine Umstrukturierung. Laut Mona Dajani von der Anwaltskanzlei Cooley deuten jüngste Entwicklungen, wie die Veräußerung von Mehrheitsbeteiligungen chinesischer Unternehmen an ihren US-Produktionsstätten (z.B. Envision Energy und JinkoSolar), auf eine Rekapitalisierung und politische Restrukturierung der Lieferkette hin. Der Markt beginnt, FEOC- und damit verbundene Risiken einzupreisen und Maßnahmen zu deren Minderung zu ergreifen.
Dajani betont jedoch, dass dies nicht unbedingt bedeutet, dass chinesische Firmen den Markt vollständig verlassen. Vielmehr passen sie ihre Strategien an die neuen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an.
Ausblick für die Energiespeicherung
Die Vereinbarung zwischen Ford Energy und EDF Power Solutions North America ist ein klares Zeichen für das wachsende Vertrauen in inländisch produzierte Energiespeicherlösungen. Die Energiewende erfordert massive Investitionen in Infrastruktur und Technologie, und die Verfügbarkeit zuverlässiger, lokal gefertigter BESS-Systeme ist dabei von entscheidender Bedeutung.
Mit der geplanten jährlichen Produktionskapazität von 20 GWh positioniert sich Ford Energy als wichtiger Akteur, der einen signifikanten Beitrag zur Energiesicherheit und zur Erreichung der Klimaziele in den USA leisten kann. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich diese Partnerschaft auf die Beschleunigung der Energiewende auswirkt.
- Die Nachfrage nach Energiespeichern steigt weltweit rasant an.
- Lokale Produktion fördert die Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze.
- LFP-Batterien bieten eine kostengünstige und sichere Alternative zu anderen Technologien.





