Die Gemeinde Shuniah in Ontario, Kanada, hat einem Vorschlag für ein großes Energiespeicherprojekt eine Absage erteilt. Das geplante 400MW/3.2GWh Lithium-Eisenphosphat-Speichersystem, eingereicht von PowerBank (ehemals SolarBank), fand bei den lokalen Behörden keine Unterstützung. Dies bedeutet einen Rückschlag für das Unternehmen, das sich um einen Vertrag im Rahmen der Ausschreibung des Ontario Independent Electricity System Operator (IESO) beworben hatte.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Gemeinde Shuniah lehnte das 400MW/3.2GWh Energiespeicherprojekt von PowerBank ab.
- Anwohner äußerten Bedenken bezüglich des Standorts und möglicher Brandgefahren.
- Die Gemeindeverwaltung sah unzureichende Zeit für eine gründliche Prüfung der Vorschläge.
- Eine kommunale Unterstützungsresolution (MSR) ist für die IESO-Ausschreibung Long-Term 2 (LT2) verpflichtend.
- Die Gemeinde plant, einen strukturierten Bewertungsrahmen für zukünftige Projekte zu entwickeln.
Das abgelehnte Projekt und die Bedenken der Anwohner
Das von PowerBank, früher bekannt als SolarBank, vorgeschlagene Projekt mit dem Namen Mount Baldy 1 & 2 umfasste zwei benachbarte 200MW/1.600MWh Energiespeicheranlagen. Diese sollten Lithium-Eisenphosphat-Technologie nutzen und über die Stromleitungen von Hydro One an das Netz angeschlossen werden. Die Anlagen waren auf einem Gelände geplant, das von Anwohnern als ökologisch sensibler Wasserscheidebereich beschrieben wurde.
Vor der Abstimmung im Gemeinderat fand am 14. Oktober eine öffentliche Versammlung statt. Dort äußerten die Bürger zahlreiche Bedenken. Ein Hauptkritikpunkt war der vorgeschlagene Standort. Die Befürchtung, dass ein Brand in der Anlage die sensible Wasserscheide beeinträchtigen könnte, war weit verbreitet. Zudem sorgte die Tatsache, dass die Anlage nach der Inbetriebnahme unbemannt betrieben werden sollte, für Unruhe. Ein weiterer Punkt war, dass PowerBank (damals SolarBank) noch keine betriebsbereiten Batteriespeicheranlagen vorweisen konnte.
Faktencheck
- Projektgröße: 400MW/3.2GWh
- Technologie: Lithium-Eisenphosphat (LFP)
- Anzahl der Anlagen: Zwei (Mount Baldy 1 & 2)
- Anschluss: Über Hydro One-Leitungen
Die Rolle der kommunalen Unterstützung und IESO-Ausschreibungen
Für die aktuelle IESO-Ausschreibungsrunde, bekannt als Long-Term 2 (LT2) RFP, ist eine kommunale Unterstützungsresolution (MSR) zwingend erforderlich. Diese Resolution dient als Bestätigung, dass Entwickler in der frühen Planungsphase mit den Gemeinden zusammengearbeitet haben. Ohne eine solche Unterstützung können Projekte nicht für Verträge im Rahmen der Kapazitätsausschreibung in Betracht gezogen werden.
Die Frist für die Einreichung von Vorschlägen für die LT2-Ausschreibung ist der 18. Dezember 2025. Obwohl PowerBank bereits Erfahrung mit IESO-Ausschreibungen hat – das Unternehmen sicherte sich im Juni 2023 drei Verträge für eine kumulierte Speicherkapazität von 14.97MW in der vorherigen Runde (e-LT1 RFP) – war die fehlende MSR in Shuniah nun ein entscheidendes Hindernis.
„Die Frist vom 18. Dezember 2025 bietet der Verwaltung nicht genügend Zeit, eine verantwortungsvolle Bewertung der eingegangenen Vorschläge abzuschließen.“
Paul Greenwood, Chief Administration Officer (CAO) von Shuniah
Hintergrund: PowerBank und frühere Erfolge
PowerBank Corporation firmierte bis Juli dieses Jahres unter dem Namen SolarBank Corporation. Unter dem früheren Namen entwickelte das Unternehmen mehrere Solarprojekte in Ontario und im Bundesstaat New York. Im August dieses Jahres erhielt PowerBank die ersten EVLO-Batteriecontainer für eines der Projekte in Cramahe, bekannt als SF-006, das aus der e-LT1-Ausschreibung hervorging.
Die Empfehlung der Verwaltung und zukünftige Pläne
Paul Greenwood, der Chief Administration Officer (CAO) von Shuniah, empfahl dem Gemeinderat, keine MSR für das PowerBank-Projekt oder andere Projekte für die Einreichungsrunde im Dezember 2025 auszustellen. Als Stadtplaner kam Greenwood zu dem Schluss, dass nicht genügend Zeit für eine angemessene Due Diligence vor einer Entscheidung über die Projekteinsendungen vorhanden war.
„Angesichts des Umfangs und der Komplexität der eingegangenen Vorschläge hatte die Verwaltung nicht genügend Zeit, die notwendigen Überprüfungen durchzuführen oder eine substanzielle Validierung der Ergebnisse der öffentlichen Beteiligung abzuschließen“, fügte Greenwood hinzu. Aus den gleichen Gründen wurde bei der Ratssitzung am 25. November auch ein Vorschlag für ein Gaskraftwerk abgelehnt.
Die IESO führt jährliche Kapazitätsausschreibungen für LT2 bis 2029 durch. Greenwood empfahl dem Rat daher, einen strukturierten Bewertungsrahmen für zukünftige Vorschläge zu entwickeln. „Dieser Zeitplan bietet Shuniah die Möglichkeit, einen klaren Rahmen zu entwickeln, unabhängigen Expertenrat einzuholen und sich transparent und informiert mit den Bewohnern auseinanderzusetzen“, erklärte der CAO.
Was bedeutet das für PowerBank?
Die Ablehnung in Shuniah ist ein Rückschlag für PowerBank. Ohne die kommunale Unterstützung kann das Mount Baldy-Projekt in seiner aktuellen Form nicht an der IESO-Ausschreibung teilnehmen. Das Unternehmen muss nun möglicherweise den Standort oder das Konzept überarbeiten, um in Zukunft eine solche Unterstützung zu erhalten, oder sich auf andere Projekte konzentrieren.
Die Entscheidung in Shuniah unterstreicht die wachsende Bedeutung der lokalen Akzeptanz und der umfassenden Prüfung bei großen Infrastrukturprojekten, insbesondere im Energiesektor. Die Bedenken der Anwohner und die Notwendigkeit einer gründlichen Due Diligence durch die Kommunen sind dabei zentrale Faktoren.
- Nächste Schritte für Shuniah: Entwicklung eines Bewertungsrahmens für zukünftige Energieprojekte.
- Nächste Schritte für PowerBank: Mögliche Überarbeitung des Projekts oder Suche nach alternativen Standorten.





