Zwei bedeutende Akquisitionen prägen den Markt für Energiespeichersysteme: Der australische Bergbaukonzern Fortescue erweitert seine Batterieintelligenz-Plattform Elysia durch die Übernahme des US-Analyseanbieters Zitara. Gleichzeitig erwirbt Drax, ein globaler Investmentmanager, das Optimierungsunternehmen Flexitricity. Diese Schritte unterstreichen die wachsende Bedeutung von Softwarelösungen und Optimierungsdiensten für die Energiewende.
Wichtige Erkenntnisse
- Fortescue erwirbt Zitara zur Stärkung der Batterieintelligenz.
- Drax kauft Flexitricity zur Erweiterung der Energieoptimierung.
- Beide Akquisitionen zielen auf den Sektor der Batteriespeichersysteme ab.
- Der Wert der Flexitricity-Transaktion beträgt 42 Millionen Pfund.
- Die Integration von Software und Hardware wird entscheidend für die Energiewende.
Fortescue setzt auf intelligente Batterielösungen
Fortescue, ein führendes Unternehmen im Bereich grüner Technologien, Energie und Metalle mit Sitz in Australien, hat über seine Tochtergesellschaft Elysia den US-Anbieter Zitara übernommen. Elysia ist bekannt für seine cloud- und embedded-Software, die die Leistung, Lebensdauer und Sicherheit von Batterien in verschiedenen Sektoren – darunter Automobil, Schwerindustrie und stationäre Speicherung – verbessert.
Die Akquisition von Zitara ist ein strategischer Schritt, um die Fähigkeiten von Elysia im Bereich der Batterieintelligenz zu vertiefen. Zitara spezialisiert sich auf die Überwachung und Steuerung von Energiespeichern im Netzmaßstab direkt vor Ort. Diese Integration soll die Lücke zwischen theoretischen Erkenntnissen und praktischen Maßnahmen schließen.
„Wir verbinden Batterieintelligenz mit Batterieaktionen, von der Cloud bis zum Standort“, erklärte Tim Engstrom, Geschäftsführer von Elysia. „Viele der heutigen Batterieintelligenz-Stacks lassen die Erkenntnisse in der Cloud. Das wollen wir ändern.“
Faktencheck
- Elysia bietet Software zur Leistungssteigerung von Batterien.
- Zitara konzentriert sich auf die Vor-Ort-Steuerung von Energiespeichern.
- Die Kombination ermöglicht eine direkte Umsetzung von Analyseergebnissen.
Vom Dashboard zur Handlung: Die Rolle von Zitara
Zitara wird als Kontrollschicht in Elysias Portfolio integriert und behält dabei seine Marke. Shyam Srinivasan, Mitbegründer von Zitara und Executive Vice President des Unternehmens, betonte die Bedeutung dieser Erweiterung. Während Elysia breite Anwendungen abdeckt, hat sich Zitara auf die Batterietechnologien im Großspeicherbereich spezialisiert.
Der Markt für Batteriespeichersysteme (BESS) benötigt mehr als nur Dashboards, die Probleme anzeigen. Es braucht Mechanismen, um auf diese Erkenntnisse zu reagieren. Das Produkt „Zitara for BESS“ bietet genau diese Fähigkeit. Wenn ein Sicherheitsproblem durch einen Elysia-Algorithmus erkannt wird, kann Zitara nicht nur eine Warnung anzeigen, sondern direkt Maßnahmen ergreifen, etwa das Herunterfahren einer Speichereinheit.
Fortescue plant, die kombinierte Elysia-Zitara-Lösung in seinen eigenen großen BESS-Anlagen in Pilbara, Australien, einzusetzen. Zitara hat bereits Anlagen mit über 100 MW in Texas im Einsatz und Kunden in Großbritannien und Australien. Diese Kunden werden weiterhin unterstützt, nun mit der erweiterten Leistungsfähigkeit von Elysia.
Drax stärkt Position im Energiemanagement mit Flexitricity-Kauf
Der globale Investmentmanager Quinbrook hat sein Energieoptimierungsgeschäft Flexitricity an die Drax Group verkauft. Die Transaktion beläuft sich auf 42 Millionen Pfund (ca. 49 Millionen Euro), wobei Flexitricity mit 36 Millionen Pfund bewertet wird und weitere 6 Millionen Pfund für das geschätzte Nettobetriebskapital und die Barmittelanpassung vorgesehen sind. Die Genehmigung der britischen Regierung und eine Bewertung durch die britische Energieregulierungsbehörde Ofgem stehen noch aus, sind aber die einzigen verbleibenden Bedingungen für den Abschluss.
Hintergrund der Akquisition
Quinbrook hatte Flexitricity im Jahr 2020 für 15,2 Millionen Pfund erworben. Zu diesem Zeitpunkt verfügte Flexitricity über ein vertraglich vereinbartes Portfolio von 540 MW flexibler Energieanlagen. Unter Quinbrooks Führung hat sich das Portfolio des Unternehmens auf etwa 1,3 GW verteilte Kapazität verdoppelt.
Flexitricity bietet Asset-Eigentümern Optimierungs- und Marktzugangsdienste über seine proprietäre Steuerungsplattform an. Diese Plattform ermöglicht die Teilnahme an den Großhandels-, Ausgleichs- und Zusatzdienstleistungsmärkten, hauptsächlich in Großbritannien. Das Unternehmen liefert sowohl Front-of-Meter- als auch Behind-the-Meter-Lösungen für netzgebundene Anlagen sowie Nachfragemanagementdienste für über 900 MW an operativen Anlagen, darunter Batteriespeichersysteme (BESS), Gaskraftwerke, erneuerbare Energien und Lastmanagement.
Drax und die Energiewende
- Drax will ein Gigawatt-BESS-Portfolio entwickeln.
- Flexitricity bietet Marktzugang und Optimierung.
- Das Unternehmen verwaltet über 900 MW an flexiblen Energieanlagen.
Strategische Vorteile für Drax
Drax erklärte, die Übernahme von Flexitricity unterstütze seine Absicht, eine Gigawatt-Pipeline von BESS zu entwickeln. Diese Pipeline umfasst sowohl physische Anlagen als auch Optimierungskapazitäten für Anlagen Dritter, mit der Bereitstellung von Marktzugangs-, Floor- und Tolling-Strukturen. Über sein Geschäft Drax Energy Solutions bietet das Unternehmen bereits Marktzugang für rund 800 MW eingebettete erneuerbare Anlagen Dritter.
Ein Großteil der Aktivitäten von Drax konzentriert sich auf Großbritannien, was den Kauf von Flexitricity aus geografischer Sicht sinnvoll macht. Die Akquisition stärkt Drax' Position als wichtiger Akteur im britischen Energiemarkt und trägt zur Stabilität und Effizienz des Stromnetzes bei, indem sie flexible Kapazitäten bereitstellt.
Die Zukunft der Energiespeicherung: Integration und Intelligenz
Diese beiden Akquisitionen zeigen einen klaren Trend in der Energiebranche: Die Integration von intelligenten Softwarelösungen und physischen Energiespeichersystemen wird immer wichtiger. Unternehmen wie Fortescue und Drax erkennen, dass die Effizienz und Zuverlässigkeit moderner Stromnetze stark von fortschrittlichen Analysen und Steuerungsmechanismen abhängen.
Die Fähigkeit, Batterieleistung zu optimieren, deren Lebensdauer zu verlängern und auf Anomalien in Echtzeit zu reagieren, ist entscheidend für den Erfolg großer BESS-Installationen. Gleichzeitig ermöglicht die intelligente Steuerung flexibler Energieanlagen, wie sie Flexitricity bietet, eine bessere Integration erneuerbarer Energien und eine stabilere Netzführung.
- Effizienzsteigerung: Intelligente Systeme maximieren den Nutzen von Energiespeichern.
- Netzstabilität: Flexible Anlagen gleichen Schwankungen im Netz aus.
- Nachhaltigkeit: Bessere Integration erneuerbarer Energien.
Die Investitionen in diese Technologien sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Energiewende nicht nur den Ausbau erneuerbarer Erzeugungsanlagen erfordert, sondern auch eine intelligente Infrastruktur, die diese Energie effizient speichern, verteilen und managen kann. Die hier beschriebenen Schritte sind wichtige Meilensteine auf diesem Weg.





