Volvo präsentiert den neuen EX60, ein vollelektrisches SUV, das hohe Erwartungen weckt. Das Fahrzeug soll sich im hart umkämpften Markt der Premium-Elektro-SUVs etablieren und tritt gegen Modelle wie den BMW iX3, Mercedes GLC EQ und Audi Q6 an. Mit vielversprechenden Eckdaten und einem Fokus auf fortschrittliche Technologie will Volvo überzeugen.
Wichtige Punkte
- Drei Leistungsstufen: P6 (275 kW), P10 (375 kW), P12 (500 kW).
- Reichweiten von bis zu 810 km (WLTP) im Topmodell P12.
- Schnellladezeiten: 10 auf 80 Prozent in 18 bis 19 Minuten.
- Preise beginnen bei 62.990 Euro für die Basisausstattung „Plus“.
- Umfangreiche Serienausstattung inklusive Matrix-Licht und Wärmepumpe.
Der Volvo EX60: Leistung und Reichweite
Der Volvo EX60 kommt mit drei verschiedenen Antriebsvarianten auf den Markt, die sich in Leistung und Reichweite unterscheiden. Das Einstiegsmodell, der P6, bietet 275 kW Leistung und ein Drehmoment von 480 Nm. Er beschleunigt in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine WLTP-Reichweite von 620 km.
Darüber positioniert sich der P10 mit 375 kW Leistung und 710 Nm Drehmoment. Dieses Modell beschleunigt in 4,6 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Reichweite von 660 km nach WLTP-Standard. Die Batteriekapazität beträgt hier 95 kWh brutto (91 kWh netto).
Das Topmodell ist der P12, der beeindruckende 500 kW Leistung und 790 Nm Drehmoment liefert. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in nur 3,9 Sekunden. Mit einer brutto 117 kWh (netto 112 kWh) großen Batterie erreicht der P12 eine bemerkenswerte WLTP-Reichweite von 810 km.
Faktencheck: Ladeleistung
Der Volvo EX60 glänzt mit hohen DC-Ladeleistungen von bis zu 370 kW (P12). Dies ermöglicht das Laden von 10 auf 80 Prozent in nur 18 bis 19 Minuten. Im Vergleich dazu benötigt ein BMW iX3 für eine ähnliche Lademenge 22 Minuten.
Preise und Ausstattung des EX60
Volvo bietet den EX60 in zwei Ausstattungslinien an: „Plus“ und „Ultra“. Die Preise starten bei 62.990 Euro für den P6 in der „Plus“-Ausstattung und reichen bis zu 78.790 Euro für den P12 in der „Ultra“-Version. Damit positioniert sich der EX60 preislich auf dem Niveau seiner direkten Konkurrenten, bietet jedoch eine sehr umfangreiche Serienausstattung.
Hintergrund: Erfolg des XC60
Der Verbrenner-Vorgänger XC60 gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Modellen von Volvo. Der EX60 soll an diesen Erfolg anknüpfen und die gewohnte Volvo-Qualität in das Elektrozeitalter überführen. Die Zielgruppe ist an ein gehobenes Preisniveau gewöhnt, da bereits der XC60 mit Plug-in-Hybrid-Antrieb oft über 70.000 Euro kostete.
Umfangreiche Serienausstattung
Bereits die Basisausstattung „Plus“ ist reichhaltig bestückt. Sie umfasst unter anderem Matrix-Licht, ein festes Glasdach, eine Wärmepumpe, ein Bose-Soundsystem sowie elektrisch verstellbare Sitze vorn und hinten. Auch der Zugang via Smartphone ist standardmäßig integriert. Dies unterstreicht Volvos Strategie, bereits in der Grundversion ein hohes Maß an Komfort und Technologie zu bieten.
Die „Ultra“-Ausstattungslinie legt nochmals nach. Hier erhalten Kunden ein noch besseres Soundsystem von Bowers & Wilkins, ein feiner auflösendes Matrix-Licht, ein auf Knopfdruck elektrochromatisch zu verschattendes Dach und Akustikverglasung. Der Aufpreis für die „Ultra“-Version beträgt knapp 7.000 Euro.
Design und Innenraum: Evolution statt Revolution
Optisch bleibt der EX60 der Volvo-Designsprache treu, besonders an der Front. Die Silhouette wirkt kraftvoll und elegant. Eine Besonderheit sind die Türgriffe, die in der Schachtleiste zwischen Scheibe und Türblatt untergebracht sind. Diese unkonventionelle Lösung könnte in puncto Ergonomie und Sicherheit im Alltag noch auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden.
Im Innenraum dominiert ein großer 15-Zoll-Bildschirm in der Mitte, über den fast alle Funktionen gesteuert werden. Das System basiert auf Android Automotive, da Volvo schon länger auf extern entwickelte Softwarelösungen setzt. Die skalierbare Architektur des „Nvidia Drive AGX Orin“ soll eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen.
„Volvo setzt auf eine 8255 CPU von Qualcomm, die eine ultraschnelle Verarbeitung ermögliche und ein KI-gestütztes Fahrerlebnis durch die Integration von Google Gemini schaffe“, so Volvo in einer Pressemitteilung.
Lektionen aus dem EX90
Volvo hat aus dem Start des größeren EX90 gelernt. Dort gab es anfänglich Probleme mit zu schwacher Hardware. Beim EX60 kommt nun ein leistungsstärkerer Qualcomm SA8255P-Chip zum Einsatz, der für zukünftige Anforderungen gerüstet sein soll. Dies zeigt Volvos Engagement, die Software- und Hardware-Integration kontinuierlich zu verbessern.
Assistenzsysteme und Autonomie
Der EX60 bietet fortschrittliche Assistenzsysteme, die das Fahren sicherer und komfortabler machen. Der „Pilot Assist Plus“ kann auf Autobahnen bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h selbstständig lenken. In Kombination mit dem serienmäßigen Abstandstempomaten entsteht ein Gefühl von teilautonomem Fahren, wobei die volle Verantwortung stets beim Fahrer bleibt.
Das „Pilot Assist-Paket“, eine optionale Ausstattung, kostet je nach Linie zwischen 1.400 und 1.900 Euro. Es beinhaltet eine 360-Grad-Perspektive, einen Einparkassistenten sowie einen Spurführungsassistenten, der bis 150 km/h unterstützt und Navigationsdaten nutzt. Volvo verspricht, dass die Architektur des Fahrzeugs für kontinuierliche Hardware- und Software-Updates ausgelegt ist, um zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden.
- Pilot Assist Plus: Lenkunterstützung auf Autobahnen bis 130 km/h.
- Abstandstempomat: Serienmäßig für komfortables Fahren.
- Pilot Assist-Paket: Optional mit 360-Grad-Kamera, Einparkassistent und Spurführung bis 150 km/h.
Diese Strategie, weniger individuelle Gestaltungsmöglichkeiten anzubieten, aber dafür eine sehr gute Serienausstattung, vereinfacht die Produktion und kann die Lieferzeiten für Kunden verkürzen. Dies ist eine Reaktion auf die Wünsche vor allem chinesischer und amerikanischer Kunden, die oft Wert auf schnelle Verfügbarkeit legen.
Fazit: Ein starker Wettbewerber
Der Volvo EX60 tritt mit ambitionierten Zielen und vielversprechender Technik an. Mit hohen Reichweiten, schnellen Ladezeiten und einer umfangreichen Serienausstattung ist er gut positioniert, um im Segment der Premium-Elektro-SUVs zu bestehen. Obwohl er seine Konkurrenten in einigen Details leicht übertrifft, liegt die Konkurrenz insgesamt sehr nah beieinander. Die Entscheidung für oder gegen den EX60 wird letztlich oft eine Frage des persönlichen Geschmacks sein, etwa ob man ein futuristisches Design wie beim BMW iX3 oder die eher zurückhaltende Eleganz des EX60 bevorzugt.





