Der chinesische Batteriehersteller Hithium hat eine Investition von rund 400 Millionen Euro in eine neue Produktionsanlage in der spanischen Region Navarra angekündigt. Diese Gigafabrik soll bis 2027 in Betrieb genommen werden und voraussichtlich 700 direkte Arbeitsplätze schaffen. Die Vereinbarung unterstreicht Spaniens Ambitionen, ein wichtiges Zentrum für die europäische Batterieproduktion zu werden.
Wichtigste Punkte
- Hithium investiert 400 Millionen Euro in eine Batteriefabrik in Navarra, Spanien.
- Die Anlage soll 700 direkte Arbeitsplätze schaffen und 2027 in Betrieb gehen.
- Spanien stärkt seine Position als europäischer Hub für saubere Energien und Batterieproduktion.
- Die Entscheidung ist das Ergebnis zweijähriger intensiver Verhandlungen.
Spanien wird zum Batterie-Produktionszentrum
Die Unterzeichnung der Investitionsvereinbarung fand in Anwesenheit des spanischen Premierministers Pedro Sánchez, der Präsidentin von Navarra, María Chivite Navascués, und des Hithium-Gründers und -Vorsitzenden Jeff Wu statt. Diese hochrangige Beteiligung betont die strategische Bedeutung des Projekts für Spanien. Das Land positioniert sich gezielt als führender Standort für die saubere Energiebranche in Europa.
Dr. Qi Tang, Geschäftsführer für Strategieentwicklung bei Hithium, bezeichnete die Verpflichtung als einen Meilenstein in der europäischen Expansionsstrategie des chinesischen Herstellers. Die genauen Details zur Größe der Fabrik, ihrer jährlichen Produktionskapazität und ob sie Batteriezellen, Energiespeichersysteme (BESS) oder beides herstellen wird, sind derzeit noch nicht öffentlich bekannt.
Fakten auf einen Blick
- Investitionssumme: ca. 400 Millionen Euro (471 Millionen US-Dollar)
- Geplante Arbeitsplätze: 700 direkte Stellen
- Geplante Inbetriebnahme: 2027
- Standort: Navarra, Spanien
Zweijährige Verhandlungen führten zum Erfolg
Die Investitionszusage ist das Ergebnis eines intensiven, zweijährigen Engagements zwischen Hithium und den spanischen Behörden. Minister Mikel Irujo, Navarras Minister für Industrie und ökologische und digitale Geschäftstransformation, hob die umfangreiche Arbeit hervor. Er sprach von sieben Besuchen chinesischer Vertreter in Navarra und vier Reisen von Delegationen der Regionalregierung nach China. Diese Kontakte begannen bereits Anfang 2024.
Die Beziehung vertiefte sich im November 2025, als Präsidentin Chivite die Produktionsstätten von Hithium in Chongqing besuchte. Dieser Besuch bot den Beamten aus Navarra einen direkten Einblick in die Fertigungskapazitäten, die Technologieplattform und den operativen Umfang von Hithium. Nach dieser Mission kündigte Hithium seine Absicht an, eine Gigafabrik in Navarra zu errichten. Weitere Treffen folgten im März im Moncloa-Palast in Madrid und im Palacio de Navarra.
„Die Investition von Hithium ist ein klares Zeichen für das Vertrauen in Spanien als Standort für Hochtechnologie und saubere Energien. Dies stärkt unsere Position in Europa erheblich.“
Spanien als europäische Drehscheibe für Batterien
Die spanische Regierung hat das Land als potenziellen europäischen Hub für saubere Energien positioniert. Dabei nutzt sie die reichlich vorhandenen Solar- und Windressourcen, eine robuste Netzinfrastruktur und ein wachsendes Industrie-Ökosystem. Die Hithium-Investition kommt zu einer Zeit, in der Spanien sich als aufstrebendes Zentrum der Batterieproduktion in Europa etabliert.
Bereits im Sommer 2024 erfolgte der Spatenstich für eine Batteriefabrik von AESC in der westspanischen Extremadura-Region. Diese Fabrik, die früher Nissan gehörte und jetzt von der Envision Group kontrolliert wird, wird voraussichtlich eine jährliche Produktionskapazität von 30 GWh erreichen. Sie konzentriert sich auf Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batterien für die wachsende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen (EVs) in Europa.
Hintergrund: Spaniens Batterie-Strategie
Die spanische Regierung setzt stark auf die Batterie-Wertschöpfungskette. Sie sieht darin einen zentralen Pfeiler für die Industriepolitik und die wirtschaftliche Entwicklung. Premierminister Sánchez betonte im März bei seinem Treffen mit Wu das „starke Engagement“ der Regierung für die Energiewende und die Stärkung des Ökosystems der Energiespeicher-Wertschöpfungskette. Die Batterieproduktion ist integraler Bestandteil der wirtschaftlichen Transformation Spaniens und seines Ziels, ein europäisches Zentrum für saubere Energien zu werden.
Weitere große Projekte stärken den Sektor
Zusätzlich zu AESC und Hithium haben der Automobilhersteller Stellantis und der chinesische Batteriehersteller CATL im November 2024 den Grundstein für eine Batteriefabrik in Saragossa gelegt. Auch diese Anlage soll den EV-Markt bedienen und Spaniens Attraktivität für Batterieproduktionsinvestitionen weiter festigen. Das Gemeinschaftsunternehmen Contemporary Star Energy plant, bis zu 4,1 Milliarden Euro in das Werk zu investieren. Ziel sind 50 GWh jährliche Produktionskapazität und Klimaneutralität.
Hithium: Spezialist für stationäre Energiespeicher
Hithium, 2019 gegründet und mit Hauptsitz in Xiamen, China, hat sich schnell als wichtiger Akteur im globalen Energiespeichersektor etabliert. Das Unternehmen ist auf stationäre Energiespeichersysteme spezialisiert und unterscheidet sich damit von Batterieherstellern, die sich hauptsächlich auf EV-Anwendungen konzentrieren. Hithium produziert alles von einzelnen Batteriezellen bis hin zu vollständig integrierten Containersystemen für große Kraftwerke, Industrieanlagen und kommerzielle Anwendungen.
Hithium expandiert aktiv seine internationale Präsenz durch Liefervereinbarungen in verschiedenen Regionen. Kürzlich unterzeichnete das Unternehmen eine Vereinbarung für Batteriespeichersysteme in Osteuropa. Diese Projekte nutzen Hithiums 587Ah- und 1175Ah-Zellen, großformatige Zellen, die darauf ausgelegt sind, die Energiedichte zu maximieren und die Anzahl der für eine bestimmte Speicherkapazität benötigten Zellen zu reduzieren. Zuvor sicherte sich Hithium auch eine 3GWh BESS-Liefervereinbarung mit BOS Power für den Einsatz in nordischen Ländern.
Ruben Valiente, Geschäftsführer von Maxxen, einem europäischen BESS-Systemintegrator, sprach kürzlich über die Partnerschaft seines Unternehmens mit Hithium. Diese umfasst die Zelllieferung sowie den Transfer von IP und Technologie. Zudem laufen Gespräche über eine geplante Fertigungskooperation. Dies zeigt das breite Engagement von Hithium im europäischen Markt.





