Horizon Power, das staatliche Energieversorgungsunternehmen Westaustraliens, hat einen Antrag für ein umfangreiches Batteriespeichersystem (BESS) in Broome eingereicht. Dieses System mit einer Kapazität von 239 MWh ist ein Kernstück der Strategie, die Energieversorgung der Stadt auf erneuerbare Quellen umzustellen und gleichzeitig die Klimaziele des Bundesstaates zu erreichen.
Wichtige Fakten
- Horizon Power plant ein 239 MWh Batteriespeichersystem in Broome.
- Das Projekt umfasst eine 90 MW Solaranlage und ein 42 MW/239 MWh Batteriesystem.
- Eine neue 32 MW thermische Anlage sichert die Netzstabilität.
- Das Ziel ist die Reduzierung der CO2-Emissionen um 80% bis 2030 (Basisjahr 2020).
- Das Vorhaben ist Teil einer breiteren Initiative für die Kimberley-Region.
Ein Schritt zu nachhaltiger Energie in Broome
Broome wird in Zukunft verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Horizon Power hat dazu einen Antrag gemäß dem australischen Umweltschutz- und Biodiversitätsgesetz (EPBC-Gesetz) eingereicht. Das geplante Batteriespeichersystem ist ein zentraler Bestandteil des sogenannten Broome Future Energy Systems.
Dieses System soll eine 90-Megawatt-Solar-Photovoltaikanlage mit einem 42-Megawatt-Batteriespeichersystem koppeln. Die Speicherdauer des Batteriesystems beträgt dabei etwa 5,7 Stunden. Dies ist entscheidend, um die Stromversorgung auch nach Sonnenuntergang oder bei geringer Sonneneinstrahlung sicherzustellen.
Zahlen und Fakten
- 239 MWh: Kapazität des geplanten Batteriespeichersystems.
- 90 MW: Leistung der zugehörigen Solaranlage.
- 5,7 Stunden: Speicherdauer des Batteriesystems.
- 80%: Ziel der CO2-Reduktion bis 2030 in Westaustralien.
Umfassende Infrastruktur und Netzstabilität
Das Batteriespeichersystem wird zusammen mit der Solaranlage auf einem Gelände etwa 10 Kilometer nördlich von Broome errichtet. Die Anbindung an die bestehende Netzinfrastruktur erfolgt über einen 18 Kilometer langen Übertragungskorridor. Dieser Korridor folgt der Broome Cape Leveque Road und dem Broome Highway.
Um die Stabilität und Sicherheit der Stromversorgung zu gewährleisten, beinhaltet das Projekt auch ein neues thermisches Kraftwerk mit einer Leistung von 32 Megawatt. Diese Kombination aus erneuerbaren Energien und konventioneller Erzeugung soll eine zuverlässige und gleichzeitig umweltfreundliche Energieversorgung gewährleisten.
Reduzierung der Emissionen als Kernziel
Das Projekt ist Teil der Strategie von Horizon Power, die Verpflichtung der Regierung Westaustraliens zu unterstützen. Ziel ist es, die Kohlenstoffemissionen bis 2030 um 80% unter das Niveau von 2020 zu senken. Dieses ambitionierte Ziel unterstreicht die Bedeutung des Broome Future Energy Systems für die regionale Energiewende.
Broome bezieht seinen Strom derzeit von einem unabhängigen Produzenten. Der bestehende Stromabnahmevertrag läuft aus. Dies bietet Horizon Power die Möglichkeit, erneuerbare Energien im großen Maßstab in die Versorgung der Stadt zu integrieren.
Einbindung der Gemeinschaft und Umweltschutz
Seit August 2023 hat Horizon Power umfangreiche Aktivitäten zur Einbindung der Gemeinschaft durchgeführt. Dazu gehörten persönliche Informationsveranstaltungen, spezielle Projekt-Websites und verschiedene Kanäle für Rückmeldungen. Die Zusammenarbeit mit den traditionellen Landbesitzern und lokalen Gemeinschaften war dabei von großer Bedeutung.
Besonders hervorzuheben ist die Kooperation mit Nyamba Buru Yawuru, der Entwicklungsgesellschaft der Yawuru. In gemeinsamen Workshops wurden Werte und Prinzipien für das zukünftige Energiesystem erarbeitet. Das Feedback der Gemeinschaft zeigte starke Unterstützung für Nachhaltigkeit, den Schutz des Natur- und Kulturerbes sowie erneuerbare Energietechnologien.
„Die enge Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften und insbesondere den traditionellen Landbesitzern ist der Schlüssel zum Erfolg dieses Projekts. Ihr Feedback und ihre Werte fließen direkt in die Planung ein.“
Hintergrund: EPBC-Gesetz
Das Environment Protection and Biodiversity Conservation Act 1999 (EPBC-Gesetz) ist ein australisches Bundesgesetz. Es schützt die Umwelt und fördert die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Projekte, die erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben könnten, müssen nach diesem Gesetz bewertet werden.
Schutz sensibler Ökosysteme
Der EPBC-Gesetz-Antrag umfasst ein Entwicklungsgebiet von 391,6 Hektar. Für den Bau sind Rodungen von bis zu 289,5 Hektar vorgesehen. Horizon Power hat jedoch innerhalb der Entwicklungsgrenzen Vermeidungsbereiche identifiziert.
Diese Bereiche dienen dem Schutz einer prioritären ökologischen Gemeinschaft und potenzieller Lebensräume für das Nördliche Pinselschwanz-Känguru und die Nacktsteiß-Freischwanzfledermaus. Der Umweltschutz ist ein integraler Bestandteil der Projektplanung.
Teil einer größeren regionalen Initiative
Das Broome-Projekt ist ein Teil der umfassenderen Initiative 'Kimberley Future Energy Systems' von Horizon Power. Diese Initiative umfasst insgesamt fünf Städte in der Region: Derby, Looma-Camballin, Fitzroy Crossing und Halls Creek. Jedes System folgt einem eigenen Zeitplan und berücksichtigt spezifische gemeinschaftliche und umweltrelevante Aspekte.
Geleitet wird die Initiative vom 'Future Energy Framework' des Versorgungsunternehmens. Dieser Rahmen priorisiert einen wechselseitigen Dialog, kulturellen Respekt und Transparenz. Die Projekte in der Kimberley-Region sind ein Beispiel für Australiens wachsende Pipeline von Energiespeicherentwicklungen, die einer bundesweiten Umweltprüfung unterzogen werden.
Westaustralien hat sich zu einem wichtigen Markt für den Einsatz von Energiespeichern entwickelt. Die Landesregierung hat kürzlich Langzeit-Energiespeicher in ihrer jüngsten Förderrunde für saubere Energie priorisiert. Das Broome-Projekt mit seiner 5,7-stündigen Speicherdauer fällt in die Kategorie der Mittelfrist-Speicher. Es ist ideal geeignet, um die täglichen Solarerzeugungszyklen und die Spitzenlast am Abend zu managen.
- Derby: Ein weiteres wichtiges Projekt in der Kimberley-Region.
- Looma-Camballin: Ebenfalls Teil der Initiative zur Energieumstellung.
- Fitzroy Crossing: Profitiert von den zukünftigen Energiesystemen.
- Halls Creek: Erhält ebenfalls nachhaltige Energielösungen.





