Die Durchschnittskosten für Lithium-Ionen-Batteriepacks sind im Jahresvergleich um 8 % gesunken und erreichen einen historischen Tiefststand von 108 US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh). Dieser Rückgang erfolgte trotz steigender Preise für wichtige Batteriemetalle wie Lithium und Kobalt und wird hauptsächlich durch Überkapazitäten in der Zellfertigung und intensiven Wettbewerb, insbesondere in China, angetrieben.
Wichtige Erkenntnisse
- Globale durchschnittliche Batteriepackpreise erreichten 108 US-Dollar/kWh im Jahr 2025.
- Stationäre Energiespeicher verzeichneten mit 70 US-Dollar/kWh den stärksten Preisrückgang.
- China ist ein Haupttreiber der Preissenkungen aufgrund massiver Überkapazitäten.
- LFP-Batterien helfen, die Auswirkungen steigender Metallpreise abzufedern.
- Experten erwarten für 2026 einen weiteren Preisrückgang auf unter 105 US-Dollar/kWh.
Ein historischer Preisrückgang trotz Herausforderungen
Der globale Durchschnittspreis für Lithium-Ionen-Batteriepacks hat im Jahr 2025 einen neuen Tiefststand von 108 US-Dollar pro kWh erreicht. Dies stellt einen Rückgang von 8 % gegenüber dem Vorjahr dar. Bemerkenswert ist, dass dieser Preisverfall stattfand, obwohl die Kosten für Batteriemetalle wie Lithium und Kobalt gestiegen sind. Die Zellpreise sanken im gleichen Zeitraum um 5 % auf 74 US-Dollar/kWh.
Seit 2010 sind die Batteriepackpreise um beeindruckende 93 % gesunken. Damals lag der Durchschnitt noch bei etwa 1.474 US-Dollar/kWh, inflationsbereinigt auf 2025.
Faktencheck: Batteriepreise
- 2010: ca. 1.474 US-Dollar/kWh
- 2024: 115 US-Dollar/kWh
- 2025: 108 US-Dollar/kWh
- Gesamtrückgang seit 2010: 93 %
Stationäre Speichersysteme führen den Preisverfall an
Der stärkste Preisrückgang wurde im Segment der stationären Energiespeichersysteme (BESS) verzeichnet. Hier fielen die durchschnittlichen Batteriepackpreise auf nur 70 US-Dollar/kWh. Dies entspricht einem Rückgang von 45 % im Jahresvergleich und macht stationäre Speicher erstmals zum günstigsten Segment überhaupt.
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung ist die massive Überkapazität in China bei Batteriezellen, die speziell für stationäre Speicheranwendungen bestimmt sind. China verfügt derzeit über eine geschätzte jährliche Produktionskapazität von 557 GWh für stationäre Energiespeicherzellen, was etwa dem Doppelten der weltweiten Nachfrage in diesem Sektor entspricht.
„Die massive Überkapazität für Batteriezellen, speziell für stationäre Speicheranwendungen in China, ist ein signifikanter Treiber aggressiver Kostensenkungen.“
Regionale Unterschiede und Auswirkungen
Die Preisentwicklung zeigt deutliche regionale Unterschiede. China verzeichnete mit 13 % den größten Rückgang der durchschnittlichen Batteriepackpreise, gefolgt von Europa mit 8 %. In Nordamerika fielen die Preise hingegen nur um 4 % im Jahresvergleich.
Aufgrund von Exportbeschränkungen und Zöllen für chinesische Produkte in den USA verlagern chinesische Hersteller ihre Exportvolumen zunehmend nach Europa. Dies hat den Preiswettbewerb in Europa zusätzlich verschärft.
Hintergrund: LFP-Batterien
Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batterien sind eine kostengünstigere Alternative zu Nickel-Mangan-Kobalt (NMC)-Batterien. Sie werden zunehmend in stationären Speichersystemen und Elektrofahrzeugen mit kürzerer Reichweite eingesetzt, wo die Energiedichte weniger kritisch ist als die Kosten. LFP-Batterien sind weniger abhängig von teuren Metallen wie Kobalt, was zur Preisstabilität beiträgt.
Die Rolle von LFP-Technologie und langfristigen Verträgen
Die zunehmende Verbreitung von LFP-Batterien spielt eine entscheidende Rolle bei der Absorption der höheren Metallkosten. LFP-Zellen sind deutlich günstiger in der Herstellung. Die niedrigsten von Experten ermittelten LFP-Zellpreise lagen bei 36 US-Dollar/kWh und die LFP-Packpreise bei 50 US-Dollar/kWh.
Neben LFP-Batterien tragen auch langfristige Verträge und Absicherungsstrategien dazu bei, die Auswirkungen schwankender Rohstoffpreise zu mildern. Nach einer vorübergehenden Umkehrung des Kostensenkungstrends in den Jahren 2021-2022 wurden Lieferverträge mit an Rohstoffkosten gekoppelten Preisen sowie eine stärkere Diversifizierung der Lieferketten immer häufiger.
Ausblick auf 2026 und darüber hinaus
Trotz des aktuellen Preisverfalls erwarten Experten, dass die hohen Kosten für Kobalt, Lithium und Nickel weiterhin Druck auf die Margen der Hersteller ausüben werden. Während die meisten Hersteller kurzfristig die Auswirkungen absorbieren können, könnten anhaltend hohe Metallpreise zu kurzfristigen Preisanstiegen führen.
Für das Jahr 2026 wird jedoch ein weiterer Rückgang der Batteriepackpreise um 3 % über alle Segmente hinweg prognostiziert, was zu einem Durchschnitt von knapp unter 105 US-Dollar/kWh führen würde. Die verstärkte Einführung von kostengünstigeren LFP-Batterien wird voraussichtlich die treibende Kraft hinter dieser Preisdynamik sein.
Wichtige Zahlen zum Markt
- China: 557 GWh jährliche Produktionskapazität für stationäre Speicherzellen.
- Globale Nachfrage: ca. 247 GWh für Energiespeicher in diesem Jahr (ohne Pumpspeicher).
- Preisunterschiede: China 101 US-Dollar/kWh, USA 236 US-Dollar/kWh, Europa 275 US-Dollar/kWh für schlüsselfertige BESS-Systeme im Jahr 2024.
Die Entwicklung der Batteriepreise ist entscheidend für die globale Energiewende. Günstigere Batterien machen Elektrofahrzeuge und stationäre Speichersysteme zugänglicher und wettbewerbsfähiger. Dies fördert die Dekarbonisierung des Verkehrs- und Energiesektors.





