Tesla hat ein umfangreiches Frühlings-Update für seine Fahrzeugsoftware angekündigt. Im Mittelpunkt steht eine neue App für das autonome Fahren, genannt Full Self-Driving (FSD) Supervised. Diese soll Nutzern detaillierte Statistiken zur FSD-Nutzung bieten und neue Interaktionsmöglichkeiten eröffnen. Ebenfalls enthalten sind Verbesserungen für den KI-Chatbot Grok, den Haustiermodus und die Akzentbeleuchtung.
Wichtige Neuerungen
- Eigene Self-Driving-App für FSD-Statistiken und Gamification.
- Verbesserte Grok-Integration mit Sprachbefehlen und Erinnerungsfunktion.
- Akzentbeleuchtung wird zum Totwinkel-Warner.
- Erweiterter Haustiermodus für verschiedene Tiere.
- Längere Dashcam-Aufzeichnung und automatisierte Updates.
Neue Self-Driving-App: Kontrolle und Gamification
Die größte Neuerung des Frühlings-Updates ist die Einführung einer eigenen Self-Driving-App. Diese App wird zur zentralen Anlaufstelle für alle Funktionen des teilautonomen Fahrens. Nutzer erhalten damit einen einfachen Zugang zum monatlichen FSD-Abonnement.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Gamification. Die App zeigt in übersichtlichen Diagrammen an, wie oft und über welche Distanzen die FSD-Funktionen bereits genutzt wurden. So können Fahrer beispielsweise ihre 'Streaks' verfolgen, also mehrtägige Serien der FSD-Nutzung. Dies soll die Motivation steigern, FSD-Abos abzuschließen oder beizubehalten.
Faktencheck FSD-App
- Verfügbarkeit: Nur für Fahrzeuge mit AI4-Hardware (HW4), die ab März 2023 in Model S/X und später in Model 3/Y verbaut wurde.
- Funktionen: Zeigt Nutzungsstatistiken, ermöglicht Abo-Verwaltung, bietet Einstellungen für Fahrstil und Parkverhalten.
- Ziel: Erhöhung der Nutzerbindung und Motivation zur FSD-Nutzung.
FSD in Europa: Ein erster Schritt
Erst kürzlich wurde FSD Supervised in den Niederlanden zugelassen, was den ersten Schritt für die Technologie in der Europäischen Union darstellt. Wann Deutschland folgen wird, ist noch unklar. Zuvor war FSD bereits in Ländern wie den USA, China, Australien und Neuseeland verfügbar. Praxistests in europäischen Großstädten wie Hamburg haben die Leistungsfähigkeit des Systems bereits gezeigt.
Grok: Intelligenter Assistent lernt dazu
Der KI-Chatbot Grok, der bereits für Tesla-Fahrer in Europa freigeschaltet ist, erhält ebenfalls Verbesserungen. Bisher konnte Grok hauptsächlich bei der Kartennavigation assistieren. Mit dem Update kann Grok nun auch Erinnerungen für bestimmte Orte setzen. Dies erweitert seine praktischen Einsatzmöglichkeiten im Alltag deutlich.
„Die Aktivierung von Grok war bisher schon einfach, aber die Deaktivierung wurde oft als umständlich empfunden. Das neue Sprachkommando 'Goodbye' soll dies nun vereinfachen.“
Eine weitere Komfortverbesserung ist die Aktivierung von Grok per Sprachbefehl. Statt nur über das Lenkrad oder den App-Launcher kann der Assistent nun auch mit dem Kommando „Hey Grok“ gestartet werden. Eine direkte Steuerung von Klimaanlage oder anderen Fahrzeugfunktionen über Grok ist jedoch weiterhin nicht möglich.
Akzentbeleuchtung wird multifunktional
Die Akzentbeleuchtung in Fahrzeugen wie dem Model 3 Highland, Cybertruck und Model Y Juniper, die bislang vor allem dekorative Zwecke erfüllte, erhält eine neue wichtige Funktion. Sie dient künftig als Totwinkel-Warner.
Bislang wurden Objekte im toten Winkel durch einen rot leuchtenden Punkt im Türrahmen, einen roten Balken im Display und einen Warnton signalisiert. Mit dem neuen Update sollen diese Warnungen bei eingeschaltetem Blinker oder im geparkten Zustand auch über die Akzentbeleuchtung signalisiert werden. Dies ist eine direkte Reaktion auf die Kreativität der Tesla-Community, die diese Streifen bereits als zusätzliche Blinkersignale genutzt hatte.
Hintergrund: Haustiermodus und Sound
Der beliebte Hunde-Modus der Klimaanlage wird in einen breiter gefassten Haustiermodus umbenannt. Fahrer können nun zwischen Hund, Katze oder Igel wählen, was eine persönlichere Note verleiht. Für Fahrzeuge des neuen Model 3 und Y mit Premium-Audio-Ausstattung verspricht Tesla mit „Immersive Sound“ ein verbessertes Klangerlebnis, das Audioinhalte räumlicher darstellen soll.
Weitere Komfort- und Unterhaltungsfunktionen
Das Frühlings-Update bringt eine Reihe weiterer Verbesserungen, die den Komfort und die Unterhaltung im Tesla steigern sollen:
- Das Sketchpad, Teslas Zeichenprogramm, erhält Unterstützung für Sticker und Emojis. Zeichnungen können gespeichert, in der mobilen App abgerufen und geteilt werden.
- Für die Reiseplanung werden die Energiestatistiken künftig über mehrere, manuell erstellte Trips hinweg verfolgbar. Ein Wisch auf dem Mediaplayer zeigt schnell den Verbrauch der aktuellen Fahrt an.
- Die Wetterkarte wird detaillierter: Schnee und Regen werden in verbesserten Farben dargestellt, um Niederschlagsarten leichter zu unterscheiden. Zusätzlich lässt sich die Wetterlage der vergangenen Stunde entlang der Route nachverfolgen.
- Die Dashcam wurde überarbeitet. Die Aufzeichnungsdauer wächst auf bis zu 24 Stunden, und einzelne Clips können dauerhaft im Fahrzeug gespeichert werden.
- Software-Updates können nun automatisch nachts installiert werden, sofern das Fahrzeug geparkt ist. Dies erspart Nutzern das manuelle Anstoßen der Updates.
Das Spring Update soll schrittweise ausgerollt werden. Ein genauer Termin für die flächendeckende Verfügbarkeit wurde noch nicht bekannt gegeben. Berichte deuten darauf hin, dass die Integration von Apple CarPlay bei Tesla aufgrund technischer Hürden mit iOS 26 weiterhin auf sich warten lässt.





