Origin Energy erweitert die Kapazität seines Batteriespeichers am Standort des Kohlekraftwerks Eraring in New South Wales, Australien, auf beeindruckende 3.160 MWh. Dies markiert einen wichtigen Schritt in Australiens Energiewende und festigt die Position des Projekts als größtes Batteriespeichersystem des Landes.
Wichtige Fakten
- Eraring-Batteriesystem erreicht 3.160 MWh Kapazität.
- Wärtsilä liefert die vierte Ausbaustufe.
- Projekt ist entscheidend für Australiens Energiewende.
- Kohlekraftwerk Eraring bleibt bis August 2027 in Betrieb.
Massiver Ausbau für Energiesicherheit
Das Projekt von Origin Energy am Standort Eraring ist nicht nur das größte Batterieprojekt Australiens, sondern auch ein zentraler Baustein für die zukünftige Energiesicherheit des Landes. Die Erweiterung auf 3.160 MWh Speicherkapazität übertrifft alle bisherigen Projekte in Megawattstunden.
Der finnische Technologiekonzern Wärtsilä wurde nun auch für die vierte Ausbaustufe beauftragt. Das Unternehmen liefert seine Quantum-Serie für Batteriespeicherlösungen und steuert die Energieflüsse und -verteilung mit dem GEMS Digital Energy Platform Energiemanagementsystem (EMS).
Faktencheck
- Kapazität: 3.160 MWh (Megawattstunden)
- Leistung: Mehr als 700 MW (Megawatt)
- Dauer: 4 Stunden bei voller Leistung
- Baubeginn Stufe 4: Diesen Monat
- Fertigstellung Stufe 4: Anfang 2027
Eraring: Vom Kohlekraftwerk zum Energie-Hub
Das Kohlekraftwerk Eraring, mit einer Leistung von 2.880 MW das größte seiner Art in Australien, sollte ursprünglich bereits in diesem Jahr stillgelegt werden. Die Regierung von New South Wales gewährte Origin Energy jedoch eine befristete Verlängerung bis August 2027. Diese Entscheidung fiel unter bestimmten Bedingungen, um eine mögliche Kapazitätslücke im National Electricity Market (NEM) zu vermeiden.
Origin Energy hatte die ursprüngliche Stilllegung von 2032 auf 2025 vorgezogen. CEO Frank Calabria erklärte 2022, dass „sauberere und kostengünstigere Stromerzeugung, einschließlich Solar, Wind und Batterien,“ Kohlekraftwerke im NEM unrentabel mache.
„Die Umstellung auf sauberere und kostengünstigere Energiequellen ist unerlässlich für unsere Zukunft“, so ein Sprecher von Origin Energy.
Die Phasen des Ausbaus
Die erste Phase des Batterieprojekts begann 2023 mit dem Bau eines 460 MW / 920 MWh Systems. Nach einem zweijährigen Ausschreibungsprozess wurde Wärtsilä bereits für die ersten beiden Phasen beauftragt. Ursprünglich plante Origin eine weitere Expansion um 240 MW.
Im Juli letzten Jahres erhielt das Unternehmen die Genehmigung für den Bau der zweiten Stufe, einem 240 MW / 1.030 MWh System. Dieses wird mit netzbildenden fortschrittlichen Wechselrichtern ausgestattet, die zur Stabilität des Netzes beitragen sollen. Damit erreichte die geplante Gesamtkapazität über 2 GWh.
Hintergrund: Netzstabilität
Netzbildende Wechselrichter sind entscheidend für die Integration großer Mengen erneuerbarer Energien. Sie können die Frequenz und Spannung im Stromnetz aktiv steuern, was traditionell von Großkraftwerken geleistet wurde. Dies ist besonders wichtig, wenn Kohlekraftwerke vom Netz gehen.
Wärtsilä als Schlüsselpartner
Zwei Monate nach Baubeginn der zweiten Stufe beauftragte Origin Energy Wärtsilä mit einer dritten 700 MWh Stufe. Diese verdoppelte die Speicherdauer der Anlage von zwei auf vier Stunden. Mit der nun angekündigten vierten Stufe festigt Wärtsilä seine Rolle als Hauptlieferant für dieses wegweisende Projekt.
Wärtsilä gab gestern bekannt, dass es nun ein Portfolio von Batteriespeicherprojekten in Australien mit einer Gesamtkapazität von 5,8 GWh hat. Diese Projekte sind entweder bereits realisiert, im Bau oder vertraglich vereinbart.
Weitere Projekte im Land
Obwohl das Eraring-Projekt das größte nach Megawattstunden ist, gibt es in New South Wales auch die Waratah Super Battery. Diese ist mit 850 MW / 1.680 MWh in Bezug auf die Netzausgabe größer. Die Waratah Super Battery nähert sich der vollständigen Inbetriebnahme, obwohl ein kürzlicher Transformatorausfall während der Tests das Projekt verzögert hat.
Mehrere andere Gigawattstunden-Batteriespeicherprojekte befinden sich in verschiedenen Entwicklungsstadien in ganz Australien. Ein Beispiel ist das vorgeschlagene Gladstone State Development Area (GDSA) Energy Hub Project von Quinbrook Infrastructure Partners in Queensland. Es soll ein 780 MW / 6.240 MWh Batteriespeichersystem (8 Stunden Dauer) in Kombination mit Gasturbinen umfassen.
- Eraring BESS: 3.160 MWh, 4 Stunden Dauer
- Waratah Super Battery: 1.680 MWh, 850 MW Leistung
- Mortlake BESS: 650 MWh, 300 MW Leistung (mit Netzbildenden Wechselrichtern)
- Gladstone Energy Hub (geplant): 6.240 MWh, 8 Stunden Dauer
Blick in die Zukunft der australischen Energie
Die Entwicklung in Eraring und die Vielzahl weiterer Projekte zeigen Australiens Engagement für eine kohlenstoffarme Energiezukunft. Die Kombination aus verlängertem Betrieb von Kohlekraftwerken und dem massiven Ausbau von Batteriespeichern ist ein pragmatischer Ansatz, um die Versorgungssicherheit während des Übergangs zu gewährleisten.
Die Investitionen in fortschrittliche Batteriesysteme, insbesondere mit netzbildenden Fähigkeiten, sind entscheidend, um die Integration variabler erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft zu ermöglichen und die Stabilität des Stromnetzes zu sichern.





