Die hohen Kraftstoffpreise belasten viele Autofahrer in Deutschland. Doch es gibt Wege, den Verbrauch zu senken und die monatlichen Ausgaben zu reduzieren. Von der richtigen Fahrweise bis zur optimalen Fahrzeugwartung – kleine Änderungen können eine große Wirkung haben.
Wichtige Erkenntnisse
- Regelmäßige Fahrzeugwartung und korrekter Reifendruck senken den Verbrauch.
- Vorausschauendes Fahren und frühes Hochschalten sparen Kraftstoff.
- Zusatzverbraucher wie Klimaanlage sparsam einsetzen.
- Tankstellenpreise vergleichen und zur günstigsten Zeit tanken.
- Bei Neuanschaffung Energieverbrauch und alternative Antriebe prüfen.
- Alternativen zum eigenen Auto wie Car-Sharing oder Fahrrad nutzen.
Fahrzeug in Top-Zustand halten
Ein gut gewartetes Fahrzeug ist die Basis für einen niedrigen Spritverbrauch. Unnötiges Gewicht im Kofferraum oder ein montierter Dachgepäckträger erhöhen den Luftwiderstand und damit den Verbrauch erheblich. Ein Dachgepäckträger kann beispielsweise bis zu einem Liter mehr Kraftstoff pro 100 Kilometer kosten.
Der Reifendruck spielt eine entscheidende Rolle. Halten Sie sich an die Herstellerangaben, oder erhöhen Sie den Druck sogar leicht. Kontrollieren Sie den Reifendruck regelmäßig, idealerweise bei jedem zweiten oder dritten Tankstopp. Beim Kauf neuer Reifen können Leichtlaufreifen eine gute Investition sein, da sie trotz höherer Anschaffungskosten schnell Einsparungen ermöglichen.
Faktencheck
Leichtlauf-Motoröle können den Kraftstoffverbrauch um bis zu fünf Prozent senken, obwohl sie in der Anschaffung teurer sind. Eine regelmäßige Wartung in der Werkstatt hilft, den Motor effizient zu halten.
Spritsparend fahren lernen
Die Art und Weise, wie Sie fahren, beeinflusst den Verbrauch maßgeblich. Moderne Pkw sind darauf ausgelegt, auch bei niedrigen Drehzahlen effizient zu arbeiten. Schalten Sie daher frühzeitig hoch, idealerweise unter 2000 Umdrehungen pro Minute. Als Faustregel gilt: Bei 30 km/h in den dritten Gang, bei 40 km/h in den vierten.
Vorausschauendes Fahren ist ein weiterer Schlüssel zum Sparen. Halten Sie ausreichend Abstand und vermeiden Sie abruptes Beschleunigen und Bremsen. Rollen Sie frühzeitig auf rote Ampeln oder Hindernisse zu, anstatt bis zur letzten Sekunde Gas zu geben. Die Schubabschaltung moderner Fahrzeuge stoppt dabei die Kraftstoffzufuhr.
„Gleichmäßiges Fahren und das frühzeitige Hochschalten sind die einfachsten Wege, den Spritverbrauch im Alltag spürbar zu reduzieren.“
Auf der Autobahn lohnt es sich, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Fahren Sie mit 110 km/h statt 140 km/h, können Sie ein bis zwei Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer einsparen. Ein Tempomat hilft dabei, eine konstante Geschwindigkeit zu halten, was den Verbrauch weiter senkt.
Fahrzeugtechnik bewusst nutzen
Zusatzverbraucher im Auto, wie Klimaanlage, Sitzheizung oder Heckscheibenheizung, erhöhen den Spritverbrauch erheblich. Die Klimaanlage kann den Verbrauch um mehr als einen Liter steigern. Schalten Sie diese und andere Verbraucher nur dann ein, wenn sie wirklich nötig sind.
Hintergrundinformation
Viele moderne Fahrzeuge aktivieren die Klimaanlage automatisch beim Motorstart. Denken Sie daran, sie manuell auszuschalten, wenn sie nicht gebraucht wird.
Verfügt Ihr Fahrzeug nicht über eine Start-Stopp-Automatik, schalten Sie den Motor bei längeren Stopps, zum Beispiel an Bahnübergängen oder im Stau, manuell ab. Schon bei Stillstandzeiten von mehr als zehn Sekunden lohnt sich dies.
Clever tanken: Preise vergleichen und Uhrzeit beachten
Der Preis an der Zapfsäule variiert stark. Nutzen Sie Spritpreis-Apps, um die günstigste Tankstelle in Ihrer Umgebung zu finden. Ein kleiner Umweg kann sich oft lohnen, wenn der Preisunterschied groß genug ist. Die Apps zeigen die Preise in Echtzeit an.
Neue Regeln ab Ostern 2026
Die Bundesregierung plant ein „Spritpreispaket“. Tankstellen dürfen ihre Preise dann nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Preissenkungen bleiben jederzeit möglich. Ziel ist es, die bis zu 22 Preisänderungen pro Tag zu stoppen und die Preise für Verbraucher berechenbarer zu machen.
Historisch gesehen waren Benzin und Diesel zwischen 18 und 20 Uhr am günstigsten. Mit den neuen Regeln wird sich dies ändern. Empirische Beobachtungen aus Österreich zeigen, dass dort die Spritpreise am Vormittag am niedrigsten sind, da Preiserhöhungen nur um 12 Uhr mittags vorgenommen werden dürfen. Tanken Sie daher am besten zwischen 8 und 11:59 Uhr, um Kosten zu sparen.
Beim Autokauf auf den Verbrauch achten
Steht ein Fahrzeugwechsel an, berücksichtigen Sie den Energieverbrauch bei Ihrer Entscheidung. Auch kleine Unterschiede im Verbrauch können sich über die gesamte Haltedauer zu beträchtlichen Summen addieren. Hinterfragen Sie Ihre Gewohnheiten: Benötigen Sie wirklich ein großes Auto, oder würde ein kleineres Modell Ihren Anforderungen gerecht werden?
Prüfen Sie auch die Art des Antriebs. Dieselkraftstoff ist an der Tankstelle oft günstiger als Benzin, doch die Anschaffungs- und Fixkosten, wie die Kfz-Steuer, sind bei Dieselfahrzeugen meist höher. Berücksichtigen Sie die Gesamthaltungskosten, nicht nur den reinen Kraftstoffpreis.
Alternative Antriebe und Mobilitätslösungen
Elektroautos bieten trotz höherer Anschaffungskosten oft deutlich geringere Haltungskosten. Auch wenn die staatlichen Kaufprämien Ende 2023 wegfielen, sind individuelle Rabatte bei Händlern und Herstellern weiterhin möglich. Ein E-Auto muss zu Ihren Lebensbedingungen passen, insbesondere die Lademöglichkeiten zu Hause oder an häufig besuchten Orten.
Plug-in-Hybride können ebenfalls eine Option sein, sofern sie hauptsächlich im Elektromodus gefahren werden. Wird vorwiegend der Verbrennungsmotor genutzt, steigt der Verbrauch oft über den vergleichbarer Fahrzeuge ohne Elektro-Unterstützung.
Tipp
Testen Sie ein E-Auto risikofrei über einen längeren Zeitraum, zum Beispiel durch Mieten, um es im Alltag zu erproben.
Doch nicht jede Fahrt muss mit dem eigenen Auto erfolgen. Bus und Bahn sind oft eine gute Alternative für Pendler. Für kurze bis mittlere Strecken ist das Fahrrad, eventuell mit elektrischer Unterstützung, nicht nur günstiger, sondern auch gesundheits- und klimafreundlich.
Car-Sharing, Leihwagen oder Fahrdienste per App bieten Flexibilität, ohne ein eigenes Auto besitzen zu müssen. Wer das eigene Fahrzeug bewusster einsetzt und viele Fahrten alternativ erledigt, kann sogar über die Notwendigkeit eines Zweitwagens nachdenken. All diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Mobilitätskosten zu senken und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.





