Der Bergbaukonzern Fortescue hat mit dem Bau eines riesigen Batteriespeichersystems in Cloudbreak, Westaustralien, begonnen. Das System mit einer Kapazität von 650 MWh ist ein zentraler Bestandteil der Strategie des Unternehmens, seine Eisenerzbetriebe bis 2030 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Dieses Projekt unterstreicht Fortescues Engagement für eine nachhaltigere Zukunft im Bergbau.
Wichtige Punkte
- Fortescue baut 650 MWh Batteriespeicher in Cloudbreak.
- Das System ist Teil des „Pilbara Green Grid“ zur Dekarbonisierung.
- Ziel ist die Versorgung der Eisenerzbetriebe mit erneuerbarer Energie bis 2030.
- BYD liefert die Batterietechnologie.
- Das Turner River Solarprojekt mit über einer Million Solarmodulen ist ebenfalls im Bau.
Ein Meilenstein für das „Pilbara Green Grid“
Der Bau des Batteriespeichers in Cloudbreak, der eine Leistung von 74 MW über etwa acht Stunden liefern kann, markiert einen entscheidenden Fortschritt für Fortescues ehrgeiziges „Pilbara Green Grid“. Das System wird 124 Batteriemodule umfassen und direkt neben dem bereits bestehenden 190 MW Cloudbreak Solarpark angesiedelt sein. Die Fertigstellung ist für das Geschäftsjahr 2027 geplant.
Dieses umfassende Netz soll bis 2028 fertiggestellt sein. Es wird dann eine beeindruckende Kapazität von 1,2 GW Solar- und 600 MW Windenergie sowie 4-5 GWh Batteriespeicher umfassen. Ein Netzwerk von 620 km Übertragungsleitungen wird die gesamte Region versorgen. Die Energiespeicherung spielt hierbei eine Schlüsselrolle, um die schwankende Natur erneuerbarer Energien auszugleichen und eine stabile Stromversorgung für die energieintensiven Bergbaubetriebe zu gewährleisten.
Faktencheck
- 650 MWh Speicherkapazität des Cloudbreak Batteriesystems.
- 74 MW Leistung für ca. 8 Stunden.
- 124 Batteriemodule.
- Fertigstellung des Batteriespeichers: FY27.
- Gesamtkapazität des Pilbara Green Grid bis 2028: 1,2 GW Solar, 600 MW Wind, 4-5 GWh Speicher.
Technologie und Partner: BYD als Lieferant
Fortescue hat für dieses Projekt auf bewährte Technologie gesetzt. Der chinesische Hersteller BYD liefert die Batterien für das System. Bereits zuvor hatte Fortescue nach eigenen Angaben „Rekordpreise“ für groß angelegte Batteriespeicher in Australien erzielt. Die BYD Blade Battery Technologie, die auch am Standort North Star Junction zum Einsatz kommt, ist bekannt für ihre hohe Energiedichte und Systemintegration.
Interessanterweise hat Fortescue-Vorsitzender Andrew Forrest kürzlich auf der Smart Energy Conference berichtet, dass KI-gestützte Batteriespeicher während einer Netzstörung die Stabilität des Bergbau-Stromnetzes in Nanosekunden wiederherstellen konnten, indem sie den Elektronenfluss umkehrten. Dies zeigt das Potenzial intelligenter Speichersysteme für die Netzstabilität.
„Die Technologie ist vorhanden. Die Wirtschaftlichkeit verbessert sich jedes Jahr. Und jeder, der die globalen Kraftstoffmärkte beobachtet, sieht genau, warum Elektrifizierung und erneuerbare Energien wichtiger denn je sind.“
Dino Otranto, CEO von Fortescue Metals and Operations
Das Turner River Solarkraftwerk: Ein entscheidender Schritt
Neben dem Batteriespeicher in Cloudbreak ist auch der Bau des 690 MW Turner River Solarkraftwerks in vollem Gange. Dieses Projekt wird als die letzte große Solaranlage angesehen, die Fortescue benötigt, um seine Energiewende zu vollziehen und das „Real Zero“-Dekarbonisierungsziel zu erreichen. Über eine Million Solarmodule werden hier installiert. Die Fertigstellung des Turner River Projekts wird für 2028 erwartet.
Das Turner River Projekt, etwa 120 km südlich von Port Hedland gelegen, erhielt im Januar 2026 die Umweltgenehmigung der Bundesregierung. Diese Genehmigung war an Bedingungen geknüpft, darunter Beschränkungen der Landrodung und eine Zahlung von mindestens 3,39 Millionen AUD zur Kompensation von Auswirkungen auf die Lebensräume des Großen Bilbys und des Nördlichen Quolls.
Hintergrund: Fortescues „Real Zero“-Plan
Fortescue hat seinen Dekarbonisierungszeitplan beschleunigt und sein „Real Zero“-Ziel von Dezember 2030 vorgezogen. Das Unternehmen plant, bis Anfang 2026 eine installierte Kapazität von 290 MW erneuerbarer Energie zu erreichen. Dies soll den Energiebedarf seiner Erzverarbeitungsanlagen decken und eine „grüne Verarbeitung“ während des Tages in seinen Pilbara-Betrieben ermöglichen.
Ein umfassendes Netz erneuerbarer Energien
Sobald das Turner River Solarkraftwerk in Betrieb ist, wird es sich mit den bestehenden und im Bau befindlichen Solaranlagen von Fortescue verbinden. Dazu gehören das 440 MW Solomon Airport Solarkraftwerk, das 190 MW Cloudbreak Solarkraftwerk und das 100 MW North Star Junction Solarkraftwerk. Zusammen werden diese Anlagen eine Kapazität von über 1,4 GW erneuerbarer Energie liefern.
Das Turner River Projekt wird über 220 kV Übertragungsleitungen an Fortescues bestehendes Pilbara Energy Connect Übertragungssystem angeschlossen. Diese Infrastruktur ist entscheidend für die Verteilung der erzeugten sauberen Energie an die verschiedenen Bergbaustandorte in der Pilbara-Region.
Zusätzliche Fakten
- 690 MW Kapazität des Turner River Solarkraftwerks.
- Über 1 Million Solarmodule werden installiert.
- Umweltgenehmigung für Turner River im Januar 2026 erteilt.
- Kompensationszahlung von 3,39 Mio. AUD für Bilby- und Quoll-Habitate.
- Gesamtkapazität aller Fortescue-Solaranlagen nach Fertigstellung: über 1,4 GW.
Fortschritt trotz Debatten
Dino Otranto, CEO von Fortescue Metals and Operations, betont, dass das Unternehmen voranschreitet, während andere noch über die Machbarkeit der Dekarbonisierung diskutieren. Er sieht die Technologie als ausgereift und die Wirtschaftlichkeit als ständig verbessernd an. Die aktuellen globalen Kraftstoffmärkte unterstreichen die Notwendigkeit von Elektrifizierung und erneuerbaren Energien.
Fortescues Strategie zeigt, wie ein großer Bergbaukonzern aktiv die Energiewende vorantreibt. Die Investitionen in Solar- und Speichertechnologien sind ein klares Signal für die Industrie, dass eine emissionsfreie Zukunft im Bergbau erreichbar ist. Die Vision eines vollständig grünen Bergbaubetriebs nimmt in der Pilbara-Region Gestalt an.





