Mercedes-Benz hat die elektrische C-Klasse vorgestellt. Das neue Modell, intern als C-Klasse EQ bezeichnet, setzt auf eine eigenständige Elektroplattform. Es verspricht eine beeindruckende WLTP-Reichweite von bis zu 760 Kilometern. Diese Entwicklung markiert einen wichtigen Schritt für Mercedes im Mittelklasse-Segment der Elektromobilität.
Wichtigste Punkte
- WLTP-Reichweite von bis zu 760 km.
- Allradantrieb mit 360 kW (489 PS) Leistung zum Start.
- Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4,1 Sekunden.
- Batteriekapazität von 94,5 kWh netto.
- DC-Ladeleistung von bis zu 330 kW.
Ein starker Auftritt in der Elektromittelklasse
Die Einführung der elektrischen C-Klasse zeigt, dass Mercedes-Benz seine Doppelstrategie in der Mittelklasse konsequent verfolgt. Neben den Modellen mit Verbrennungsmotoren, die weiterhin angeboten werden, etabliert sich nun eine rein elektrische Variante. Diese baut auf einer dedizierten Elektroplattform auf, was technische Vorteile gegenüber umgebauten Verbrenner-Plattformen bietet.
Zum Marktstart präsentiert Mercedes zunächst ein leistungsstarkes Allradmodell, den C 400 4Matic. Dieses Fahrzeug leistet 360 kW (489 PS) und bietet ein Drehmoment von beeindruckenden 800 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt in nur 4,1 Sekunden. An der Hinterachse kommt ein Zweigang-Getriebe zum Einsatz. Dies soll nicht nur die schnelle Beschleunigung optimieren, sondern auch die Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn verbessern.
Faktencheck
- Reichweite: Bis zu 760 km (WLTP-Zyklus).
- Batteriekapazität: 94,5 kWh netto.
- Antrieb: Zwei Synchronmotoren (Allrad).
- Leistung: 360 kW (489 PS).
- Drehmoment: 800 Nm.
- 0-100 km/h: 4,1 Sekunden.
Langstreckentauglichkeit und Ladeperformance
Die angegebene WLTP-Reichweite von 760 km positioniert die elektrische C-Klasse als ernsthaften Konkurrenten im Segment der Langstrecken-Elektroautos. Mercedes-Benz hat bereits angekündigt, das Modellangebot im kommenden Jahr um eine Variante mit Hinterradantrieb zu erweitern, die voraussichtlich über 800 km Reichweite bieten wird. Auch weitere Antriebs- und Batterieoptionen sind denkbar, darunter ein Basismodell mit etwa 70-kWh-Batterie und ein Topmodell mit über 400 kW Leistung.
Das Startmodell C 400 4Matic ist mit einer Batterie von 94,5 kWh Nettokapazität ausgestattet. Der Energieverbrauch im WLTP-Zyklus liegt zwischen 14,1 und 18,5 kWh pro 100 Kilometer. Besonders hervorzuheben ist die Ladeleistung: Unter idealen Bedingungen kann der Wagen mit bis zu 330 kW Gleichstrom (DC) geladen werden. Dies ermöglicht es, in nur 10 Minuten Strom für weitere 320 km Reichweite nachzuladen. Eine Ladung von 10 auf 80 Prozent soll in etwa 22 Minuten abgeschlossen sein, vorausgesetzt, die Batterie ist vortemperiert und die Ladeinfrastruktur entsprechend leistungsfähig.
„Die Ladezeiten sind entscheidend für die Alltagstauglichkeit. Mit 330 kW Spitzenleistung und einer schnellen Teilladung setzt Mercedes neue Maßstäbe in diesem Segment.“
Ladeinfrastruktur und 400-Volt-Technik
Trotz der beeindruckenden Spitzenladeleistung ist zu beachten, dass Ladesäulen mit mehr als 300 kW noch nicht weit verbreitet sind. Die durchschnittliche Nettoladeleistung zwischen 10 und 80 Prozent unter idealen Bedingungen beträgt etwa 180 kW. Dies ist zwar nicht der absolute Spitzenwert am Markt, aber für die meisten Nutzungsprofile mehr als ausreichend. Wer eine volle Batterie fährt, bis auf 10 Prozent entlädt und dann auf 80 Prozent lädt, kann auf der Autobahn über 700 km zurücklegen, wenn er eine 22-minütige Pause akzeptiert.
Ein Punkt, der bereits beim CLA und GLC EQ kritisiert wurde, ist die 400-Volt-DC-Lademöglichkeit, die nur gegen Aufpreis erhältlich ist. Bei der C-Klasse EQ scheint Mercedes diesen Weg vorerst beizubehalten. Serienmäßig ist das Laden mit 11 kW Wechselstrom (AC) möglich, optional auch mit 22 kW. Dies ist besonders praktisch für das Laden zu Hause oder an öffentlichen AC-Säulen während längerer Aufenthalte, etwa beim Einkaufen oder im Fitnessstudio.
Hintergrund: Die Elektromobilitätsstrategie von Mercedes
Mercedes-Benz verfolgt eine klare Strategie zur Elektrifizierung seiner Modellpalette. Die C-Klasse EQ ist Teil einer neuen Generation von Elektrofahrzeugen, die auf dedizierten Plattformen basieren. Diese Strategie soll sicherstellen, dass Elektroautos von Grund auf für die spezifischen Anforderungen des elektrischen Antriebsstrangs optimiert sind, anstatt bestehende Verbrenner-Plattformen umzubauen. Dies betrifft nicht nur die Batterieintegration und Aerodynamik, sondern auch das Raumangebot im Innenraum und die Fahrleistungen.
Interieur und Assistenzsysteme
Im Innenraum setzt die elektrische C-Klasse auf eine moderne und beeindruckende Display-Landschaft. Das Betriebssystem MB.OS wird von einer leistungsstarken Hardware unterstützt, die für zukünftige Software-Updates und neue Funktionen ausgelegt ist. Mercedes bietet zudem die Möglichkeit, bestimmte Assistenzsysteme nachträglich per Software-Update hinzuzubuchen. Dazu gehören ein proaktiver Spurwechsler, eine spezielle Kameraperspektive zum Schutz der Felgen und ein Assistent für mehr Sicherheit im Stadtverkehr.
Das Kofferraumvolumen beträgt 470 Liter, was angesichts der äußeren Abmessungen als ausreichend, aber nicht übermäßig großzügig gilt. Dafür bietet ein Fach unter der vorderen Haube zusätzliche 101 Liter Stauraum. Der Radstand von 2,96 Metern verspricht ein großzügiges Platzangebot im Innenraum, das das der C-Klasse mit Verbrennungsmotor deutlich übertreffen soll.
Konkurrenz und Zukunftsaussichten
Die elektrische C-Klasse betritt ein hart umkämpftes Segment. Konkurrenz kommt nicht nur vom eigenen Haus, etwa durch den darunter positionierten CLA EQ, der ebenfalls schnell lädt und als Kombi angeboten wird (was für die C-Klasse EQ derzeit nicht geplant ist). Auch externe Wettbewerber wie der neue BMW i3 (Neue Klasse, Marktstart Herbst 2026) mit bis zu 900 km Reichweite und 400 kW Ladeleistung stellen eine Herausforderung dar.
Der Preis für den C 400 EQ 4Matic wurde noch nicht offiziell bekannt gegeben, aber es wird mit einem Startpreis von rund 65.000 Euro gerechnet. Mercedes-Benz fährt in der Mittelklasse noch einige Jahre zweigleisig, indem es parallel die modellgepflegte C-Klasse mit Verbrennungsmotor anbietet. Dies gibt den Kunden die Wahl und lässt Raum für die Entwicklung der Elektromobilität.
Die erste Einschätzung zeigt: Mercedes hat mit der C-Klasse EQ ein überzeugendes Paket geschnürt. Die Kombination aus hoher Reichweite, starker Leistung und modernen Technologien hat das Potenzial, viele Skeptiker von der Elektromobilität zu überzeugen.
- Vorteile: Hohe Reichweite, schnelle Beschleunigung, modernes Interieur, dedizierte Elektroplattform.
- Potenzielle Herausforderungen: Preisgestaltung, Wettbewerb, optionale 400-Volt-Ladefunktion.





