Schneckenkorn gehört für viele Gartenbesitzer zur Standardausrüstung im Kampf gegen Schädlinge. Doch die Bequemlichkeit dieses Mittels birgt erhebliche Risiken. Insbesondere Produkte mit dem Wirkstoff Metaldehyd stellen eine ernsthafte Gefahr für Menschen und Tiere dar. Eine Vergiftung kann schwerwiegende Folgen haben, bis hin zum Tod. Es ist entscheidend, die Inhaltsstoffe genau zu prüfen und sichere Alternativen zu kennen, um den Garten schneckfrei zu halten, ohne dabei die Gesundheit von Haustieren, Kindern oder Nützlingen zu gefährden.
Wichtige Erkenntnisse
- Schneckenkorn mit Metaldehyd ist hochgiftig für Tiere und Menschen.
- Symptome einer Vergiftung umfassen Zittern und Krämpfe; sofortige ärztliche Hilfe ist notwendig.
- Eine sichere Alternative ist Schneckenkorn mit Eisen(III)-phosphat.
- Es gibt viele ungiftige Methoden zur Schneckenbekämpfung, wie Zäune oder die Förderung von Fressfeinden.
- Bitterstoffe in Schneckenkorn bieten keinen zuverlässigen Schutz vor Verzehr.
Was ist Schneckenkorn und warum ist es gefährlich?
Schneckenkorn ist ein weit verbreitetes Pestizid, das in Gärten eingesetzt wird, um Schnecken von Pflanzen fernzuhalten. Es wird in Granulatform zwischen den Pflanzen ausgestreut. Die Hauptwirkstoffe sind entweder Metaldehyd oder Eisen(III)-phosphat. Während Eisen(III)-phosphat als weniger bedenklich gilt, birgt Metaldehyd erhebliche Gefahren.
Die Giftzentrale Bonn verzeichnet regelmäßig Notrufe im Zusammenhang mit Schneckenkorn-Vergiftungen. Produkte, die Metaldehyd enthalten, sind besonders riskant. Selbst kleine Mengen können gravierende gesundheitliche Probleme verursachen. Viele Hersteller fügen Bitterstoffe hinzu, um den Verzehr durch Tiere zu verhindern. Diese Bitterstoffe bieten jedoch keinen vollständigen Schutz, da Tiere sie oft ignorieren oder die Dosis trotzdem gefährlich sein kann.
Faktencheck: Metaldehyd
- Wirkstoff in vielen Schneckenkorn-Produkten.
- Kann zu schweren Vergiftungen führen.
- Besonders gefährlich für Hunde, Katzen und Kleinkinder.
- Symptome: Zittern, Krämpfe, in schweren Fällen tödlich.
Für wen ist Schneckenkorn mit Metaldehyd gefährlich?
Der Verzehr von Schneckenkorn, das Metaldehyd enthält, kann für verschiedene Lebewesen gefährlich sein. Besonders empfindlich reagieren Tiere, darunter Hunde und Katzen. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein berichtete von einem Vorfall, bei dem ein Hund nach dem Verzehr von Schneckenkorn innerhalb weniger Stunden verstarb. Auch Vögel und Igel können durch den Kontakt mit diesem Gift Schaden nehmen.
Auch für Menschen, insbesondere Kleinkinder, stellt Metaldehyd eine ernste Bedrohung dar. Kinder können die bunten Körner im Garten für Süßigkeiten halten und versehentlich aufnehmen. Die Folgen können schwerwiegend sein und erfordern umgehend medizinische Hilfe. Es ist daher unerlässlich, solche Produkte außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren aufzubewahren und idealerweise ganz auf sie zu verzichten.
„Die Verbraucherzentralen fordern, dass der Umgang mit solchen Produkten durch deutlichere Warnhinweise sicherer gestaltet wird. In vielen Fällen fehlen diese Warnungen oder sind zu schwach formuliert.“
Symptome einer Vergiftung und erste Hilfe
Eine Vergiftung durch Metaldehyd äußert sich durch verschiedene Symptome. Dazu gehören Zittern und Krämpfe. In extremen Fällen kann eine solche Vergiftung sogar tödlich enden. Die Geschwindigkeit, mit der Symptome auftreten, hängt von der aufgenommenen Menge und dem Gewicht des Betroffenen ab. Es ist wichtig, schnell zu handeln.
Im Falle einer Vergiftung durch Schneckenkorn sollten Sie sofort handeln: Rufen Sie umgehend den Giftnotruf an. In Deutschland gibt es mehrere solcher Hotlines, beispielsweise die Giftzentrale Bonn oder den Giftnotruf der Berliner Charité. Suchen Sie schnellstmöglich eine Ärztin, einen Arzt oder eine Tierärztin beziehungsweise einen Tierarzt auf, wenn Symptome wie Erbrechen, Unruhe oder Zittern auftreten. Jede Verzögerung kann die Situation verschlimmern.
Hintergrund: Giftnotrufe in Deutschland
In Deutschland stehen mehrere Giftnotrufzentralen zur Verfügung, die rund um die Uhr erreichbar sind. Sie bieten schnelle und kompetente Hilfe bei Vergiftungsfällen. Es ist ratsam, die Nummer der nächstgelegenen Giftnotrufzentrale immer griffbereit zu haben, insbesondere wenn Sie kleine Kinder oder Haustiere besitzen und potenziell gefährliche Substanzen im Haushalt oder Garten verwenden.
Sichere Alternativen zu Metaldehyd-haltigem Schneckenkorn
Für Gartenbesitzer, die nicht auf Schneckenkorn verzichten möchten, gibt es eine deutlich sicherere Alternative: Produkte mit dem Wirkstoff Eisen(III)-phosphat. Dieses Mittel wird von der Giftzentrale Bonn als wesentlich weniger bedenklich für Tiere und Menschen eingestuft. Eisen(III)-phosphat ist auch aus ökologischer Sicht vorteilhaft, da es kaum schädliche Auswirkungen auf die Umwelt hat.
Der Wirkmechanismus von Eisen(III)-phosphat unterscheidet sich grundlegend von Metaldehyd. Schnecken, die Eisen(III)-phosphat aufnehmen, stellen die Nahrungsaufnahme ein und ziehen sich in ihre Verstecke zurück, wo sie sterben. Dies verhindert, dass andere Tiere, die die toten Schnecken fressen, sekundär vergiftet werden.
Weitere umweltfreundliche Methoden zur Schneckenbekämpfung
Neben dem weniger giftigen Schneckenkorn gibt es zahlreiche andere, oft effektivere und umweltfreundlichere Methoden, um Schnecken im Garten in Schach zu halten. Diese Ansätze minimieren das Risiko für Haustiere, Kinder und die Umwelt erheblich:
- Schneckenzäune: Physische Barrieren können Schnecken effektiv davon abhalten, in Gemüsebeete und Blumenrabatten zu gelangen. Es gibt spezielle Zäune, die so konstruiert sind, dass Schnecken sie nicht überwinden können.
- Bierfallen: Eine einfache und bewährte Methode. Vergraben Sie Becher mit Bier bis zum Rand im Boden. Der Geruch des Bieres lockt Schnecken an, die dann in die Falle kriechen und ertrinken.
- Natürliche Fressfeinde fördern: Igel, Frösche, Kröten und Eidechsen sind natürliche Feinde von Schnecken. Schaffen Sie attraktive Lebensräume für diese Tiere in Ihrem Garten, zum Beispiel durch Holzstapel, Steinmauern oder kleine Teiche. Auch bestimmte Vogelarten fressen Schnecken.
- Regelmäßiges Absammeln: Besonders nach Regen oder in den Abendstunden können Schnecken manuell abgesammelt werden. Dies ist zwar arbeitsintensiv, aber sehr effektiv und völlig ungiftig.
- Pflanzenwahl: Einige Pflanzenarten sind für Schnecken unattraktiv. Dazu gehören Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Salbei sowie bestimmte Blumen wie Ringelblumen oder Fuchsien.
Durch die Kombination mehrerer dieser Methoden lässt sich der Schneckenbestand im Garten auf natürliche Weise regulieren, ohne auf gefährliche Chemikalien zurückgreifen zu müssen. Dies schützt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit von Mensch und Tier.
Häufige Fragen zu Schneckenkorn
Ist Schneckenkorn für Haustiere gefährlich?
Ja, viele Schneckenkorn-Produkte, insbesondere solche mit Metaldehyd, sind für Hunde, Katzen und Kleinkinder giftig. Auch Vögel und Igel können durch direkten Kontakt oder den Verzehr vergifteter Schnecken gefährdet sein.
Was tun, wenn mein Kind oder mein Haustier Schneckenkorn gegessen hat?
Rufen Sie sofort einen Giftnotruf an oder suchen Sie umgehend eine Ärztin, einen Arzt oder eine Tierärztin beziehungsweise einen Tierarzt auf. Die Behandlung hängt von der Menge des aufgenommenen Schneckenkorns und dem Gesundheitszustand ab.
Welche Alternativen gibt es zu Schneckenkorn?
Es gibt Schneckenkorn mit Eisen(III)-phosphat, das als weniger gefährlich gilt. Darüber hinaus können physische Barrieren wie Schneckenzäune, Bierfallen und die Förderung natürlicher Fressfeinde helfen.
Was ist der Unterschied zwischen Metaldehyd und Eisen(III)-phosphat?
Metaldehyd ist hochgiftig für viele Tiere und Menschen und kann schwere Vergiftungen verursachen. Eisen(III)-phosphat hingegen ist deutlich weniger gefährlich und hat keine langfristigen schädlichen Umweltauswirkungen.





