Das US-Startup Noon Energy hat eine Vereinbarung mit Meta bekannt gegeben. Das Unternehmen wird bis zu 1 Gigawatt (GW) und 100 Gigawattstunden (GWh) Langzeitenergiespeicher (LDES) für Rechenzentren bereitstellen. Dies markiert einen wichtigen Schritt in der Energieversorgung von Rechenzentren und unterstreicht den wachsenden Bedarf an zuverlässigen und nachhaltigen Speicherlösungen.
Wichtige Erkenntnisse
- Noon Energy liefert Meta bis zu 1 GW/100 GWh Langzeitenergiespeicher.
- Ein erstes 25 MW/2,5 GWh Projekt soll bis 2028 abgeschlossen sein.
- Die Technologie von Noon Energy basiert auf einer Flüssigbrennstoffzellenbatterie.
- Rechenzentren suchen zunehmend nach LDES-Lösungen für ihre Stromversorgung.
- Andere Unternehmen wie Google und Microsoft investieren ebenfalls in LDES.
Ein Meilenstein für die Energiespeicherung
Die Zusammenarbeit zwischen Noon Energy und Meta beginnt mit einem Pilotprojekt. Dieses Projekt umfasst eine Kapazität von 25 Megawatt (MW) und 2,5 GWh. Es soll bis zum Jahr 2028 fertiggestellt werden. Nach erfolgreichem Abschluss dieses ersten Schritts wird Noon Energy mit der Lieferung der größeren Systeme im Rahmen des 1 GW/100 GWh Liefervertrags beginnen. Dies zeigt das Vertrauen in die neue Technologie und ihre Anwendbarkeit im großen Maßstab.
Chris Graves, Mitbegründer und CEO von Noon Energy, betont: "Rechenzentren sind eine der besten Anwendungen für das Batteriesystem von Noon."
Er fügte hinzu, dass Solarenergie die dominierende Stromquelle weltweit werden wird. Noon Energies System soll diese Entwicklung unterstützen, indem es die Energieversorgung für Rechenzentren vollständig zuverlässig macht. Dies ist entscheidend, da Rechenzentren einen enormen und kontinuierlichen Energiebedarf haben.
Faktencheck
- 1 GW entspricht der Leistung eines großen Atomkraftwerks.
- 100 GWh könnten den Strombedarf von über 3 Millionen Haushalten für einen Tag decken.
- Langzeitenergiespeicher (LDES) sind Systeme, die Energie über viele Stunden oder Tage speichern können.
Die innovative Technologie von Noon Energy
Die Batterie von Noon Energy ähnelt im Aufbau einer Flussbatterie. Sie speichert Energie in flüssigen Elektrolyttanks, die vom Leistungsstapel getrennt sind. Einzigartig ist, dass die Noon-Brennstoffzellenbatterie die Leistung und die Energieentkopplung ermöglicht. Das bedeutet, dass die Speicherkapazität unabhängig von der maximalen Entladeleistung skaliert werden kann.
Aufbau und Funktion der Batterie
Das System besteht aus drei Hauptkomponenten:
- Leistungsblock: Dieser verwendet reversible Festoxid-Brennstoffzellentechnologie (SOFC), um Elektrizität in gespeicherte Energie umzuwandeln.
- Ladungstank: Hier wird Elektrizität in ein kohlenstoffbasiertes Speichermedium umgewandelt, während Sauerstoff an die Luft abgegeben wird.
- Entladetank: Dieser nimmt Sauerstoff aus der Luft auf, um die gespeicherte Energie wieder in Elektrizität umzuwandeln.
Im Januar stellte das Unternehmen sein erstes operatives Demonstrationsprojekt vor. Obwohl zu diesem Zeitpunkt keine detaillierten technischen Daten wie die Ausgangsleistung veröffentlicht wurden, behauptete Noon Energy, dass das Projekt eine Entladezeit von 200 Stunden bei maximaler Leistung erreichen kann. Dies wäre ein signifikanter Vorteil gegenüber vielen bestehenden Speicherlösungen.
Hintergrund: Langzeitenergiespeicher (LDES)
LDES-Technologien sind entscheidend für die Integration erneuerbarer Energien. Sie überbrücken Perioden, in denen Sonne und Wind nicht verfügbar sind. Für Rechenzentren bieten sie eine konstante und zuverlässige Stromversorgung, reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und verbessern die Netzsicherheit.
Rechenzentren setzen auf LDES-Lösungen
Die Partnerschaft von Noon Energy mit Meta ist Teil eines breiteren Trends. Immer mehr Rechenzentren prüfen oder implementieren LDES-Technologien. Dieser Ansatz ist bekannt als das 'bring your own capacity' (BYOC)-Modell. Es ermöglicht Rechenzentren, ihre eigene, unabhängige Energieversorgung zu sichern und somit die Betriebsstabilität zu erhöhen.
Einige Beispiele für diesen Trend:
- Eos Energy Enterprises: Das Unternehmen bietet Lithium-freie Batterietechnologie an, die für LDES-Anwendungen von bis zu 16 Stunden Dauer geeignet ist. Diese basiert auf der proprietären Zink-Hybrid-Kathodentechnologie (Znyth).
- Google: Der Technologieriese hat im Juli letzten Jahres eine Partnerschaft mit Energy Dome angekündigt. Google investiert strategisch in das italienische Unternehmen und evaluiert dessen CO2-Batterie.
- Energy Dome und NUAI: Energy Dome und das digitale Infrastrukturunternehmen New Era Energy & Digital (NUAI) unterzeichneten eine Absichtserklärung. Ziel ist der Einsatz der CO2-Batterie-Plus-Technologie von Energy Dome in einem NUAI-Rechenzentrum in Odessa, Texas.
- Google und Form Energy: Im Februar wurde bekannt, dass Google 30 GWh der Eisen-Luft-Batterien des US-Startups Form Energy für ein Rechenzentrum in Pine Island, Minnesota, nutzen wird. Diese Batterien werden vom Energieversorger Xcel Energy installiert.
- Form Energy und Crusoe: Form Energy unterzeichnete zudem einen Liefervertrag über 12 GWh mit dem KI-Rechenzentrumsinfrastrukturentwickler Crusoe.
Sowohl Google als auch Microsoft sind Mitglieder des Long Duration Energy Storage Council (LDES Council). Dieser Handelsverband fördert die Kommerzialisierung und Marktbekanntheit von LDES-Technologien. Dies zeigt das Engagement großer Technologieunternehmen für langfristige Energiespeicherlösungen.
Vergleich der LDES-Technologien
Im März wurden 100-Stunden-LDES-Batterietechnologien von Form, Noon und Ore verglichen. Alle drei Unternehmen bieten Batterien an, die mindestens 100 Stunden entladen können. Berichte deuten darauf hin, dass das System von Noon Energy sogar über 200 Stunden erreichen könnte. Ob dies unter realen Bedingungen Bestand hat, bleibt abzuwarten.
Eisen-Luft-Batterien im Detail
Eisen-Luft-Batterien sind für Tiefentladung ausgelegt. Das bedeutet, sie können bis zu 0 % Ladezustand (SOC) entladen werden, ohne dass eine Degradation auftritt. Sie rosten vollständig, und dieser Rost ist vollständig reversibel. Es entstehen keine Schäden. Lithium-Ionen-Batterien hingegen verschlechtern sich schneller, wenn sie über längere Zeiträume bei 100 % oder 0 % gehalten werden.
Noon Energy hat die Tiefentladungsfähigkeiten seiner Zellen nicht offengelegt. Es wird vermutet, dass diese geringer sind als bei Eisen-Luft-Batterien. Während herkömmliche Redox-Flow-Batterien 0 % SOC ohne Beschädigung verkraften, verhalten sich Festoxid-Brennstoffzellen (SOFCs) anders. Da die Technologie von Noon auf SOFCs zur Energieerzeugung und -speicherung beruht, begrenzt dies wahrscheinlich die Tiefentladungsfähigkeit. In SOFC-Stacks gilt das Erreichen von 0 % als unkontrollierter Fehlerzustand, was eine Tiefentladung unwahrscheinlich macht. Das spezifische Design von Noon könnte dies jedoch ermöglichen, aber das Unternehmen müsste dies bestätigen.
Google hat außerdem Pläne mit dem Energieversorger DTE Energy bekannt gegeben, ein Rechenzentrum in Michigan zu entwickeln. Dieses soll 1.600 MW Solar-PV-Erzeugung mit 450 MW Energiespeicherung kombinieren. Die Anlage, möglicherweise im Van Buren Township, wird voraussichtlich "Project Cannoli" heißen. Sie soll 400 MW/1.600 MWh BESS (Batterie-Energiespeichersysteme) zusammen mit 50 MW LDES-Technologie umfassen.
Noon Energy plant, das 25 MW/2,5 GWh Projekt bald zu entwickeln. Ein detaillierter Zeitplan wurde jedoch noch nicht bekannt gegeben. Die Branche blickt gespannt auf die Umsetzung dieser vielversprechenden Technologie, die das Potenzial hat, die Energieversorgung von Rechenzentren grundlegend zu verändern.





