Skoda hat seine beliebten Elektro-SUVs Enyaq und Elroq umfassend überarbeitet. Die Neuerungen umfassen ein aktualisiertes Infotainmentsystem mit neuer Hardware sowie stärkere Antriebe für die Einstiegsmodelle. Diese strategischen Anpassungen sind Teil eines größeren Jahresplans des Herstellers, der auch die Einführung des neuen, kleineren E-SUV Epiq berücksichtigt.
Wesentliche Neuerungen
- Neues Infotainmentsystem mit verbesserter Hardware und Software 6.0
- Stärkere Einstiegsantriebe für Enyaq und Elroq mit 140 kW
- Einführung von LFP-Batterien (58 kWh nutzbar) in den Basismodellen
- Optimierte Rekuperation inklusive One-Pedal-Driving
- Erweiterte Assistenzsysteme wie Kreuzungs-Assistent und Travel Assist 3.0
- Kleineres Downgrade bei den RS-Modellen in Bezug auf Batteriekapazität und Ladeleistung
Infotainment und Konnektivität auf neuem Niveau
Das Herzstück der Überarbeitung bildet das komplett erneuerte Infotainmentsystem. Skoda setzt hier auf eine frische Hardware-Generation, die mit der Softwareversion 6.0 betrieben wird. Kunden dürfen sich auf eine aufgeräumte Bedienoberfläche freuen. Wichtige Funktionen wie die Temperatureinstellung und Favoriten sind nun seitlich im Bildschirm angeordnet, was die Ergonomie verbessert.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Routenplanung. Der überarbeitete Planer ermöglicht es nun, bevorzugte Ladeanbieter zu filtern und sogar bestimmte Betreiber auszuschließen. Dies dürfte die Planung von Langstreckenfahrten erheblich vereinfachen und den Alltag für E-Auto-Fahrer praktischer gestalten.
Wissenswertes zum Infotainment
- Home-Bildschirm neu strukturiert
- Integrierter App-Store mit Spotify und YouTube
- Induktives Laden von Smartphones mit bis zu 25 Watt
- Smartphone kann als Fahrzeugschlüssel dienen
Neuerungen bei Hardware und Software
Die neue Hardware ermöglicht zudem erweiterte Funktionen. Eine Innenraumkamera im Rückspiegelgehäuse verbessert die Aufmerksamkeitsüberwachung und Müdigkeitserkennung des Fahrers. Für zusätzliche Sicherheit sorgen neue Radarsysteme in den Stoßfängerecken, die einen Kreuzungs-Assistenten ermöglichen. Dieser warnt an unübersichtlichen Kreuzungen vor potenziellen Gefahrensituationen.
"Die Verfeinerung des Routenplaners ist eine der Funktionen, die wir am ehesten auch auf der bisherigen Hardware nachreichen werden", betont ein Sprecher des Herstellers. Dies zeigt die Bedeutung, die Skoda dieser praktischen Neuerung beimisst.
Antrieb und Batterie: Mehr Power für den Einstieg, Details bei RS-Modellen
Die Einstiegsmodelle des Elroq und Enyaq erhalten eine Leistungssteigerung. Die neuen Basisversionen verfügen nun über 140 kW (190 PS). Diese Modelle sind elektronisch auf eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h begrenzt, während alle anderen Varianten bis zu 180 km/h erreichen. Der Standardsprint von 0 auf 100 km/h gelingt den Einstiegsmodellen in etwa 8,5 Sekunden.
Hintergrund: LFP-Batterien
Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) sind bekannt für ihre Robustheit, Langlebigkeit und geringere Kosten im Vergleich zu NMC-Batterien (Nickel-Mangan-Kobalt). Sie gelten als sicherer und weniger anfällig für thermische Probleme, haben jedoch in der Regel eine geringere Energiedichte, was die Reichweite leicht beeinflussen kann.
Neue Batteriechemie und Ladeleistung
Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Batterietechnologie im Basismodell. Skoda setzt hier auf eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit einem nutzbaren Energiegehalt von 58 kWh. Die maximale DC-Ladeleistung beträgt 105 kW. Dies ist etwas weniger als bei den direkten Vorgängern. Die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent wird mit 26 Minuten angegeben, was einer durchschnittlichen Netto-Ladeleistung von knapp 94 kW entspricht.
Für die RS-Modelle gibt es ebenfalls Anpassungen. Die Batteriekapazität reduziert sich leicht von 79 kWh auf 77 kWh netto. Die maximale Ladeleistung sinkt von 185 kW auf 165 kW. Skoda gibt eine Ladezeit von 29 Minuten für 10 auf 80 Prozent an. Die Unterschiede sind marginal, aber vorhanden.
Zuglast der Modelle
- Einstiegsmodelle: 1000 kg (bei max. 12% Steigung)
- Alle anderen Elroq-Varianten: bis zu 1800 kg
- Enyaq mit großer Batterie: 2000 bis 2200 kg
Fahrerassistenzsysteme und Praktische Details
Die Sammlung der Fahrerassistenzsysteme, zusammengefasst unter dem Namen "Travel Assist", macht ebenfalls einen Generationssprung. Die Version 3.0 integriert neue Radarsensoren und eine tiefere Online-Einbindung. Dies soll unter anderem den assistierten Spurwechsel auf der Autobahn verbessern und den Nothalt bei einem Ausfall des Fahrers optimieren.
Ein kleines, aber feines Detail ist das neue Fach unter der vorderen Haube. Mit 21 Litern bietet es zusätzlichen Stauraum, der bisher nur über nachträgliche Lösungen von Drittanbietern erhältlich war. Dies zeigt, dass Skoda auch auf Kundenfeedback bei praktischen Aspekten eingeht.
Verbesserte Beleuchtung und Rekuperation
Neu ist auch eine zusätzliche Stufe zwischen Tagfahr- und Abblendlicht. In der Dämmerung oder bei schlechten Lichtverhältnissen werden Scheinwerfer und Rückleuchten in einem stromsparenden Modus betrieben. Dies könnte dazu beitragen, die Sichtbarkeit bei schwierigen Bedingungen zu verbessern.
Die Rekuperation wurde ebenfalls überarbeitet und bietet nun eine zweistufige Einstellung. Erstmals ist damit auch das One-Pedal-Driving möglich, bei dem das Fahrzeug durch einfaches Loslassen des Gaspedals stark verzögert und Energie zurückgewinnt. Dies erhöht den Fahrkomfort und die Effizienz, besonders im Stadtverkehr.
Preise und Ausblick: Was erwartet die Kunden?
Die überarbeiteten Modelle sollen ab Sommer ausgeliefert werden. Offizielle Preise hat Skoda noch nicht bekannt gegeben. Es wird jedoch erwartet, dass sie den Preisen der direkten Vorgänger ähneln. Der Elroq 60 könnte demnach bei rund 38.000 Euro starten, der Enyaq 60 bei etwa 44.000 Euro.
Diese Preisanpassungen schaffen auch Raum für den kommenden Skoda Epiq, das kleinere E-SUV. Die Spitzenversion des Epiq wird voraussichtlich eine NMC-Batterie mit 52 kWh erhalten. Ein Einstiegspreis von etwa 32.000 Euro für den Epiq 55 scheint realistisch, was ihn unterhalb des bisherigen Elroq 50 positionieren würde.
Skoda setzt mit diesen Updates einen klaren Fokus auf die Weiterentwicklung seiner Elektro-SUV-Palette. Die Verbesserungen bei Infotainment, Antrieb und Assistenzsystemen sollen die Attraktivität der Modelle weiter steigern und den Kunden ein noch besseres Fahrerlebnis bieten.





