Axpo hat einen langfristigen Vertrag mit Zelestra über die Nutzung eines 207 Megawatt (MW) und 830 Megawattstunden (MWh) großen Batteriespeichersystems (BESS) in Norditalien abgeschlossen. Diese Vereinbarung, ein sogenannter Toll-Vertrag, erstreckt sich über zehn Jahre und ist ein wichtiger Schritt für die Integration erneuerbarer Energien in das italienische Stromnetz.
Das Projekt in der Region Friaul-Julisch Venetien wird voraussichtlich im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen und soll 2028 kommerziell in Betrieb genommen werden. Für Zelestra ist dies bereits der zweite große Batteriespeicher-Deal im Juli, was die wachsende Bedeutung solcher Anlagen in der Energieregion unterstreicht.
Wichtige Punkte
- Axpo mietet 207 MW/830 MWh Batteriespeicher von Zelestra für 10 Jahre.
- Das Projekt in Friaul-Julisch Venetien startet 2025 und geht 2028 in Betrieb.
- Axpo optimiert den Einsatz des Speichers im Strommarkt.
- Zelestra sichert feste Einnahmen zur Projektfinanzierung.
- Batteriespeicher sind entscheidend für die Stabilität des italienischen Netzes.
Strategische Partnerschaft für die Energiewende
Die Vereinbarung zwischen Axpo und Zelestra ist ein Beispiel für die zunehmende Zusammenarbeit zwischen Energieversorgern und unabhängigen Stromerzeugern (IPPs) im Bereich der Energiespeicherung. Axpo wird die Kapazität des Speichers nutzen, um Strom im Markt zu handeln und dessen Einsatz zu optimieren.
Im Gegenzug erhält Zelestra feste Einnahmen. Diese festen Einnahmen sind entscheidend, um die Finanzierung für solche Großprojekte zu sichern. Das Modell des Toll-Vertrags bietet beiden Parteien Vorteile: Axpo erhält Zugang zu flexibler Speicherkapazität, während Zelestra eine kalkulierbare Rendite für seine Investition erzielt.
Eliano Russo, CEO von Zelestra Italien, betonte: "Unser erstes BESS-Projekt in Friaul-Julisch Venetien kombiniert eine strategische Lage, einen fortgeschrittenen Entwicklungsstand und eine robuste kommerzielle Struktur."
Diese Art von Partnerschaft ist wichtig, da Italien seine erneuerbaren Energiequellen massiv ausbaut. Die Integration von Solar- und Windenergie erfordert flexible Speichermöglichkeiten, um die Netzstabilität zu gewährleisten und die Schwankungen der Stromerzeugung auszugleichen.
Fakten zum Projekt
- Kapazität: 207 MW / 830 MWh
- Standort: Friaul-Julisch Venetien, Norditalien
- Baubeginn: 2025
- Kommerzieller Betrieb: 2028
- Vertragslaufzeit: 10 Jahre
Bedeutung für das italienische Stromnetz
Italien erlebt einen starken Zuwachs bei der Installation von Solar- und Windkraftanlagen. Besonders im sonnenreichen Süden des Landes wächst die Solarenergie schnell. Um diese Mengen an erneuerbarem Strom effizient zu nutzen und das Netz stabil zu halten, sind Batteriespeicher unverzichtbar.
Ein wichtiges Instrument dafür ist das MACSE-Programm (Mercato per l'Adeguamento della Capacità di Stoccaggio Energetico), ein Kapazitätsmarkt nur für Energiespeicher, der im September letzten Jahres rund 10 GWh Speicher beschafft hat. Dieses Programm konzentriert sich hauptsächlich auf den Süden Italiens.
Im Norden des Landes gibt es ebenfalls Mechanismen zur Absicherung langfristiger Einnahmen, wie den Kapazitätsmarkt (CM). Zelestra entschied sich jedoch bewusst gegen eine Teilnahme an der MACSE-Auktion und bevorzugte stattdessen private Marktvereinbarungen wie den Toll-Vertrag mit Axpo. Dies zeigt die Flexibilität und die unterschiedlichen Strategien der Akteure im Speichermarkt.
Simone Rodolfi, Leiter Origination und strukturierte Produkte bei Axpo Italia, erklärte: "Flexible Stromerzeugung ist ein Eckpfeiler der italienischen Energiewende. Mit dem Wachstum der Kapazitäten für erneuerbare Energien sind Lösungen wie Batteriespeichersysteme unerlässlich, um die Netzstabilität zu gewährleisten und den Wert der sauberen Stromerzeugung zu maximieren."
Zelestras wachsende Präsenz in Italien
Das Geschäft mit Axpo ist nicht Zelestras einziger Erfolg in jüngster Zeit. Mitte Juli sicherte sich das Unternehmen bereits einen weiteren langfristigen Abnahmevertrag mit dem Energieunternehmen EnBW. Dieser Vertrag betrifft 300 MW eines 500 MW/2.000 MWh großen Projekts in der Region Emilia-Romagna, ebenfalls in Norditalien. Diese Serie von Vertragsabschlüssen festigt Zelestras Position als wichtiger Akteur auf dem italienischen Speichermarkt.
Hintergrund: Batteriespeicher in Italien
Italien ist bestrebt, seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Batteriespeicher spielen dabei eine Schlüsselrolle, da sie:
- Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne ausgleichen.
- Die Netzstabilität verbessern.
- Überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf wieder abgeben können.
- Engpässe im Netz mindern.
Die Regierung fördert den Ausbau durch verschiedene Mechanismen, darunter Kapazitätsmärkte und spezielle Auktionen für Speicherprojekte.
Ausblick für den europäischen Speichermarkt
Axpo ist nicht nur als Abnehmer von Speicherkapazitäten aktiv, sondern entwickelt auch eigene Projekte in ganz Europa. Ein Beispiel ist ein 8 MW/40 MWh System, das Axpo in Rizziconi, Kalabrien, im Süden Italiens, baut. Das Unternehmen ist jedoch vor allem als wichtiger Akteur bei der Bereitstellung von Toll-Verträgen für Batteriespeicher bekannt.
Zelestra wiederum ist ein international tätiges Unternehmen, das in den Bereichen erneuerbare Energien und Speicherung in Europa und Südamerika aktiv ist. Die jüngsten Investitionen in Italien spiegeln einen breiteren Trend wider, bei dem immer mehr Investoren in große Batteriespeicherprojekte einsteigen.
Erst letzte Woche haben weitere Akteure, wie der IPP Sonnedix und das Family Office Strioga Family Foundation, große Batteriespeicherprojekte in Italien erworben. Auch Ellomay Capital hat kürzlich eine Vereinbarung zum Erwerb eines "ready-to-build" (RTB) BESS-Projekts mit 51,75 MW/207 MWh in Norditalien unterzeichnet. Diese Aktivitäten zeigen das hohe Interesse und das Vertrauen in den italienischen Speichermarkt als zentralen Baustein der Energiezukunft.
Die zunehmende Anzahl an großen Batteriespeicherprojekten ist ein klares Zeichen dafür, dass der europäische Energiesektor die Notwendigkeit flexibler Lösungen zur Integration erneuerbarer Energien erkannt hat. Diese Projekte tragen maßgeblich dazu bei, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Energiewende voranzutreiben.





