Der Ausbau von Batteriespeichersystemen (BESS) hat im Mai 2026 weltweit ein Volumen von 4,9 Gigawatt (GW) und 14,6 Gigawattstunden (GWh) erreicht. Diese Zahlen zeigen eine bemerkenswerte regionale Verteilung, die von den üblichen Mustern abweicht. China bleibt zwar der größte Einzelmarkt, aber sein Anteil am Gesamtvolumen ist deutlich gesunken, während andere Regionen stark zulegten.
Wichtige Erkenntnisse
- Global wurden im Mai 2026 fast 5 GW/14,6 GWh neue Batteriespeicherkapazität in Betrieb genommen.
- Chinas Anteil an den globalen Installationen fiel auf 37%, den niedrigsten Wert seit 18 Monaten.
- Asien (ohne China), Europa, Nord- und Südamerika verzeichneten starke Zuwächse.
- Indien und Chile sind führend bei Großprojekten, darunter ein 1,3 GWh BESS in Chile.
- Neue Speichertechnologien wie Flussbatterien und Natrium-Ionen-Batterien gewinnen an Bedeutung.
Chinas Rolle im globalen Speichermarkt im Wandel
China hat im Mai 2026 mit 1.261 MW/5.372 MWh die größte Menge an großskaligen Batteriespeichersystemen in Betrieb genommen. Dies entspricht 37% der weltweiten Gesamtkapazität von 4.949 MW/14.593 MWh. Obwohl dies immer noch den größten Anteil darstellt, ist dieser Wert der niedrigste seit 18 Monaten. Typischerweise liegt Chinas Anteil zwischen 50% und 80% der monatlichen Installationen.
Dieser Rückgang deutet auf eine Diversifizierung des globalen Marktes hin. Andere Regionen wie Asien (ohne China), Europa, Nordamerika sowie Süd- und Mittelamerika zeigten im Mai eine starke Performance. Diese Entwicklung ist ein Zeichen dafür, dass der Ausbau von Energiespeichern zunehmend global verteilt wird und nicht mehr so stark von einem einzelnen Land abhängig ist.
Faktencheck
- Mai 2026 Gesamt: 4.949 MW / 14.593 MWh
- Chinas Anteil: 1.261 MW / 5.372 MWh (37% der globalen Kapazität)
- Asien (ohne China): 1.261 MW / 3.571 MWh
- Europa: 773 MW / 2.031 MWh
- Nordamerika: 399 MW / 1.316 MWh
- Süd- & Mittelamerika: 300 MW / 1.497 MWh
Regionale Highlights und Großprojekte
Asien und Indien als Wachstumsmotoren
Asien, abzüglich China, zeigte eine beeindruckende Entwicklung mit 1.261 MW/3.571 MWh neuen Kapazitäten. Ein wesentlicher Treiber war hierbei Indien, wo die Adani Group die Phase 2 des Khavda BESS in Betrieb nahm. Dieses Projekt allein umfasst 667 MW/1.994 MWh und unterstreicht Indiens Ambitionen im Bereich der erneuerbaren Energien und Speichersysteme.
Auch die Philippinen und Malaysia trugen mit Großprojekten erheblich bei. Meralco PowerGen Corp auf den Philippinen und TNB in Malaysia schlossen ebenfalls umfangreiche Batteriespeicherprojekte ab. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Region ein wichtiges Zentrum für den Ausbau von Energiespeichern wird.
Europas Beitrag und nationale Initiativen
In Europa wurden im Mai 2026 insgesamt 773 MW/2.031 MWh neue Speicherkapazitäten in Betrieb genommen. Besonders hervorzuheben sind hier Projekte von TagEnergy in Frankreich und Iberdrola in Spanien. Diese Unternehmen treiben den Ausbau der Speicherinfrastruktur in ihren jeweiligen Ländern voran.
Auch Deutschland und Polen leisten ihren Beitrag: In Polen stellte EDF ein 120 MWh System fertig. In Deutschland weihte Green Flexibility ein 40 MW/80 MWh Projekt ein. Diese Projekte sind entscheidend für die Stabilität der Stromnetze und die Integration erneuerbarer Energien in Europa.
„Der globale Energiespeichermarkt diversifiziert sich. Wir sehen, wie Regionen außerhalb Chinas ihre Kapazitäten rasch ausbauen und damit die Energiewende vorantreiben.“
Südamerika und der Aufstieg neuer Technologien
Chile als Vorreiter
Chile setzt seinen starken Ausbau im Jahr 2026 fort. Im Mai nahm ContourGlobal ein beeindruckendes Projekt in der Region Tarapacá in Betrieb, das eine 231 MW Solaranlage mit einem 1,3 GWh BESS kombiniert. Die Zahlen für Juni werden voraussichtlich noch höher ausfallen, da Grenergy ein Projekt mit einem 3,5 GWh BESS einweihen wird.
Beide Projekte sind Teil der größeren Oasis de Atacama-Projektsammlung, die von Grenergy entwickelt wird. Diese Fortschritte positionieren Chile als einen der führenden Märkte für große Batteriespeicher in Südamerika.
Hintergrund: Batteriespeichersysteme (BESS)
Batteriespeichersysteme sind entscheidend für die Energiewende. Sie speichern überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne und Wind und geben sie bei Bedarf wieder ab. Dies hilft, die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen, die Netzstabilität zu gewährleisten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Lithium-Ionen-Batterien sind derzeit die am weitesten verbreitete Technologie, aber neue Ansätze gewinnen an Bedeutung.
Neue Speichertechnologien auf dem Vormarsch
Neben Lithium-Ionen-Batterien gewinnen auch andere Speichertechnologien an Fahrt. Im letzten Monat wurden in China drei Flussbatterieprojekte mit einer Gesamtleistung von 30 MW/134 MWh in Betrieb genommen. Flussbatterien, die für ihre Langlebigkeit und Skalierbarkeit bekannt sind, scheinen nun auch außerhalb Chinas Fuß zu fassen. Ein Rechenzentrumsbetreiber in der Schweiz arbeitet beispielsweise mit Invinity Energy Systems an einem Gigawatt-Skala-Flussbatterieprojekt.
Auch Natrium-Ionen-Batterien zeigen vielversprechende Entwicklungen. Zwei 20 MW/40 MWh Natrium-Ionen-Projekte wurden in China in die Projektpipeline aufgenommen. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen CATL und HyperStrong über 60 GWh im letzten Monat signalisiert einen Durchbruch für diese Technologie, die eine kostengünstigere Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien darstellen könnte.
Ausblick auf die Zukunft der Energiespeicherung
Die ersten fünf Monate des Jahres 2026 verzeichneten bereits einen Ausbau von 86,3 GWh, was einem Anstieg von 24% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Obwohl der Mai 2026 im Vergleich zum starken Mai 2025 einen Rückgang von 32% aufwies, bleibt der Trend insgesamt positiv und zeigt ein starkes Wachstum des globalen Speichermarktes.
Die zunehmende Diversifizierung der Installationen und das Aufkommen neuer, vielversprechender Technologien wie Fluss- und Natrium-Ionen-Batterien deuten darauf hin, dass der Energiesektor auf eine breitere und nachhaltigere Basis gestellt wird. Dies ist entscheidend, um die globalen Klimaziele zu erreichen und eine zuverlässige Energieversorgung in einer zunehmend von erneuerbaren Energien geprägten Welt sicherzustellen.





