Im Internet lauern viele Fallen, besonders beim Online-Shopping. Fakeshops sind eine zunehmende Bedrohung für Verbraucher. Diese betrügerischen Webseiten sehen oft aus wie seriöse Online-Shops, haben aber das Ziel, Kunden um ihr Geld oder ihre persönlichen Daten zu bringen. Es ist entscheidend, die Warnsignale zu kennen und zu wissen, wie man sich schützen kann.
Wichtige Erkenntnisse
- Fakeshops tarnen sich als echte Online-Shops, um Betrug zu begehen.
- Anzeichen sind zu günstige Preise, fehlende Kontaktdaten und Vorkasse als einzige Zahlungsoption.
- Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen bietet eine kostenlose Prüfung an.
- Bei Betrug sollte man sofort die Bank und die Polizei informieren.
Was genau ist ein Fakeshop?
Ein Fakeshop ist eine manipulierte Webseite, die den Anschein eines echten Online-Shops erweckt. Das Hauptziel der Betrüger ist es, Geld zu kassieren, ohne die versprochene Ware zu liefern. Manchmal wird auch minderwertige oder falsche Ware versandt. Die Seiten sind oft professionell gestaltet, um Vertrauen zu erwecken.
Die Gefahr besteht nicht nur im Verlust des Geldes, sondern auch im Diebstahl persönlicher Daten. Diese Informationen können für weitere Betrugsversuche missbraucht werden, was als Phishing bekannt ist.
Schnelle Fakten zu Fakeshops
- Ziel: Geld und/oder Daten stehlen.
- Lieferung: Oft keine Lieferung oder mangelhafte Ware.
- Rückerstattung: Meist sehr schwierig bis unmöglich.
Wie erkennt man betrügerische Online-Shops?
Es gibt mehrere deutliche Anzeichen, die auf einen Fakeshop hindeuten können. Verbraucher sollten besonders aufmerksam sein, wenn sie auf unbekannten Seiten einkaufen möchten. Eines der offensichtlichsten Merkmale sind extrem niedrige Preise für beliebte Produkte. Wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das oft auch.
Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Impressum. Seriöse Online-Shops sind gesetzlich verpflichtet, ein vollständiges und korrektes Impressum mit allen relevanten Unternehmensdaten, wie Firmenname, Adresse und Kontaktdaten, anzugeben. Fehlt dieses Impressum komplett, ist es unvollständig, falsch oder von anderen Webseiten kopiert, sollten alle Alarmglocken schrillen.
Zahlungsmethoden und Lieferzeiten
Die angebotenen Zahlungsmethoden geben ebenfalls Aufschluss. Fakeshops bevorzugen oft die Vorkasse als einzige Zahlungsoption. Dies ist riskant, da Überweisungen in der Regel nicht rückgängig gemacht werden können. Seriöse Shops bieten eine Vielzahl von sicheren Zahlungsmethoden an, darunter Kauf auf Rechnung, Lastschrift oder Bezahldienste mit Käuferschutz wie PayPal.
Lange Lieferzeiten aus fernen Ländern wie China, kombiniert mit unzureichender Qualität, sind ebenfalls häufige Merkmale. Rücksendungen sind in solchen Fällen oft mit erheblichen Problemen verbunden oder gar nicht möglich.
„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, besonders beim Online-Shopping. Prüfen Sie immer die Seriosität eines Shops, bevor Sie persönliche Daten oder Geld preisgeben.“
Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen
Die Verbraucherzentralen bieten mit ihrem Fakeshop-Finder ein nützliches Werkzeug an, um die Seriosität eines Online-Shops zu überprüfen. Dieser kostenlose URL-Check kann vor einer Bestellung Klarheit schaffen.
Man gibt einfach die Adresse des Shops ein und erhält eine Einschätzung, ob es sich um einen potenziellen Fakeshop handelt. Zudem können Nutzer dort Bewertungen anderer Verbraucher einsehen. Dies ist ein einfacher und effektiver Weg, um sich vor Betrug zu schützen.
Hintergrund: Rechtslage in Deutschland
In Deutschland müssen Online-Shops bestimmte gesetzliche Vorgaben erfüllen, insbesondere bezüglich des Impressums und der Widerrufsbelehrung. Fakeshops ignorieren diese Vorschriften systematisch. Ein fehlendes oder fehlerhaftes Impressum ist ein klarer Verstoß gegen das Telemediengesetz (TMG) und ein starkes Indiz für Betrug.
Was tun, wenn man auf einen Fakeshop hereingefallen ist?
Sollten Sie Opfer eines Fakeshops geworden sein, ist schnelles Handeln entscheidend. Zunächst sollten Sie umgehend Ihre Bank kontaktieren. Bei einer Sepa-Lastschrift oder Kreditkartenzahlung können Sie versuchen, die Zahlung zurückbuchen zu lassen. Bei Bezahldiensten wie PayPal greift möglicherweise der Käuferschutz, der Ihnen helfen kann, Ihr Geld zurückzuerhalten.
Bei einer Zahlung per Vorkasse ist es schwieriger, das Geld zurückzubekommen, da Überweisungen in der Regel endgültig sind.
Anzeige bei der Polizei erstatten
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Erstattung einer Anzeige bei der Polizei. Dies können Sie auch online über das Portal onlinewache.polizei.de tun. Eine Anzeige ist wichtig, um die Betrüger zur Rechenschaft zu ziehen und anderen potenziellen Opfern zu helfen.
Sammeln Sie alle verfügbaren Informationen: Bestelldaten, Zahlungsnachweise, E-Mails und Screenshots der Webseite. Diese Unterlagen können der Polizei bei den Ermittlungen helfen.
- Sofort die Bank informieren: Rückbuchung von Lastschriften oder Kreditkartenzahlungen prüfen.
- Käuferschutz nutzen: Bei PayPal und ähnlichen Diensten den Käuferschutz aktivieren.
- Polizeianzeige erstatten: Online oder bei der nächsten Polizeidienststelle.
- Beweise sichern: Alle relevanten Dokumente und Kommunikation aufbewahren.
Beispiel: Der Fall heidi-mode.de
Ein konkretes Beispiel für einen Shop, vor dem gewarnt wird, ist heidi-mode.de. Diese Webseite erfüllt mehrere Anzeichen eines Fakeshops. Es fehlen dort Kontaktdaten, die der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen auslesen kann. Auch andere Plattformen wie watchlist-internet.at und trustpilot.de warnen vor diesem Anbieter.
Obwohl heidi-mode.de Ware versendet, berichten Kunden von unzureichender Qualität, sehr langen Lieferzeiten aus China und Problemen bei Rücksendungen. Solche Erfahrungen sind typisch für betrügerische oder unseriöse Shops, die zwar liefern, aber die Erwartungen der Kunden massiv enttäuschen und keine kundenfreundliche Abwicklung bieten.
Es ist wichtig, bei solchen Anbietern besonders vorsichtig zu sein und im Zweifelsfall lieber auf einen Einkauf zu verzichten.





