Mercedes-Benz hat einen weltweiten Rückruf für seine Elektroauto-Modelle EQA 250+ und EQB 250+ gestartet. Grund ist die Gefahr eines internen Kurzschlusses in den Hochvoltbatterien, der zu Überhitzung und Brand führen kann. Betroffen sind über 51.000 Fahrzeuge.
Wichtige Punkte
- Weltweiter Rückruf von 51.729 Mercedes EQA 250+ und EQB 250+ Modellen.
- In Deutschland sind 4.677 Fahrzeuge betroffen.
- Ursache: Interner Kurzschluss in der 70,5 kWh Batterie von Farasis.
- Sofortige Maßnahmen: Nicht über 80% laden, draußen parken.
- Die Batterien werden komplett ausgetauscht.
Umfassender Rückruf für Mercedes E-Modelle
Der Rückruf betrifft die Elektroauto-Modelle Mercedes-Benz EQA 250+ und EQB 250+. Weltweit müssen 51.729 Fahrzeuge in die Werkstatt. In Deutschland sind 4.677 Modelle betroffen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat den Rückruf unter der internen Nummer 16136R registriert.
Die betroffenen Fahrzeuge wurden zwischen dem 20. Februar 2021 und dem 30. Juli 2024 produziert. Alle diese Autos der Baureihe 243 sind mit einer 70,5 kWh fassenden Traktionsbatterie des chinesischen Zulieferers Farasis ausgestattet.
Faktencheck
- Betroffene Modelle: Mercedes-Benz EQA 250+, EQB 250+
- Produktionszeitraum: 20.02.2021 bis 30.07.2024
- Batteriekapazität: 70,5 kWh
- Batteriehersteller: Farasis (China)
- Weltweit betroffene Fahrzeuge: 51.729
- In Deutschland betroffene Fahrzeuge: 4.677
Gefahr eines internen Kurzschlusses
Mercedes-Benz nennt als Grund für die Sicherheitsmaßnahme die Gefahr eines internen Kurzschlusses in den Batteriezellen. Ein solcher Kurzschluss kann zu einer Überhitzung der Batterie führen, was im schlimmsten Fall ein Brandrisiko darstellt. Die Sicherheit der Fahrzeuginsassen und anderer Verkehrsteilnehmer steht dabei an erster Stelle.
Die interne Nummer des Rückrufs beim Hersteller lautet 16136R. Diese Information hilft Werkstätten und Fahrzeughaltern, die genaue Ursache und die notwendigen Schritte zu identifizieren.
Sofortmaßnahmen für betroffene Halter
Da nicht alle Batterien sofort ausgetauscht werden können, empfiehlt Mercedes-Benz den betroffenen Fahrzeughaltern, umgehend Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen:
- Die Fahrzeuge sollen nicht über 80 Prozent geladen werden.
- Die Autos sollen ausschließlich im Freien geparkt werden.
Diese Empfehlungen sollen das Risiko einer Überhitzung minimieren, bis die Batterien gewechselt werden können. Schon zuvor hatte Mercedes-Benz die Kapazität des Akkus mittels eines Software-Updates temporär reduziert.
Hintergrund: Batterietechnologie
Lithium-Ionen-Batterien sind das Herzstück moderner Elektrofahrzeuge. Sie bieten eine hohe Energiedichte, bergen aber bei Defekten auch Risiken. Interne Kurzschlüsse können durch Materialfehler, Fertigungsfehler oder externe Beschädigungen entstehen. Hersteller investieren stark in Qualitätskontrollen und Sicherheitsmechanismen, um solche Vorfälle zu verhindern. Ein Rückruf ist eine Standardmaßnahme, um die Sicherheit der Kunden zu gewährleisten.
Der Austauschprozess der Batterien
Der Austausch der fehlerhaften Batterien wird netto einen vollen Arbeitstag in Anspruch nehmen. Mercedes-Benz verspricht, dass die Fahrzeuge nach dem Batterietausch technisch wieder dem Zustand entsprechen, in dem sie ursprünglich ausgeliefert wurden. Das bedeutet, dass die vorübergehende virtuelle Kapazitätsbeschränkung, die durch ein Software-Update implementiert wurde, nach dem Tausch aufgehoben wird.
Fahrzeughalter werden von Mercedes-Benz direkt kontaktiert, um einen Termin für den Batterietausch zu vereinbaren. Es ist wichtig, diesen Aufforderungen zeitnah nachzukommen, um die volle Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs wiederherzustellen.
„Die Sicherheit unserer Kunden hat höchste Priorität. Wir arbeiten intensiv daran, alle betroffenen Fahrzeuge schnellstmöglich mit einer neuen, sicheren Batterie auszustatten.“
Auswirkungen auf den Markt
Rückrufe sind in der Automobilindustrie keine Seltenheit und betreffen regelmäßig auch Premiumhersteller. Sie zeigen, dass die Hersteller ihre Verantwortung ernst nehmen und auf potenzielle Sicherheitsrisiken reagieren. Für Mercedes-Benz ist dies ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Kunden in seine Elektromodelle zu wahren.
Die betroffenen Fahrzeuge EQA 250+ und EQB 250+ sind wichtige Modelle in der Elektrostrategie des Unternehmens. Die schnelle und transparente Abwicklung des Rückrufs ist entscheidend für das Image der Marke.
Was Kunden jetzt tun sollten
- Auf Post warten: Mercedes-Benz wird alle betroffenen Fahrzeughalter schriftlich informieren.
- Vorsichtsmaßnahmen beachten: Das Fahrzeug nicht über 80% laden und im Freien parken.
- Termin vereinbaren: Sobald die Aufforderung kommt, einen Termin in einer autorisierten Mercedes-Benz Werkstatt vereinbaren.
- Fragen klären: Bei Unsicherheiten oder Fragen den Mercedes-Benz Kundenservice kontaktieren.
Es ist ratsam, die Hinweise des Herstellers genau zu befolgen, um jegliche Risiken zu vermeiden und den Austauschprozess reibungslos zu gestalten.





