Die Solar Energy Corporation of India (SECI) hat eine Ausschreibung für 4.800 MWh feste und lieferbare erneuerbare Energie (FDRE) in Kombination mit Energiespeichersystemen bekannt gegeben. Diese Initiative zielt darauf ab, die Netzstabilität zu verbessern und die zuverlässige Versorgung mit sauberem Strom während Spitzenlastzeiten zu gewährleisten.
Wichtige Fakten
- SECI sucht 4.800 MWh FDRE-Kapazität mit Speichern.
- Projekte müssen 1.200 MW über vier Stunden in Spitzenzeiten liefern.
- Gebote können zwischen 50 MW und 600 MW liegen.
- Erfolgreiche Bieter erhalten 25-jährige Stromabnahmeverträge (PPAs).
- Anlagen und Speicher müssen am selben Ort sein.
Ausschreibung soll Spitzenlast decken
Die Ausschreibung mit der Bezeichnung FDRE-IX fordert Entwickler auf, Kapazitäten bereitzustellen, die während der Spitzenlastzeiten des Stromnetzes eine sichere und planbare Versorgung mit erneuerbarem Strom gewährleisten. Dies entspricht einer Lieferfähigkeit von 1.200 MW über einen Zeitraum von vier Stunden.
Die Projekte müssen an das überregionale Übertragungsnetz (ISTS) angeschlossen sein. Die Frist für die Einreichung der Angebote endet am 20. Juli 2026. Die Öffnung der Gebote ist für den 23. Juli vorgesehen.
Zahlen & Fakten
- 4.800 MWh: Gesamtkapazität der Ausschreibung.
- 1.200 MW: Erforderliche Leistung während der Spitzenlast.
- 4 Stunden: Tägliches Lieferfenster in Spitzenzeiten.
- 25 Jahre: Laufzeit der Stromabnahmeverträge (PPAs).
Kosten und Teilnahmebedingungen
Entwickler, die an der Ausschreibung teilnehmen möchten, müssen eine Gebühr für die Ausschreibungsunterlagen in Höhe von 50.000 INR (rund 528,12 US-Dollar) entrichten. Zusätzlich fällt eine Bearbeitungsgebühr von 20.000 INR (etwa 211,25 US-Dollar) pro MW an, die auf maximal 2 Millionen INR (rund 21.128 US-Dollar) begrenzt ist. Diese Beträge verstehen sich exklusive anfallender Steuern.
Die Mindestkapazität für ein Gebot liegt bei 50 MW, während die maximale Kapazität 600 MW beträgt. Diese Obergrenze von 600 MW gilt auch für verbundene Unternehmen, Muttergesellschaften und Konzerngesellschaften. Dies soll eine breitere Beteiligung von Entwicklern sicherstellen und eine Konzentration großer Projekte bei wenigen Akteuren vermeiden.
"Indien setzt zunehmend auf die Kombination von erneuerbaren Energien und Speichersystemen, um die Netzzuverlässigkeit zu verbessern und die Infrastruktur effizienter zu nutzen."
Standort und Technologieanforderungen
SECI hat festgelegt, dass die erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen und die zugehörigen Speichersysteme am selben Standort gebaut werden müssen. Projekte können jedoch landesweit in Indien errichtet werden. Diese Anforderung unterstreicht Indiens Strategie, die Zuverlässigkeit des Stromnetzes zu erhöhen und die Nutzung von Land- und Übertragungsinfrastruktur zu optimieren.
Die Bündelung von Erzeugung und Speicherung an einem Ort ermöglicht eine effizientere Integration in das Stromnetz und erleichtert die Bereitstellung von steuerbarem sauberem Strom. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Energieversorgung in einem Land, das stark auf erneuerbare Energien setzt.
Hintergrund: Indiens Energiewende
Indien verfolgt ehrgeizige Ziele im Bereich der erneuerbaren Energien. Der Ausbau von Solar- und Windenergie ist entscheidend für die Deckung des steigenden Strombedarfs und die Reduzierung der CO2-Emissionen. Die Integration von Speichersystemen ist dabei unerlässlich, um die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen und eine konstante Versorgung zu gewährleisten.
Die Regierung fördert aktiv Projekte, die erneuerbare Energien mit Speichern kombinieren, um die Netzstabilität zu gewährleisten und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Langfristige Verträge und zusätzliche Einnahmen
Erfolgreiche Bieter unterzeichnen 25-jährige Stromabnahmeverträge (PPAs) mit SECI. SECI wird den Strom anschließend über Back-to-Back-Stromverkaufsverträge an Verteilungsunternehmen und andere Abnehmer weiterverkaufen. Diese langfristigen Verträge bieten den Entwicklern Planungssicherheit und tragen zur Finanzierbarkeit der Projekte bei.
Die kaufende Stelle wird ein tägliches vierstündiges Spitzenlastfenster festlegen, in dem die Entwickler Energie liefern müssen. Jedes Megawatt der vertraglich vereinbarten Kapazität muss während dieser Spitzenzeit 4.000 kWh liefern. Das bedeutet, dass bei einer vertraglich vereinbarten Kapazität von 100 MW bis zu 400.000 kWh geliefert werden müssen.
Flexibilität für Entwickler
Die Ausschreibung ermöglicht es den Entwicklern auch, ihre Speicheranlagen außerhalb der vertraglich vereinbarten Spitzenzeiten für zusätzliche Einnahmequellen zu nutzen. Dazu gehören der Handel mit Strom an Strombörsen oder der Verkauf an Dritte. Die Verpflichtungen aus den PPAs haben jedoch stets Vorrang. Diese Flexibilität soll die Wirtschaftlichkeit der Projekte weiter verbessern und Anreize für Investitionen in Speichersysteme schaffen.
Die Möglichkeit, überschüssigen Strom zu vermarkten, ist ein wichtiger Anreiz für Investoren. Sie können so ihre Anlagen optimal auslasten und zusätzliche Erträge generieren, was die Rentabilität der Projekte erhöht.
Fazit und Ausblick
Die aktuelle Ausschreibung von SECI ist ein klares Zeichen für Indiens Engagement, seine Energieversorgung durch eine Kombination aus erneuerbaren Energien und Speichersystemen zu sichern. Dies wird nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch die Energieunabhängigkeit des Landes stärken und eine stabile Stromversorgung für die wachsende Bevölkerung gewährleisten.
Es wird erwartet, dass diese Art von Ausschreibungen in Zukunft weiter zunehmen wird, da Indien seine Energiewende konsequent vorantreibt und die Integration von Speichern als Schlüsseltechnologie für ein zuverlässiges und nachhaltiges Energiesystem betrachtet.





