Volkswagen plant, ab dem vierten Quartal 2026 ein eigenes Vollhybrid-System in den Modellen Golf und T-Roc einzuführen. Diese Neuerung soll den Kraftstoffverbrauch deutlich senken und eine Antwort auf die steigende Nachfrage nach Übergangsmodellen zur Elektromobilität sein. Der Konzern enthüllte diese Pläne auf dem 47. Internationalen Wiener Motorensymposium.
Wichtige Erkenntnisse
- VW führt ab Ende 2026 ein selbst entwickeltes Vollhybrid-System ein.
- Die ersten Modelle sind der VW Golf und der VW T-Roc.
- Das System verspricht deutlich geringeren Verbrauch als Mildhybride.
- Es kombiniert einen bewährten 1.5 TSI evo2 Motor mit zwei Elektromaschinen.
- Drei Fahrmodi ermöglichen eine optimale Anpassung an die Fahrsituation.
Ein Schritt in Richtung Effizienz
Volkswagen reagiert mit diesem Schritt auf die aktuellen Herausforderungen im Automobilmarkt. Die Nachfrage nach Fahrzeugen, die den Übergang zur reinen Elektromobilität erleichtern, wächst. Gleichzeitig muss der Konzern die Flottenverbrauchsgrenzen einhalten, die er im vergangenen Jahr knapp überschritten hatte.
Das neue Vollhybrid-System soll hier eine wichtige Rolle spielen. Es ermöglicht temporäres elektrisches Fahren und verspricht eine spürbare Verbesserung der Effizienz im Vergleich zu den derzeit verfügbaren Mildhybrid-Antrieben.
Faktencheck: Hybrid-System
- Start: Viertes Quartal 2026
- Erste Modelle: VW Golf, VW T-Roc
- Batteriekapazität: 1,6 kWh Lithium-Ionen (NMC-Zellen)
- Verbrennungsmotor: 1.5 TSI evo2 (EA 211)
- Betriebsmodi: Elektro, Seriell, Parallel
Technologie im Detail: Der neue Antrieb
Das von Volkswagen entwickelte Hybridmodul treibt die Vorderräder an. Es ist ein komplexes System, das mehrere Komponenten integriert. Dazu gehören zwei Elektromaschinen, eine als Antriebsmotor und eine als Generator. Ergänzt wird dies durch Leistungselektronik, ein Differenzial und ein nicht schaltbares Getriebe.
Eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung regelt die Kraftübertragung. Die Energieversorgung übernimmt eine Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie mit NMC-Zellen. Diese Batterie hat einen Energiegehalt von 1,6 kWh und ist platzsparend im Heckbereich des Fahrzeugbodens untergebracht.
Der bewährte Verbrenner
Als Verbrennungsantrieb setzt Volkswagen auf den bekannten 1.5 TSI evo2. Dieser Vierzylinder-Benziner wurde 2022 in seiner aktuellen Form vorgestellt und ist bereits aus den Mildhybriden bekannt. Er verfügt über Direkteinspritzung, Zylinderabschaltung und einen Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG-Lader).
Der Motor, intern als „EA 211“ bezeichnet, ist seit 2012 im Einsatz. Ein technischer Meilenstein war die erstmalige Kombination eines VTG-Laders mit dem Miller-Brennverfahren in Großserie ab 2016. Die Zylinderabschaltung kam später hinzu.
„Die Integration eines bewährten Verbrennungsmotors mit unserer neuen Hybridtechnologie ermöglicht es uns, Effizienz und Leistung optimal zu verbinden“, so ein Sprecher von Volkswagen.
Flexible Betriebsmodi für jede Situation
Das System wählt automatisch den passenden Betriebsmodus, um die Effizienz zu maximieren. Es gibt drei Hauptmodi, die je nach Fahrsituation zum Einsatz kommen:
- Reiner Elektroantrieb: Bei niedrigen Geschwindigkeiten, beispielsweise im Stadtverkehr, bleibt der Verbrennungsmotor ausgeschaltet. Das Fahrzeug fährt rein elektrisch.
- Serieller Modus: In diesem Modus ist der Verbrenner aktiv, aber vom Antrieb abgekoppelt. Er erzeugt über einen Generator Energie für die Elektromaschine, um die elektrische Reichweite zu verlängern.
- Paralleler Modus: Ab etwa 60 km/h übernimmt primär der Verbrennungsmotor den Antrieb der Vorderräder. Die Elektromaschine dient dann als Booster bei Bedarf oder als Generator, um den Verbrenner im effizientesten Lastbereich zu halten.
Hintergrund: Elektrische Komponenten
Da in Phasen mit abgestelltem Verbrennungsmotor weder der nötige Unterdruck für den Bremskraftverstärker noch die Antriebsleistung für den Klimakompressor zur Verfügung stehen, erhalten die Hybrid-Ausführungen spezielle elektrische Komponenten. Dazu gehören ein elektrisch angetriebener Klimakompressor und ein elektrischer Bremskraftverstärker (eBKV).
Fahrerprofile für individuelle Bedürfnisse
Fahrer von VW T-Roc oder VW Golf Hybrid können zwischen drei verschiedenen Profilen wählen, um das Fahrverhalten anzupassen:
- Eco-Modus: In diesem Modus wird die Leistung auf 70 Prozent begrenzt. Die Boost-Funktion, die zusätzliche Kraft liefert, ist deaktiviert. Dies fördert einen besonders sparsamen Fahrstil.
- Comfort-Modus: Hier steht die volle Leistung zur Verfügung, inklusive der Boost-Möglichkeit. Dieser Modus bietet ein ausgewogenes Fahrerlebnis für den Alltag.
- Sport-Modus: Im Sport-Modus wird der serielle Modus früher aktiviert. Dies sorgt für eine schnellere Verfügbarkeit der vollen Leistung und ein dynamischeres Ansprechverhalten des Antriebs.
Volkswagen hat bisher keine detaillierten technischen Daten zum Antriebsstrang oder zu den Preisen der kommenden Hybrid-Modelle bekannt gegeben. Es wird erwartet, dass diese Informationen näher am Marktstart im vierten Quartal 2026 folgen werden.
Die Einführung dieses eigenen Vollhybrid-Systems markiert einen wichtigen Schritt für Volkswagen. Der Konzern will damit seine Position im Wettbewerb stärken und den Kunden eine effiziente Brückentechnologie auf dem Weg zur vollständigen Elektrifizierung bieten. Die Kombination aus bewährter Motorentechnologie und neuen elektrischen Komponenten soll einen spürbaren Mehrwert im Alltag schaffen.





