Die APA Group, ein führendes australisches Energieinfrastrukturunternehmen, hat eine endgültige Investitionsentscheidung für den Bau eines 72-MW-Solarparks und eines 52-MW/104-MWh-Batteriespeichersystems (BESS) in Mount Isa, Queensland, getroffen. Das Projekt, bekannt als Sybella Creek Solar Farm, wird mit einer Investition von 259 Millionen AUD (etwa 168 Millionen US-Dollar) realisiert.
Diese Initiative stärkt die Energieversorgung der Bergbauregion und diversifiziert gleichzeitig die Energieerzeugung von APA. Sie unterstreicht den Trend zu dezentralen Energielösungen in abgelegenen Gebieten Australiens.
Wichtige Eckpunkte
- APA investiert 259 Millionen AUD in Solarpark und Batteriespeicher.
- Projekt Sybella Creek sichert Energieversorgung für Ernest Henry Mining.
- Gas-Kraftwerk Diamantina ergänzt Solar- und Batteriesystem.
- Baubeginn Ende 2026, Fertigstellung Mitte 2028 geplant.
- Stärkt APA's Wachstumsstrategie im Bereich erneuerbare Energien.
Ein wichtiger Schritt für die Energieversorgung in Mount Isa
Das Sybella Creek Projekt ist durch einen langfristigen Energieversorgungsvertrag mit Ernest Henry Mining, einer Tochtergesellschaft von Evolution Mining, abgesichert. Dieser Vertrag läuft bis Mitte 2046 und bildet die Grundlage für die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens. Das bestehende Gaskraftwerk Diamantina von APA wird dabei eine wichtige Rolle spielen, indem es die Solarenergie und den Batteriespeicher absichert und so eine stabile und zuverlässige Stromversorgung gewährleistet.
Faktencheck
- Investitionsvolumen: 259 Millionen AUD (ca. 168 Millionen US-Dollar)
- Solarpark-Kapazität: 72 MW
- Batteriespeicher-Kapazität: 52 MW / 104 MWh
- Vertragslaufzeit: Bis Mitte 2046 mit Ernest Henry Mining
Die Kombination aus erneuerbaren Energien und Gasinfrastruktur ermöglicht es APA, die Effizienz des Diamantina-Kraftwerks zu steigern und gleichzeitig die Kundenbasis in Mount Isa zu erweitern. Dies ist besonders wichtig in einer Region, die historisch stark von isolierten Diesel- und Gaskraftwerken abhängig war.
APA's Strategie und Finanzergebnisse
Die Investitionsentscheidung für Sybella Creek wurde im Rahmen der Finanzergebnisse von APA für das Geschäftsjahr 2026 bekannt gegeben. Das Unternehmen verzeichnete ein beeindruckendes Wachstum: Das zugrunde liegende EBITDA stieg um 8,3 % auf 2.183 Millionen AUD und übertraf damit die eigene Prognose. Der freie Cashflow erhöhte sich um 3,2 % auf 1.118 Millionen AUD.
„Sybella Creek wird voraussichtlich wert- und freier Cashflow-steigernd sein und ist Teil unserer Wachstumsstrategie für abgelegene Netze“, sagte Adam Watson, Chief Executive von APA.
APA hat im Geschäftsjahr 2026 Kostensenkungsinitiativen in Höhe von 80 Millionen AUD umgesetzt, während das Ziel bei 50 Millionen AUD lag. Zudem erhöhte das Unternehmen seine Ausschüttungen an die Anteilseigner zum 22. Mal in Folge auf 58,0 Cent pro Wertpapier.
Hintergrund: Die Nordwestliche Mineralprovinz
Die Nordwestliche Mineralprovinz in Queensland ist eine mineralreiche Region, die lange Zeit isoliert vom National Electricity Market (NEM) war. Die Energieversorgung erfolgte hauptsächlich durch Diesel- und Gaskraftwerke. Das Projekt CopperString, eine geplante 1.100 km lange Übertragungsleitung von Townsville nach Mount Isa, sollte diese Verbindung herstellen. Nach massiven Kostensteigerungen wurde das Projekt jedoch neu bewertet und in zwei Phasen aufgeteilt.
Da die vollständige NEM-Anbindung noch aussteht, fördert die Regierung von Queensland lokale Energielösungen über den 200 Millionen AUD schweren North West Energy Fund.
Wachstum und Diversifizierung
Das Sybella Creek Projekt erweitert die organische Wachstumspipeline von APA, die im Laufe des Jahres von 3,0 Milliarden AUD auf rund 3,5 Milliarden AUD angewachsen ist. Diese Pipeline wird weiterhin aus der bestehenden Bilanz von APA finanziert. Im Geschäftsjahr 2026 investierte APA bereits 546 Millionen AUD in Wachstumsprojekte, darunter das Brigalow Peaking Power Plant, eine Erweiterung des East Coast Gas Grid und die Sturt Plateau Pipeline, das erste Projekt von APA im Beetaloo Basin.
Die Investition in Sybella Creek ist ein klares Zeichen für das Engagement von APA, die Energieversorgung in abgelegenen Bergbauregionen zu modernisieren und auf erneuerbare Energien umzustellen. Es ist ein Beispiel dafür, wie neue erneuerbare Energieerzeugung und -speicherung mit bestehender Gasinfrastruktur kombiniert werden können, um große Industriekunden unter langfristigen Lieferverträgen zu bedienen.
Die Rolle von Batteriespeichern in Queensland
Sybella Creek reiht sich ein in eine Reihe von Energieinvestitionen in der Nordwestlichen Mineralprovinz. Die Region ist auf der Suche nach kostengünstigerer und zuverlässigerer Energie für ihren Bergbausektor, noch bevor eine vollständige NEM-Anbindung realisiert wird. Batteriespeicher spielen dabei eine zentrale Rolle, um die Schwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen und die Netzsicherheit zu gewährleisten.
- Regionale Relevanz: Sybella Creek ist Teil einer breiteren Initiative, die Energiekosten in der Bergbauregion zu senken.
- Technologie-Mix: Das Projekt nutzt die Vorteile von Solarstrom in Kombination mit der Flexibilität von Batteriespeichern und der Zuverlässigkeit von Gaskraftwerken.
- Zukunftssicherung: Langfristige Verträge sichern die Wirtschaftlichkeit und Stabilität der Energieversorgung.
Auch im netzgebundenen Teil von Queensland wächst die Batteriespeicherkapazität. Das Supernode BESS von Quinbrook Infrastructure Partners in der Nähe von Brisbane wurde im Juli 2026 zum größten Batteriespeichersystem im NEM und erreichte in seinen ersten beiden Phasen eine kombinierte Kapazität von 520 MW/1.858 MWh. Dies zeigt den wachsenden Stellenwert von Batteriespeichern im australischen Energiemix.
Die Entwicklung in Mount Isa und die Investition von APA verdeutlichen den Übergang zu einer diversifizierten und resilienteren Energieinfrastruktur in Australien, die sowohl die Anforderungen der Industrie als auch die Ziele der Energiewende berücksichtigt.





