Das Energieversorgungsunternehmen Avista hat umfangreiche Pläne zur Erweiterung seiner Energiekapazitäten im Pazifischen Nordwesten der USA bekannt gegeben. Im Mittelpunkt stehen ein 100-Megawatt-Batteriespeichersystem, die Modernisierung von Erdgasturbinen und neue Windenergieprojekte. Diese Maßnahmen sollen die Zuverlässigkeit der Stromversorgung sichern und die Klimaziele des Unternehmens unterstützen.
Wichtige Punkte
- Avista plant ein 100 MW/400 MWh Batteriespeichersystem in Ost-Washington.
- Modernisierung von Erdgasturbinen in Nord-Idaho für zusätzliche 14 MW ohne Emissionsanstieg.
- Ein neuer Stromabnahmevertrag für 200 MW Windenergie aus Montana.
- Einführung von 40 MW Demand-Response-Programmen ab 2026.
- Die Maßnahmen sollen die Versorgungssicherheit gewährleisten und die Ziele des Clean Energy Transformation Act (CETA) erfüllen.
Massive Investitionen in Energiespeicherung
Avista hat im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens mehrere Projekte ausgewählt, um die Energieversorgung im Pazifischen Nordwesten zu stärken. Eine der zentralen Säulen dieser Strategie ist die geplante Errichtung eines Batteriegroßspeichers. Das Unternehmen wird Verhandlungen für ein 100 Megawatt (MW) Batteriespeichersystem aufnehmen. Dieses System soll eine Kapazität von 400 Megawattstunden (MWh) haben und in Ost-Washington gebaut werden. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2028 geplant.
Der Batteriespeicher soll Avista nach seiner Fertigstellung übergeben werden. Details zur genauen Technologie oder zum Lieferanten wurden bisher nicht veröffentlicht. Das Unternehmen betont, dass diese Investition entscheidend ist, um die wachsende Energienachfrage der Kunden zu decken und gleichzeitig die Umweltziele zu erreichen.
Faktencheck
- Speicherkapazität: 100 MW / 400 MWh
- Standort: Ost-Washington
- Zieljahr: 2028
- Zweck: Erhöhung der Netzstabilität und Unterstützung erneuerbarer Energien
Modernisierung und Windkraftausbau
Neben dem Batteriespeicher plant Avista auch die Modernisierung bestehender Anlagen. Das Unternehmen wird Verhandlungen über ein Eigenbau-Upgrade seiner derzeitigen Erdgasturbinen in Nord-Idaho aufnehmen. Durch diese Modernisierung sollen 14 MW zusätzliche Kapazität gewonnen werden, ohne dass die Kohlenstoffemissionen steigen. Das Upgrade wird in zwei Phasen durchgeführt, die erste im Jahr 2027 und die zweite im Jahr 2029.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Ausbau der Windenergie. Avista plant einen Stromabnahmevertrag (PPA) für rund 200 MW Windenergie aus Montana. Dafür soll der Anteil Avistas am Colstrip-Übertragungssystem genutzt werden. Die Inbetriebnahme dieser Windenergie ist für 2029 vorgesehen. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie, um das Energieportfolio zu diversifizieren und den Anteil sauberer Energie zu erhöhen.
„Die Notwendigkeit, Ressourcen hinzuzufügen, um die Zuverlässigkeit zu gewährleisten, den steigenden Energiebedarf der Kunden zu decken und die Ziele des Unternehmens für saubere Energie zu unterstützen, ist entscheidend“, heißt es im 2025 Electric IRP von Avista.
Demand-Response-Programme und Langfristige Planung
Ab 2026 wird Avista zudem Demand-Response-Programme im Umfang von etwa 40 MW einführen. Diese Programme richten sich an private, gewerbliche und industrielle Kunden im gesamten Versorgungsgebiet von Avista. Demand-Response-Programme ermöglichen es, den Stromverbrauch in Spitzenzeiten zu reduzieren, wodurch die Netzstabilität verbessert und der Bedarf an zusätzlichen Kraftwerkskapazitäten verringert wird.
Die 2025 Integrated Resource Plan (IRP) von Avista, die am 31. Dezember 2024 eingereicht wurde, unterstreicht die Dringlichkeit dieser Maßnahmen. Der Plan zeigt auf, dass das Unternehmen in den nächsten drei Jahren während der Sommer- und Winterspitzenzeiten eine knappe bis ausgeglichene Position bei der Spitzenlast hat. Ein Großteil des Engpasses bis 2030 resultiert aus einer angenommenen Stilllegung der 66 MW Northeast Combustion Turbines in Spokane, Washington.
Hintergrund: Clean Energy Transformation Act (CETA)
Im Jahr 2019 unterzeichnete der ehemalige Gouverneur des Staates Washington, Jay Inslee, den Clean Energy Transformation Act (CETA). Dieses Gesetz verpflichtet alle Versorgungsunternehmen in Washington, bis 2045 emissionsfreien Strom zu liefern. Avistas aktuelle Investitionen sind ein direkter Beitrag zur Erfüllung dieser gesetzlichen Vorgaben und zur Beschleunigung des Übergangs zu einer sauberen Energiezukunft.
Technologische Vielfalt und zukünftige Aussichten
Avista hat in seinem IRP 2025 verschiedene Energiespeicheroptionen modelliert, darunter Pumpspeicherkraftwerke (PHES), Lithium-Ionen-Batterien (Li-Ion), Flow-Batterien und Eisenoxid-Batterien. Dies zeigt das breite Spektrum an Technologien, die das Unternehmen bei der Suche nach den besten Lösungen in Betracht zieht.
Ein weiteres Versorgungsunternehmen im Pazifischen Nordwesten, PacifiCorp (im Besitz von Berkshire Hathaway Energy), kündigte im April 2025 in seinem IRP 2025 an, bis 2045 insgesamt 3.073 MW an Eisen-Luft-Batteriespeichern installieren zu wollen. Diese Technologie basiert auf der reversiblen Rostbildung und wird von Form Energy kommerzialisiert. Obwohl Avista sich für Lithium-Ionen-Technologie entschieden zu haben scheint, zeigt die Branche insgesamt ein Interesse an vielfältigen Speicherlösungen.
Die Ausschreibung von Avista war ein umfassender Ansatz, um die bevorstehenden Ressourcenengpässe zu adressieren. Sie sollte auch helfen, kostengünstige Ressourcen zur Erfüllung zukünftiger CETA-Verpflichtungen zu finden oder Gelegenheiten für kostengünstige Energie zu nutzen. Die geplanten Projekte stellen eine erhebliche Investition in die regionale Energieinfrastruktur dar und sollen die Versorgungssicherheit sowie die Nachhaltigkeit langfristig gewährleisten.
- Batteriespeicher: 100 MW / 400 MWh in Ost-Washington (2028)
- Turbinen-Upgrade: 14 MW zusätzliche Kapazität in Nord-Idaho (2027/2029)
- Windenergie: 200 MW aus Montana (2029)
- Demand Response: 40 MW Programme für Kunden (ab 2026)
Diese Maßnahmen sind ein klares Bekenntnis von Avista zur Energiewende und zur Sicherstellung einer stabilen und sauberen Energieversorgung für die Region.





