Die US-amerikanische Energiespeicherbranche steht vor erheblichen Veränderungen. Neue Vorschriften, die ausländische Unternehmen mit Sicherheitsbedenken (FEOC) betreffen, und erhöhte Zölle auf chinesische Batteriespeichersysteme (BESS) sind seit dem 1. Januar in Kraft. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die heimische Produktion zu stärken, führen aber kurzfristig zu Unsicherheit und potenziellen Kostensteigerungen für Verbraucher.
Wichtige Erkenntnisse
- Neue FEOC-Beschränkungen und erhöhte Zölle auf chinesische BESS sind seit dem 1. Januar aktiv.
- Die Zölle auf chinesische Lithium-Ionen-Batterien stiegen 2024 auf 25 % und sollen 2026 auf 55 % steigen.
- Unternehmen wie GridStor setzen auf flexible Beschaffungsstrategien und diversifizierte Lieferketten.
- Es wird erwartet, dass die Preise für Stromabnahme steigen und die Beschaffungsentscheidungen verlangsamt werden.
- US-produzierte BESS werden voraussichtlich erst ab 2028 einen Großteil der Nachfrage decken können.
Regierungsmaßnahmen und ihre Auswirkungen
Die „One Big, Beautiful Bill Act“ (H.R. 1) behält zwar Investitions- und Produktionssteuergutschriften für Batteriespeicher bis 2033 bei, schließt aber Projekte aus, die erhebliche Unterstützung von eingeschränkten ausländischen Einheiten erhalten. Die Schwellenwerte beginnen dieses Jahr bei 55 % und erreichen nach 2029 75 %. Gleichzeitig hat die Biden-Regierung 2024 eine Erhöhung der Zölle auf chinesische Lithium-Ionen-Batterien auf 25 % angekündigt. Ab dem 1. Januar 2026 sollen diese Zölle von etwa 37,5 % auf 55 % steigen.
Faktencheck: Zölle auf chinesische Batterien
- 2024: Zölle auf chinesische Lithium-Ionen-Batterien steigen auf 25 %.
- Ab 1. Januar 2026: Zölle erhöhen sich voraussichtlich auf 55 %.
Herausforderungen für die Beschaffung von BESS
Daniel Dedrick, CTO von GridStor, einem US-amerikanischen BESS-Entwickler und -Betreiber, spricht über die Anpassungen in der Beschaffung. Das Unternehmen verfolgt einen flexiblen und vorausschauenden Ansatz, anstatt sich auf große Mehrjahresbestellungen bei einem einzigen Lieferanten zu verlassen. Dies ermöglichte es GridStor, Lieferanten vorab zu qualifizieren und Lieferoptionen in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 neu zu bewerten, um auf die neuen Beschränkungen vorbereitet zu sein.
"Wir haben einen flexiblen und vorausschauenden Beschaffungsansatz beibehalten, anstatt große Mehrjahresbestellungen bei einem einzigen Lieferanten zu tätigen, wie es einige unserer Konkurrenten tun." – Daniel Dedrick, CTO von GridStor.
Die neuen Section-301-Zollsätze waren seit 2024 geplant, was Unternehmen ausreichend Zeit gab, ihre Beschaffungs- und Angebotsstrategien anzupassen. Trotzdem bleiben chinesisch hergestellte BESS vorerst die kostengünstigste Option, auch wenn dies von der Entwicklung der Steuern und Zölle abhängt. GridStor bewertet Lieferanten nach verschiedenen Kriterien, wobei die Kosten ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor sind. Das Unternehmen hat eine vielfältige Auswahl an kostengünstigen BESS-Lieferoptionen etabliert, um die Robustheit der Lieferkette zu gewährleisten und Unsicherheiten im Handelsrecht zu begegnen.
Strategien zur Risikominimierung
Vor Inkrafttreten der Beschränkungen und erhöhten Zölle hat GridStor proaktiv Maßnahmen ergriffen. Eine Reihe von Projekten begann bereits 2024 mit dem Bau und unterliegt daher nicht den neuen Beschränkungen für Projekte, die heute beginnen und Steuergutschriften nach Sec 48E beantragen. Das Unternehmen arbeitete zudem mit seinen Lieferanten zusammen, um Zollrisiken durch vertragliche Vereinbarungen und strategische Beschaffungsentscheidungen zu minimieren. Dadurch konnte die Zuweisung von Batterien und anderen wichtigen Geräten zu geplanten Projekten sichergestellt werden, um die Wirtschaftlichkeit für die Kunden nicht zu beeinträchtigen.
Hintergrund: GridStor
GridStor wurde 2022 gegründet und wird von Goldman Sachs über Horizon Energy Storage unterstützt. Das Unternehmen konzentriert sich darauf, die Intermittenzprobleme der Stromversorgung zu lösen, die das Wachstum erneuerbarer Energien behindern könnten. Das erste Projekt von GridStor war ein 60MW/160MWh BESS in Goleta, Kalifornien, das größte Batteriespeicherprojekt in Santa Barbara County.
Auswirkungen auf die Branche und Endverbraucher
Die Branche erwartet, dass die meisten Projekte, die dieses Jahr in Betrieb gehen sollen, ihre Großausrüstung bereits beschafft haben. Die Hauptauswirkung auf die BESS-Industrie in diesem Jahr wird eine Verlangsamung bei der zukünftigen Beschaffung und den Investitionsentscheidungen sein. Dies wird anhalten, bis die Leitlinien des Finanzministeriums die Unsicherheit verringern und die Compliance-Anforderungen klarer gestalten. Darüber hinaus wird erwartet, dass die Preise für vertraglich vereinbarte Abnahmen steigen, um neue Kosten auszugleichen. Dies liegt an der Knappheit alternativer Lieferoptionen in einer Zeit, in der viele Regionen Kapazitätsengpässe und ein beispielloses Lastwachstum verzeichnen.
Letztendlich werden diese Steuer- und Zolländerungen zu höheren Kosten für die Endverbraucher von Strom führen. Die Unsicherheit und Verzögerungen bei den Leitlinien beginnen, Investitionsentscheidungen zu gefährden, da Projekte wichtige Meilensteine erreichen.
GridStors Zukunftsprojekte
Die nächsten beiden Projekte von GridStor, das White Tank Reliability Project in Arizona und das Gunnar Reliability Project in Texas, haben alle wichtigen Geräte bereits an Land und befinden sich im Bau. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für die erste Hälfte des Jahres 2027 geplant. Das Unternehmen verfügt außerdem über eine nachfolgende Pipeline von Projekten mit bereits zugewiesener Ausrüstung, die voraussichtlich wie geplant fortgesetzt werden. Dies sichert die Beschäftigung, während GridStor auf die notwendigen Klärungen und Leitlinien auf Bundesebene wartet.
Wachstum der heimischen Produktion
Die heimische Produktion von BESS nimmt zu und ist für neue Projekte verfügbar, wenn auch deutlich unter der US-Industrienachfrage. GridStor erwartet, dass frühestens 2028 ausreichend US-produzierte BESS verfügbar sein werden, um einen erheblichen Teil der Nachfrage von US-Entwicklern zu decken.
- Kurzfristig: Unsicherheit und höhere Kosten.
- Mittelfristig: Verlangsamung von Beschaffung und Investitionen.
- Langfristig: Stärkung der heimischen Produktion, aber erst ab 2028 in größerem Umfang.
Die Branche blickt gespannt auf zukünftige Entwicklungen und die Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen, die den Energiespeichermarkt nachhaltig prägen werden.





