Ingrid Capacity, ein Unternehmen für Batteriespeicherlösungen, hat Baugenehmigungen für zwei neue Großprojekte in der schwedischen Stromregion SE4 erhalten. Diese Projekte, Vaggeryd und Horsaryd, sollen die Speicherkapazität des Landes erheblich erweitern und könnten bereits in diesem Jahr mit dem Bau beginnen.
Wichtige Punkte
- Zwei neue Batteriespeicherprojekte in Schweden genehmigt.
- Vaggeryd (100 MW/400 MWh) und Horsaryd (100 MW/200 MWh) sind geplant.
- Die Projekte sollen Schwedens Speicherkapazität auf 1,2 GWh verdoppeln.
- Vaggeryd wird der erste große 4-Stunden-Batteriespeicher des Landes.
- Baubeginn noch in diesem Jahr möglich, Inbetriebnahme bis 2028 erwartet.
Neue Speicherkapazitäten für Schwedens Energienetz
Die beiden neuen Batteriespeicheranlagen von Ingrid Capacity stellen einen bedeutenden Schritt für die schwedische Energieinfrastruktur dar. Das Vaggeryd-Projekt ist mit einer Leistung von 100 Megawatt (MW) und einer Speicherkapazität von 400 Megawattstunden (MWh) geplant. Das Horsaryd-Projekt wird ebenfalls 100 MW Leistung haben, jedoch mit einer Speicherkapazität von 200 MWh.
Diese Projekte werden die gesamte Speicherkapazität von Ingrid Capacity in Schweden von 650 MWh auf beeindruckende 1,2 Gigawattstunden (GWh) erhöhen, sobald sie im Jahr 2028 in Betrieb gehen. Dies ist eine nahezu Verdopplung der bisherigen Kapazität.
Faktencheck
- Vaggeryd: 100 MW Leistung, 400 MWh Speicherkapazität.
- Horsaryd: 100 MW Leistung, 200 MWh Speicherkapazität.
- Gesamtanstieg: Von 650 MWh auf 1,2 GWh.
- Inbetriebnahme: Geplant für 2028.
Vaggeryd: Schwedens erster großer 4-Stunden-Speicher
Ein besonders interessantes Detail ist, dass das Vaggeryd-Projekt der erste große 4-Stunden-Batteriespeicher in Schweden sein wird. Diese längere Speicherdauer ist ein Zeichen für die Weiterentwicklung des schwedischen Marktes.
Axel Holmberg, CEO von Ingrid Capacity, bezeichnete diese Entwicklung als „aufregend“. Die Verlängerung der Speicherdauer von typischerweise zwei auf vier Stunden deutet darauf hin, dass der Markt sich von der reinen Bereitstellung von Netzdienstleistungen hin zum Energiehandel entwickelt.
„Die Entwicklung hin zu einem 4-Stunden-Batteriespeicher ist aufregend und spiegelt die sich verändernden Anforderungen des schwedischen Energiemarktes wider“, sagte Axel Holmberg, CEO von Ingrid Capacity.
Hintergrund: Batteriespeicher in Schweden
Schweden setzt verstärkt auf erneuerbare Energien. Batteriespeicher spielen eine entscheidende Rolle, um die Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Wind- und Solaranlagen auszugleichen. Sie helfen, die Netzstabilität zu gewährleisten und ermöglichen es, überschüssigen Strom zu speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen.
Technologie und Finanzierung der Projekte
Ingrid Capacity ist für die Entwicklung, den Bau und die Optimierung seiner Batteriespeicherprojekte selbst verantwortlich. Das Unternehmen arbeitet üblicherweise mit langfristigen Eigenkapitalinvestoren zusammen, um seine Portfolios zu finanzieren. Zu den Partnern in Schweden gehören BW ESS und der SEB Nordic Energy Fund.
Für die beiden neuen Projekte wurde bisher kein externer Investor bekannt gegeben. Es ist jedoch üblich, dass die geplante Kapazität von Projekten zwischen der ersten Planung und der Fertigstellung noch angepasst wird. So stieg die öffentlich angegebene Gesamtkapazität eines Portfolios mit SEB zwischen September 2024 und September 2025 von 194 MWh auf 240 MWh.
Expansion und Marktstrategie
Ingrid Capacity hat seine Aktivitäten nicht nur auf Schweden beschränkt. Nach den ersten Projekten in Schweden expandierte das Unternehmen nach Finnland, Deutschland und Frankreich.
- In Finnland wird in diesem Jahr ein 70 MW/140 MWh System zusammen mit SEB in Betrieb genommen.
- Jüngst wurden auch Partnerschaften mit Entwicklern in Deutschland und Frankreich angekündigt, was die europäische Wachstumsstrategie unterstreicht.
Die Branche der Lithium-Ionen-Batteriespeicher zeigt einen allgemeinen Trend zu längeren Speicherdauern. Erik Strømsø, CEO von BW ESS, sprach bereits im Februar auf dem Energy Storage Summit 2026 in London über diese Entwicklung.
Auch andere Akteure sind in Schweden aktiv. Der britische Energiekonzern Centrica plant ebenfalls eigene Projekte und optimiert Anlagen anderer Unternehmen in der Region.
Die Bedeutung von längeren Speicherdauern
Die Entscheidung für 4-Stunden-Batteriespeicher in Vaggeryd ist ein klares Signal für die Reifung des Energiespeichermarktes. Kürzere Speicher (1-2 Stunden) eignen sich gut für die Bereitstellung von Regelleistung und Frequenzhaltung, um kurzfristige Schwankungen im Netz auszugleichen.
Längere Speicher wie das 4-Stunden-System können hingegen Energie über mehrere Stunden speichern und diese dann gezielt in Zeiten hoher Nachfrage oder geringer erneuerbarer Erzeugung abgeben. Dies ist besonders wichtig für den Energiehandel und die Optimierung des Stromnetzes im Tagesverlauf.
Die Fähigkeit, Energie über längere Zeiträume zu speichern, ermöglicht eine flexiblere Nutzung von Strom aus erneuerbaren Quellen und trägt zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bei.
Vorteile längerer Speicherdauern
- Bessere Integration erneuerbarer Energien.
- Erhöhte Flexibilität im Stromnetz.
- Unterstützung des Energiehandels.
- Stabilisierung von Preisen.
- Reduzierung von Netzengpässen.
Ausblick auf die Zukunft der Energiespeicherung
Die Investitionen von Ingrid Capacity in Schweden sind ein Beispiel für den dynamischen Ausbau von Energiespeicherlösungen in Europa. Der Trend zu größeren und länger anhaltenden Batteriesystemen wird sich voraussichtlich fortsetzen, da die Integration erneuerbarer Energien voranschreitet und die Anforderungen an die Netzstabilität steigen.
Diese Projekte tragen maßgeblich dazu bei, Schwedens Ziele für eine nachhaltige Energieversorgung zu erreichen und die Energiewende voranzutreiben. Die gesamte Region profitiert von einer stabileren und flexibleren Stromversorgung.





