In Fort Worth, Texas, entsteht ein innovativer Rechenzentrumscampus, der eine bestehende Batteriespeicheranlage (BESS) direkt integriert. Dieses Projekt, eine Zusammenarbeit zwischen dem Rechenzentrumsbetreiber CyrusOne und dem unabhängigen Stromproduzenten Eolian, markiert einen entscheidenden Schritt in der Bereitstellung digitaler Infrastruktur und Energieversorgung. Der Campus, bekannt als DFW7, wird 200 Megawatt (MW) Kapazität bieten und soll die Zeit bis zur Markteinführung erheblich verkürzen.
Wichtige Punkte
- CyrusOne und Eolian entwickeln einen 200-MW-Rechenzentrumscampus in Fort Worth, Texas.
- Der Campus wird direkt an ein bestehendes Batteriespeichersystem (BESS) angeschlossen.
- Diese Integration nutzt vorhandene Hochspannungs- und Umspannwerkinfrastruktur.
- Das Projekt verkürzt die Bauzeit und ermöglicht eine schnellere Inbetriebnahme.
- Eolian identifizierte die Chance 2023, Baubeginn ist April 2025.
Integration von Rechenzentrum und Energiespeicher
Das Besondere an DFW7 ist die direkte Anbindung an ein bereits bestehendes BESS-System. Normalerweise werden solche Energiespeicheranlagen separat gebaut und versorgen Rechenzentren über Stromabnahmeverträge. Die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur an einem Standort ist hingegen selten, bietet aber erhebliche Vorteile.
Die Entscheidung für diesen Ansatz resultiert aus der Nutzung der vorhandenen Hochspannungsübertragungsinfrastruktur und der Kapazität des Umspannwerks in der Nähe von DFW7. Dies beschleunigt die Markteinführung des strategisch wichtigen Standorts erheblich. Der Bau des Rechenzentrums DFW7 läuft bereits.
„Die Nutzung der bestehenden Infrastruktur ermöglicht es uns, die Bereitstellung digitaler Kapazitäten massiv zu beschleunigen und gleichzeitig eine robuste und zuverlässige Energieversorgung zu gewährleisten“, so ein Sprecher des Projekts.
Faktencheck
- 200 MW: Das ist die Leistungskapazität des neuen Rechenzentrumscampus DFW7.
- 2021: Das Chisholm Grid BESS, an das DFW7 angeschlossen wird, ging in diesem Jahr in Betrieb.
- April 2025: Geplanter Baubeginn für das Rechenzentrum DFW7.
Das Chisholm Grid BESS als Basis
DFW7 wird in der Nähe des 100-MW-Chisholm Grid BESS von Able Grid liegen. Dieses Speichersystem ist bereits seit 2021 in Betrieb. Der Bau des Chisholm Grid begann 2020 und wurde von Partnern wie Able Grid, MAP Energy, Astral Electricity und Mortenson realisiert. Im selben Jahr lieferte der Wechselrichterhersteller Sungrow das vollständig integrierte Batteriespeichersystem für Chisholm.
Eolian erkannte 2023 die strategische Bedeutung dieses Standorts für ein Rechenzentrum. Diese frühe Identifizierung ermöglicht es CyrusOne, im April 2025 mit dem Bau zu beginnen und den Zeitplan für die Inbetriebnahme des Rechenzentrums deutlich zu straffen. Eolian präsentierte CyrusOne den Industriecampus in Fort Worth und nutzte dabei seine Betriebserfahrung mit der BESS-Anlage. Das Umspannwerk wurde als „Schlüsselstück der Infrastruktur“ für das regionale Lastwachstum identifiziert.
Modernisierung und Effizienz
Eolian wird im Rahmen dieses Projekts eines der ältesten Batteriespeichersysteme in Texas modernisieren und aufrüsten. Die vorhandene Infrastruktur soll die Energie für die ersten Phasen der digitalen Infrastruktur liefern. Dies ist ein entscheidender Vorteil, da die Energieversorgung oft ein Engpass bei der Entwicklung neuer Rechenzentren darstellt.
Hintergrund: Batteriespeichersysteme (BESS)
BESS sind entscheidend für die Stabilität moderner Stromnetze. Sie speichern überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen oder zu Zeiten geringer Nachfrage und geben sie bei Bedarf wieder ab. Dies hilft, Schwankungen im Netz auszugleichen und eine konstante Stromversorgung zu gewährleisten. Für Rechenzentren, die einen enormen Energiebedarf haben, sind zuverlässige Energiespeicher von großer Bedeutung.
Vorteile der Co-Location
Die gemeinsame Ansiedlung von Rechenzentren und Energiespeichern ist ein aufstrebender Trend. Ein ähnliches Projekt wurde im Oktober 2025 von Calibrant Energy angekündigt. Dabei wird Calibrant ein 31 MW/62 MWh BESS auf dem Campus von Aligned Data Centers im pazifischen Nordwesten der USA errichten. Dieses System soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen und der Anlage ermöglichen, ihre Aktivitäten mehrere Jahre früher zu starten und zu skalieren, als es traditionelle Netzausbauten zulassen würden.
Die Vorteile dieser Co-Location sind vielfältig. Sie umfassen eine schnellere Bereitstellung, geringere Kosten für die Netzanbindung und eine verbesserte Resilienz der Energieversorgung. Indem man direkt an ein bestehendes, leistungsstarkes Energiesystem anknüpft, entfallen langwierige Genehmigungsverfahren und Bauzeiten für neue Stromleitungen und Umspannwerke.
CyrusOne: Ein globaler Akteur
CyrusOne, mit Hauptsitz in Dallas, Texas, betreibt über 55 Rechenzentren in den USA, Europa und Japan. Das Unternehmen ist ein wichtiger Anbieter von digitaler Infrastruktur für Hyperscaler und große Unternehmen. Die Strategie, Rechenzentren an Standorten mit bereits vorhandener Energieinfrastruktur zu entwickeln, unterstreicht den Fokus auf Effizienz und schnelle Markteinführung.
Dieses Projekt in Fort Worth ist ein Beispiel dafür, wie innovative Ansätze in der Energieversorgung die Expansion der digitalen Infrastruktur vorantreiben können. Es zeigt, wie die Zusammenarbeit zwischen Rechenzentrumsbetreibern und Energieversorgern neue Möglichkeiten für eine nachhaltigere und effizientere Datenverarbeitung schafft.
- Schnellere Inbetriebnahme: Durch die Nutzung bestehender Infrastruktur.
- Geringere Kosten: Reduzierung des Bedarfs an neuen Netzinvestitionen.
- Erhöhte Zuverlässigkeit: Direkte Anbindung an ein stabiles Energiespeichersystem.
Die Entwicklung des DFW7-Campus in Fort Worth ist ein wichtiger Meilenstein für die Bereitstellung von digitaler Infrastruktur. Sie zeigt, wie strategische Partnerschaften und die Nutzung vorhandener Ressourcen die Herausforderungen des wachsenden Energiebedarfs von Rechenzentren meistern können.





