Energy Vault hat den Erwerb des Projektgrundstücks für sein 125MW/1.000MWh Batteriespeichersystem (BESS) in Stoney Creek, New South Wales, Australien, abgeschlossen. Dieser Schritt sichert die langfristige Kontrolle über den Standort und reduziert Projektrisiken erheblich. Das Projekt ist ein wichtiger Bestandteil der Energieinfrastruktur Australiens und soll ab 2028 in Betrieb gehen.
Wichtige Punkte
- Energy Vault hat das Grundstück für den Stoney Creek BESS in Australien erworben.
- Das Projekt umfasst eine Speicherkapazität von 125 MW / 1.000 MWh.
- Baubeginn ist für Anfang 2027 geplant, kommerzieller Betrieb ab Mitte 2028.
- Ein 14-jähriger Energieversorgungsvertrag (LTESA) sichert jährliche Einnahmen von 25-30 Millionen US-Dollar.
- Der Erwerb ist Teil einer strategischen Neuausrichtung von Energy Vault hin zum unabhängigen Stromproduzenten.
Strategische Bedeutung des Landerwerbs
Der Abschluss des Landerwerbs für das Stoney Creek Batteriespeichersystem ist ein entscheidender Fortschritt für Energy Vault. Das Unternehmen, das an der NYSE gelistet ist, baut, besitzt und betreibt Energieinfrastruktur. Der Übergang von einem Pachtvertrag zum vollständigen Eigentum des Grundstücks, vorbehaltlich der Genehmigung durch das australische Foreign Investment Review Board (FIRB), festigt die Position des Unternehmens in einem strategisch wichtigen Markt.
Die Kontrolle über den Standort ist grundlegend für die langfristige Planung und Umsetzung. Sie verringert Unsicherheiten und ebnet den Weg für den geplanten Baubeginn im ersten Quartal 2027. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für die erste Hälfte des Jahres 2028 vorgesehen, abhängig von den endgültigen Genehmigungen.
Fakten zum Stoney Creek Projekt
- Kapazität: 125 MW / 1.000 MWh
- Speicherdauer: 8 Stunden
- Standort: Nördliches New South Wales, Australien
- Geschätzte jährliche Einnahmen: 25-30 Millionen US-Dollar
- Vertragslaufzeit: 14 Jahre (LTESA)
Finanzielle und operative Vorteile
Das Stoney Creek Projekt ist darauf ausgelegt, acht Stunden lang abrufbare Speicherkapazität bereitzustellen. Ein 14-jähriger Long-Term Energy Service Agreement (LTESA), der von AEMO Services im Rahmen des New South Wales Electricity Infrastructure Roadmap vergeben wurde, untermauert die Rentabilität. Dieser Vertrag soll jährliche Einnahmen von etwa 25 bis 30 Millionen US-Dollar generieren.
Akshay Ladwa, Chief Development and Operations Officer von Energy Vault, betonte die Bedeutung des abgeschlossenen Landerwerbs. Er bezeichnete ihn als "einen weiteren wichtigen Ausführungsmeilenstein" auf dem Weg zur Bauphase. Marco Terruzzin, Chief Revenue Officer, hob Australien als "strategischen Wachstumsmarkt" für das Unternehmen hervor.
"Der abgeschlossene Landerwerb stellt einen weiteren wichtigen Ausführungsmeilenstein dar, während das Projekt dem Bau entgegengeht." – Akshay Ladwa, Chief Development and Operations Officer, Energy Vault.
Die Rolle von VaultOS
Nach der Inbetriebnahme plant Energy Vault, seine Energieverwaltungsplattform VaultOS einzusetzen. Diese Plattform soll die Leistung des Assets, die Marktteilnahme und den gesamten Lebenszyklusbetrieb optimieren. Die Technologie von Energy Vault zielt darauf ab, die Effizienz und Zuverlässigkeit der Energiespeicherung zu maximieren.
Hintergrund: New South Wales Electricity Infrastructure Roadmap
Die New South Wales Electricity Infrastructure Roadmap ist ein umfassender Plan der australischen Regierung, um die Stromversorgung der Region zu transformieren. Sie zielt darauf ab, die Zuverlässigkeit zu erhöhen, die Kosten zu senken und den Übergang zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Langfristige Energieversorgungsverträge (LTESAs) sind ein zentrales Instrument, um Investitionen in neue Energiespeicherprojekte zu fördern.
Projektentwicklung und Akquisitionsphasen
Der Weg zum vollständigen Eigentum des Stoney Creek Projekts verlief in mehreren Schritten. Energy Vault ging zunächst eine Partnerschaft mit dem australischen Entwickler Enervest Group ein. Dabei sollte Energy Vault das BESS mit seiner X-Vault-Integrationsplattform und UL9540- sowie AS3000-zertifizierten B-VAULT-Gehäusen liefern.
Im März 2025 übernahm Energy Vault das Projekt vollständig von Enervest. Enervest blieb weiterhin für Entwicklungsdienstleistungen und die Einbindung von Stakeholdern zuständig, um den Fortschritt bis zum finanziellen Abschluss zu unterstützen. Stoney Creek war eines von drei Projekten, die in derselben Ausschreibungsrunde einen LTESA erhielten. Dazu gehörten auch das 100MW/800MWh Griffith BESS von Eku Energy und das 800MW/11.990MWh Phoenix Pumpspeicherprojekt von Acen Australia. Zusammen repräsentieren diese Projekte 14 GWh an Langzeitspeicherkapazität, die von der Regierung von New South Wales vertraglich gesichert wurden.
Wichtige Meilensteine im Akquisitionsprozess
- Partnerschaft mit Enervest: Erste Zusammenarbeit für die BESS-Lieferung.
- Übernahme des Projekts durch Energy Vault (März 2025): Energy Vault erwirbt das Projekt von Enervest.
- FIRB-Genehmigung und Abschluss des Kaufs (August 2025): Finale Genehmigung und vollständiger Erwerb, erwartet 20 Millionen US-Dollar jährliches EBITDA.
- Landerwerb (aktuell): Übergang von Pacht zu vollständigem Eigentum.
Der Erwerbsprozess erreichte im August 2025 einen weiteren Meilenstein, als Energy Vault die endgültige FIRB-Genehmigung erhielt und den Kauf des Projekts abschloss. Dies soll nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2027 rund 20 Millionen US-Dollar an wiederkehrendem jährlichem EBITDA ermöglichen. Diese Ankündigung fiel mit der Berichterstattung über die Umsatzzahlen des zweiten Quartals 2025 zusammen, die mit 8,5 Millionen US-Dollar um 126 % gegenüber dem Vorjahr stiegen, teilweise bedingt durch die Projektabwicklung in Australien.
Strategische Neuausrichtung und globale Expansion
Der jüngste Landerwerb ist der letzte Schritt in diesem Akquisitionsprozess. Er überführt Stoney Creek von einem Pachtvertrag in den vollständigen Besitz innerhalb des Build, Own & Operate-Portfolios von Energy Vault. Dies spiegelt eine breitere Verschiebung im Geschäftsmodell von Energy Vault wider. Das Unternehmen positioniert sich zunehmend als unabhängiger Stromproduzent (IPP) und strebt langfristig vertraglich gesicherte Einnahmen an, anstatt ausschließlich als EPC-Auftragnehmer zu agieren.
Diese Strategie reicht über Australien hinaus und erstreckt sich auf den KI-Infrastruktursektor, in dem Energy Vault schnell expandiert. Im August 2026 unterzeichnete das Unternehmen eine strategische Vereinbarung zur Lieferung von Batteriespeichern, netzbildenden Stromwandlungssystemen und KI-Infrastruktur-Steuerungssoftware für eine anfängliche 1,25 GW-Bereitstellung zur Unterstützung eines Hyperscale-Rechenzentrumskunden in Texas. Diese Vereinbarung soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 und 2027 zwischen 500 und 600 Millionen US-Dollar Umsatz generieren.
Auch beim Digital Vault Sulcis, einem Edge-KI-Rechenzentrum in Sulcis, Sardinien, Italien, gibt es Fortschritte. Das Projekt, das 30 MW IT-Compute und ein hybrides Pumpspeicher-Batteriespeichersystem in Verbindung mit erneuerbaren Energien vor Ort umfasst, wurde von der italienischen Regierung zu einem Projekt von strategischem nationalem Interesse erklärt. Dies ebnet den Weg für beschleunigte administrative Genehmigungen.
In den Ergebnissen des ersten Quartals 2026 bestätigte Energy Vault seine Jahresprognose. Das Unternehmen hob die fortgesetzte Erweiterung seines Projektportfolios in Australien und Japan hervor. Es betonte auch die Verlagerung hin zur direkten Sicherung von Stromabnahmeverträgen mit Rechenzentrums- und Hyperscaler-Kunden. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von Energiespeicherlösungen für die KI-Infrastruktur.





