EnerVenue, ein US-amerikanisches Unternehmen, das sich auf Nickel-Wasserstoff-Batterietechnologie spezialisiert hat, hat eine Erweiterung seiner Serie-B-Finanzierungsrunde um 300 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Diese beträchtliche Investition, angeführt von Full Vision Capital, wird die schnelle Expansion der Produktionsstätten in Changzhou, China, vorantreiben. Das Unternehmen plant, die Mittel auch für die Beschleunigung der Lieferkettenentwicklung und die Ausweitung seiner kommerziellen Reichweite zu nutzen.
Wichtige Erkenntnisse
- EnerVenue sichert sich 300 Millionen US-Dollar in der Serie-B-Finanzierungsrunde.
- Das Kapital fließt in den Ausbau der Produktionsstätten in Changzhou, China.
- Die Nickel-Wasserstoff-Technologie basiert auf NASA-Entwicklungen.
- Batterien bieten eine Lebensdauer von über 30.000 Zyklen und hohe Durchsatzraten.
- Neue Führungskraft Henning Rath wurde zum CEO ernannt.
Strategische Expansion und Kostenvorteile in China
Die Entscheidung, die Produktionskapazitäten in Changzhou, China, zu erweitern, ist strategisch. EnerVenue erwartet, dass dieser Schritt die Kosten optimiert und das umfangreiche Fachwissen der Region im Batteriebereich nutzt. Dies soll dem Unternehmen helfen, eine wachsende internationale Kundenbasis effizienter zu bedienen.
Die Investition umfasst auch die Beschleunigung der Lieferkettenentwicklung. Eine robuste Lieferkette ist entscheidend für die Skalierung der Produktion und die pünktliche Lieferung der Energiespeichersysteme.
Fakten zur Finanzierung
- Investitionssumme: 300 Millionen US-Dollar
- Angeführt von: Full Vision Capital
- Gesamtkapital 2024: 308 Millionen US-Dollar (Mercom Capital Top 5 H1 2024)
Innovation aus dem Silicon Valley und NASA-Erbe
Während die Produktion in China hochgefahren wird, bleibt die Forschung und Entwicklung (F&E) von EnerVenue im Silicon Valley, Kalifornien, angesiedelt. Dort konzentriert sich das Team auf die Verbesserung der wässrigen Metallzellen des Unternehmens. Die Kerntechnologie von EnerVenue, die Energiespeichergefäße (ESVs), nutzt die Nickel-Wasserstoff-Technologie, die ursprünglich in den 1980er Jahren von der NASA entwickelt und eingesetzt wurde.
Professor Yi Cui von Stanford modifizierte diese Technologie im Jahr 2017, um sie erschwinglicher zu machen. EnerVenue hat diese angepasste Version weiterentwickelt.
"Unsere ESVs können eine Lebensdauer von über 30.000 Zyklen erreichen und bis zu drei Zyklen täglich ohne Unterbrechung betrieben werden", erklärt ein Sprecher von EnerVenue. "Dies bedeutet einen 4- bis 6-mal höheren Durchsatz im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien."
Überlegene Leistung und Sicherheit
Die Technologie von EnerVenue bietet deutliche Vorteile in Bezug auf Lebensdauer und Betriebsflexibilität. Eine höhere Zyklenzahl und die Fähigkeit zu mehreren Lade- und Entladezyklen pro Tag machen die Batterien besonders attraktiv für Anwendungen, die eine hohe Auslastung erfordern.
Im Mai 2023 erhielt die Metall-Wasserstoff-Batterie von EnerVenue die UL1973-Zertifizierung und bestand die UL9540A-Tests. Diese Zertifizierungen sind entscheidend für die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Batteriesystemen.
Zertifizierungen und ihre Bedeutung
UL1973: Dieser Standard gewährleistet die Sicherheit von Batterien in stationären Anlagen, leichten Elektrofahrzeugen und als Hilfsenergiequellen. Er deckt Anforderungen an Konstruktion, Brandschutz, mechanisches Design, Wärmemanagement und elektrische Sicherheit ab.
UL9540A: Diese Zertifizierung bewertet das Brandrisiko durch thermisches Durchgehen in Batteriesystemen. Systeme werden schrittweise getestet, um potenzielle Risiken zu identifizieren und zu bewerten.
Partnerschaften und Führungspersönlichkeiten
Die Technologie von EnerVenue findet bereits Anwendung in Pilotprojekten. Im selben Jahr, in dem das Unternehmen eine beträchtliche Risikokapitalfinanzierung von 308 Millionen US-Dollar erhielt, erwarb der Energiekonzern RWE EnerVenues Metall-Wasserstoff-ESVs für ein Pilotprojekt in den USA.
Dieses Projekt, das am 3. Dezember angekündigt wurde, findet in der Milwaukee-Testanlage von RWE statt. Ziel ist es, die Leistung der ESVs unter realen Bedingungen zu bewerten, einschließlich ihrer Zyklenflexibilität, des Lade- und Entladeverhaltens, der Betriebsdauer, der Temperaturleistung und der Effizienz. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten RWE dazu bewegen, die Technologie in zukünftigen Projekten einzusetzen.
Neuer CEO: Henning Rath
Zeitgleich mit der Bekanntgabe der 300-Millionen-US-Dollar-Erweiterung gab EnerVenue die Ernennung von Henning Rath zum neuen CEO bekannt. Rath bringt umfangreiche Erfahrungen aus der erneuerbaren Energiebranche mit. Zuvor war er als Managing Director/Chief Supply Chain Officer und Vorstandsmitglied bei Enpal tätig, einem deutschen Unternehmen für erneuerbare Energietechnik.
Seine Ernennung unterstreicht das Engagement von EnerVenue, seine globale Präsenz und seine Lieferketteneffizienz zu stärken. Die Kombination aus bewährter Technologie, strategischer Finanzierung und erfahrener Führung positioniert EnerVenue als wichtigen Akteur im Bereich der Energiespeicherung.
- Pilotprojekt: RWE testet EnerVenues ESVs in Milwaukee, USA.
- Testziele: Bewertung von Zyklenflexibilität, Lade-/Entladeverhalten, Betriebsdauer, Temperaturleistung und Effizienz.
- Neuer CEO: Henning Rath, ehemals bei Enpal, übernimmt die Führung.





