Das riesige Batteriespeicherprojekt Bulabul in New South Wales, Australien, hat einen wichtigen Fortschritt erzielt: Alle Batteriegehäuse wurden vorzeitig geliefert. Dies markiert einen entscheidenden Übergang von der Planung zur aktiven Umsetzung für die 300MW/600MWh-Anlage. Die pünktliche Ankunft der Ausrüstung vor Ort beschleunigt den Bau und bringt Australien einem der größten Batteriespeichersysteme des Landes näher.
Wichtige Punkte
- Alle Batteriegehäuse für das Bulabul-Projekt vorzeitig geliefert.
- Das Projekt umfasst 300MW/600MWh Speicherkapazität.
- Fluence Gridstack-Technologie bildet das Herzstück der Anlage.
- Ein 15-jähriger Kapazitätstauschvertrag mit InCommodities sichert die Finanzierung.
- Ein einzigartiges Aborigine-Equity-Modell bindet die lokale Gemeinschaft ein.
Fluence liefert Kernkomponenten früher als geplant
Fluence, ein führender Anbieter von Energiespeicherlösungen, hat alle Batteriegehäuse für das Bulabul-Projekt im Voraus geliefert. Diese frühzeitige Lieferung ist entscheidend, da sie zusätzliche Zeit für die Installation und Inbetriebnahme schafft. Dies könnte eine frühere Netzanbindung ermöglichen und somit auch eine frühere Ertragsgenerierung für das Projekt.
Die Anlage, die etwa zwei Kilometer nordöstlich von Wellington in der Central-West Orana Renewable Energy Zone (REZ) liegt, nutzt die Fluence Gridstack-Technologie. Diese Technologie bildet die zentrale Speicherplattform. Sie integriert Lithium-Ionen-Batteriemodule, Leistungsumwandlungssysteme, thermisches Management und fortschrittliche Steuerungssoftware in einer modularen Architektur. Diese Bauweise ist speziell für den Einsatz in großen Netzwerkanwendungen konzipiert.
Faktencheck
- Kapazität: 300 Megawatt (MW) Leistung, 600 Megawattstunden (MWh) Speicherkapazität.
- Standort: 2 km nordöstlich von Wellington, New South Wales, Australien.
- Technologie: Fluence Gridstack mit Lithium-Ionen-Batterien.
Zweistufiger Aufbau für optimierte Entwicklung
Das Bulabul-Projekt ist in zwei Phasen unterteilt. Dies soll die Bauabfolge und den Betriebsstart optimieren. Die erste Phase, Bulabul 1, umfasst 200MW/200MWh. Der Baubeginn war im August 2025. Die erste Energieeinspeisung wird Mitte 2026 erwartet. Der volle kommerzielle Betrieb soll bis 2027 starten.
Die zweite Phase, Bulabul 2, wird 100MW/400MWh umfassen. Der Baubeginn ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. Auch hier ist die vollständige Inbetriebnahme für 2027 geplant. Fluence unterstützt den Entwickler und Betreiber Ampyr Energy während der gesamten Bauphase. Das Ziel ist, die Anlage zügig betriebsbereit zu machen.
„Die frühzeitige Lieferung der Batteriegehäuse ist ein Game-Changer für das Bulabul-Projekt. Sie ermöglicht es uns, den Zeitplan zu straffen und die Anlage schneller ans Netz zu bringen, was für die Energiewende in Australien von großer Bedeutung ist.“
Einzigartiges Finanzierungsmodell sichert langfristige Einnahmen
Das Bulabul-Projekt unterscheidet sich von typischen Batteriefinanzierungsstrukturen auf dem australischen Markt. Ampyr Australia hat einen 15-jährigen Batteriespeichervertrag mit dem dänischen Energiehandelsunternehmen InCommodities abgeschlossen. Dieser Vertrag hat einen Wert von über 450 Millionen australischen Dollar (etwa 318 Millionen US-Dollar). Es ist das erste langfristige Engagement von InCommodities in Australien, das über 10 Jahre hinausgeht.
Der Vertrag basiert auf einem Kapazitätstauschmodell. Er deckt bis zu 120MW der gesamten 300MW Leistung des Projekts ab. Ampyr Australia fungiert als Entwickler, Eigentümer und Betreiber des Batteriespeichersystems. InCommodities nutzt seine globale Handelsexpertise und Erfahrung auf dem Spotmarkt. Das Unternehmen bringt auch seine Energietechnologiefähigkeiten ein, ergänzt durch Ampyrs Asset-Management- und Betriebs-Know-how.
Hintergrund: Kapazitätstauschmodell
Das Kapazitätstauschmodell weicht von traditionellen Stromabnahmeverträgen (PPAs) und den üblichen Marktstrukturen ab. Es ermöglicht InCommodities den Zugang zu Batteriekapazität für Energiearbitrage, Frequenzregulierung und andere Netzdienstleistungen. Gleichzeitig sichert es Ampyr langfristige Einnahmen für einen erheblichen Teil der Projektkapazität. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Einnahmen in einem volatilen Markt.
Gemeinschaftliche Einbindung und indigene Beteiligung
Die Entwicklung des Bulabul-Projekts legte von Anfang an großen Wert auf die Einbindung der Gemeinschaft. Dies umfasste sowohl die Genehmigungs- als auch die Bauphase. Ein herausragendes Merkmal ist die Umsetzung eines Aborigine-Equity-Modells. Dieses Modell bietet den lokalen indigenen Gemeinschaften dauerhafte wirtschaftliche Vorteile.
Im Rahmen dieser Vereinbarung wurde das Batteriespeichersystem von Wellington in Bulabul umbenannt. Die Wambal Bila Indigenous Community Corporation hat die Option, einen 5%-igen Eigenkapitalanteil am Projekt zu erwerben. Dies entspricht einer Investitionsmöglichkeit von 22,5 Millionen australischen Dollar, bezogen auf den Gesamtwert des Projekts. Dies ist ein bedeutender Schritt zur Förderung der lokalen Wirtschaft und zur Anerkennung der indigenen Bevölkerung.
- Name: Umbenennung von Wellington in Bulabul, ein Zeichen der Anerkennung.
- Beteiligung: Wambal Bila Indigenous Community Corporation hat Option auf 5% Eigenkapital.
- Wert: Investitionsmöglichkeit von 22,5 Millionen AUD für die Gemeinschaft.
Ampyrs wachsende Rolle in Australiens Energiespeicherlandschaft
Ampyr Australia begann mit dem Bau des Bulabul-Projekts nach umfangreichen Entwicklungs- und Genehmigungsverfahren. Diese umfassten Umweltverträglichkeitsprüfungen, Netzanschlussstudien und Konsultationsprogramme mit der Gemeinschaft. Das Projekt ist Teil von Ampyrs wachsendem Portfolio an Batteriespeicherentwicklungen in ganz Australien.
Das Unternehmen hat kürzlich ein 540MW/2.160MWh netzbildendes Batteriespeichersystem in Südaustralien erworben. Dieses System integriert fortschrittliche Technologie. Es ermöglicht eine verbesserte Netzstabilität und unterstützt die Integration erneuerbarer Energien in Gebieten mit begrenzter synchroner Stromerzeugung. Diese Investitionen zeigen Ampyrs Engagement für die Stärkung der australischen Energielandschaft und die Förderung nachhaltiger Lösungen.





