Sumitomo Electric Industries wird ein Vanadium-Redox-Flow-Batteriespeichersystem (VRFB) nach Hokkaido, Nordjapan, liefern. Dieses System soll die Netzintegration von Windenergieanlagen ermöglichen. Das Projekt hat eine Leistung von 11 MW und eine Kapazität von 33 MWh, was einer Speicherdauer von drei Stunden entspricht. Es wurde im Rahmen einer Ausschreibung des Stromnetzbetreibers Hokkaido Electric Power Network (HEPCO) ausgewählt.
Die Installation erfolgt in einem HEPCO-Umspannwerk. Ziel ist es, die Aufnahmekapazität des Netzes für lokale Windkraftressourcen zu erweitern. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Region, um ihre Ziele im Bereich erneuerbare Energien zu erreichen.
Wichtige Punkte
- Sumitomo Electric liefert 11MW/33MWh VRFB-System.
- Das System unterstützt die Integration von Windenergie in Hokkaido.
- Es wird in einem HEPCO-Umspannwerk installiert und bis Mai 2029 fertiggestellt.
- VRFB-Technologie gilt als sicherer und langlebiger als Lithium-Ionen-Batterien.
- Das Projekt trägt zum Ziel der 'Zero Carbon City' von Abira City bei.
Netzstabilisierung durch innovative Speichertechnologie
Das VRFB-System von Sumitomo Electric soll die Stabilität des Stromnetzes auf Hokkaido verbessern. Die Insel, bekannt für ihre relativ geringe Bevölkerungsdichte, ist ein wichtiger Standort für die Entwicklung erneuerbarer Energien in Japan. Nach dem Erdbeben von 2011 verstärkte das Land seine Bemühungen um saubere Energie. Doch die begrenzte Netzanbindung an Honshu, Japans Hauptinsel, und die schwankende Natur erneuerbarer Energien führten bisher oft zu einer Drosselung der Einspeisung.
HEPCO, der Elektrizitätssystembetreiber für Hokkaido, hat ein Programm ins Leben gerufen, das Windkraftentwicklern ermöglicht, sich an den Kosten netzgebundener Batteriespeichersysteme (BESS) zu beteiligen. Im Rahmen der ersten Phase dieses Programms hat HEPCO bereits 97 MW Windenergiekapazität für den Anschluss an sein Netz genehmigt.
Faktencheck: Vanadium-Redox-Flow-Batterien
- Sicherheit: Gilt als sicherer als Lithium-Ionen-Batterien, da Elektrolyte in flüssiger Form getrennt von den Leistungsstacks gelagert werden.
- Langlebigkeit: Sehr hohe Zyklenfestigkeit und geringer Kapazitätsverlust über Tausende von Lade-Entlade-Zyklen.
- Skalierbarkeit: Die Speicherkapazität (MWh) kann durch Vergrößerung der Elektrolyttanks flexibel erhöht werden.
- Umweltfreundlichkeit: Vanadium ist ein recycelbares Material.
Sumitomo Electrics dritte Großanlage auf Hokkaido
Dies ist nicht das erste große VRFB-Projekt von Sumitomo Electric auf Hokkaido. Bereits 2015 installierte das Unternehmen ein damals weltweit größtes Vanadium-Flow-Batteriesystem mit 15 MW/60 MWh für HEPCO. Obwohl dieses System inzwischen von größeren Projekten in China übertroffen wurde, zählt es immer noch zu den größten weltweit und ist Sumitomo Electrics größte Einzelinstallation in einem Portfolio von über 200 MWh.
Sieben Jahre später, im April 2022, stellten Ingenieure von Sumitomo Electric eine weitere VRFB-Anlage auf Hokkaido fertig. Diese hatte eine Leistung von 17 MW/51 MWh. Die aktuelle Lieferung ist somit die dritte große Anlage der Firma in der Region und unterstreicht die langjährige Expertise und das Vertrauen in diese Technologie.
„Die Auswahl unserer VRFB erfolgte aufgrund ihrer langen Lebensdauer, des hohen Sicherheitsniveaus, der Umweltfreundlichkeit und unserer nachgewiesenen Erfolgsbilanz, einschließlich unserer früheren Projekte in Hokkaido“, so ein Sprecher von Sumitomo Electric.
Beitrag zur 'Zero Carbon City' und langfristige Wartung
Das neue Projekt wird auch die Ziele der 'Zero Carbon City' von Abira City unterstützen. Das Minami-Hayakita-Umspannwerk von HEPCO, wo die Anlage installiert wird, befindet sich in dieser Stadt. Die Fertigstellung des Projekts ist für Ende Mai 2029 geplant.
Sumitomo Electric wird nach der Inbetriebnahme für den Betrieb und die Wartung (O&M) der Anlage verantwortlich sein. Dies geschieht im Rahmen eines 20-jährigen Langzeit-Servicevertrags (LTSA). Das Unternehmen wird sich auch um die Stilllegung der Flow-Batterie am Ende ihres Lebenszyklus kümmern. Diese umfassende Betreuung gewährleistet eine nachhaltige und effiziente Nutzung über Jahrzehnte hinweg.
Hintergrund: Japans Energiewende
Nach dem schweren Erdbeben und Tsunami von 2011, der zur Fukushima-Katastrophe führte, hat Japan seine Energiepolitik grundlegend überarbeitet. Das Land strebt eine stärkere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und eine massive Förderung erneuerbarer Energien an. Energiespeichersysteme spielen dabei eine entscheidende Rolle, um die Volatilität von Wind- und Solarenergie auszugleichen und die Netze stabil zu halten.
Bereits 2016 war HEPCO der erste Systembetreiber in Japan, der den Einsatz von Energiespeichertechnologien vorschrieb, insbesondere für Solaranlagen über 2 MW.
Die Vorteile der Flow-Batterie-Technologie
Im Gegensatz zu Lithium-Ionen-Batterien, bei denen die Energie in den Metallelektroden gespeichert wird, lagern Flow-Batterien ihre Elektrolyte in flüssiger Form in großen, separaten Tanks. Dies hat mehrere Vorteile:
- Erhöhte Sicherheit: Die Trennung der Elektrolyte von den Leistungsstacks minimiert das Risiko von Überhitzung oder Brand.
- Lange Lebensdauer: Flow-Batterien sind für viele Tausend Zyklen ausgelegt und zeigen über die Zeit nur eine sehr geringe Kapazitätsminderung.
- Flexible Skalierbarkeit: Die Speicherkapazität kann durch einfaches Vergrößern der Tanks erhöht werden, ohne die Leistung der Batterie zu beeinflussen.
Sumitomo Electric hat seine Position im japanischen Energiespeichermarkt weiter ausgebaut. Im Frühjahr 2025 war das Unternehmen das erste in Japan, das eine VRFB einsetzte, die für Energiehandelsmöglichkeiten genutzt werden kann. Wenige Monate zuvor wurde das erste VRFB-Projekt für ein staatliches Investitionsförderprogramm für Batteriespeicher genehmigt. Auch in den USA hat Sumitomo Electric bereits 2017 mit einem 2 MW/8 MWh System in Kalifornien die bisher größte öffentlich angekündigte Vanadium-Flow-Batterieanlage installiert.





