Das US-Unternehmen Lyten hat die Übernahme der insolventen schwedischen Northvolt-Standorte abgeschlossen. Dies gab das Unternehmen aus San José, Kalifornien, bekannt. Die Transaktion sichert die Zukunft der Batteriezellproduktion in Skellefteå und des Entwicklungszentrums in Västerås. Lyten plant, die Produktion in Skellefteå bereits im zweiten Halbjahr 2026 wieder aufzunehmen.
Wichtige Punkte
- Lyten hat die schwedischen Northvolt-Standorte übernommen.
- Die Übernahmesumme betrug fast 5 Milliarden US-Dollar.
- Produktion in Skellefteå soll Ende 2026 wieder anlaufen.
- Lyten plant auch die Übernahme der deutschen Northvolt-Tochter in Heide.
Einigung sichert schwedische Batteriefabriken
Die Übernahme umfasst die Batteriezellproduktion in Skellefteå und das Entwicklungszentrum Northvolt Labs in Västerås. Lyten hat für diese Standorte fast 5 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 4,2 Milliarden Euro, gezahlt. Diese Investition ist ein entscheidender Schritt zur Rettung der ehemaligen Hoffnungsträger der europäischen Automobilindustrie.
Northvolt hatte im März 2025 in Schweden Insolvenz angemeldet. Dies führte zu großer Unsicherheit über die Zukunft der Produktionsstätten und Arbeitsplätze. Die nun erfolgte Übernahme durch Lyten bringt Stabilität und eine klare Perspektive für die schwedischen Standorte.
Faktencheck
- Übernahmesumme: Knapp 5 Milliarden US-Dollar
- Wichtige Standorte: Skellefteå (Produktion), Västerås (Entwicklung)
- Geplanter Produktionsstart: Zweites Halbjahr 2026 in Skellefteå
Zukunft der deutschen Fabrik in Heide
Lyten hat bereits im August angekündigt, alle verbliebenen Standorte von Northvolt übernehmen zu wollen. Dazu gehört auch die im Bau befindliche Fabrik bei Heide in Schleswig-Holstein, Deutschland. Die Übernahme der deutschen Northvolt-Tochter soll bis zum Ende des ersten Quartals 2026 abgeschlossen werden. Dies zeigt das umfassende Engagement von Lyten, die ehemaligen Northvolt-Assets in Europa zu konsolidieren und weiterzuentwickeln.
Die Fabrik in Heide war lange Zeit ein Symbol für die Ambitionen Deutschlands im Bereich der Elektromobilität. Ihre Fertigstellung und Inbetriebnahme unter Lytens Führung könnte einen wichtigen Beitrag zur europäischen Batterieproduktion leisten. Die Region Schleswig-Holstein blickt mit Spannung auf die weiteren Entwicklungen.
„Die Übernahme der schwedischen Northvolt-Standorte ist ein wichtiger Meilenstein für uns. Wir sind zuversichtlich, die Produktion in Skellefteå bald wieder aufnehmen zu können und auch die deutsche Fabrik in Heide erfolgreich zu integrieren.“
– Ein Sprecher von Lyten
Herausforderungen und Rückschläge für Northvolt
Northvolt galt lange als großer Hoffnungsträger für die europäische Automobilindustrie. Das Unternehmen sollte Batterien für Elektroautos produzieren und Europa unabhängiger von asiatischen Zulieferern machen. Nach der Einleitung eines Expansionskurses folgten jedoch mehrere Rückschläge.
Ein wesentlicher Rückschlag war der Rückzug eines Milliardenauftrags für Batteriezellen durch den Automobilhersteller BMW. Solche Ereignisse trugen maßgeblich zur finanziellen Schieflage des Unternehmens bei und führten schließlich zur Insolvenzanmeldung im März 2025.
Hintergrundinformationen
Northvolt wurde als schwedisches Unternehmen gegründet, um die europäische Batterieproduktion voranzutreiben. Es sollte die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern reduzieren und eine nachhaltige Versorgungskette für Elektrofahrzeuge in Europa sicherstellen. Die Insolvenz war ein herber Schlag für diese Vision.
Die Übernahme durch Lyten könnte nun einen Neuanfang ermöglichen und die ursprünglichen Ziele unter neuer Führung wiederbeleben.
Lytens Strategie und Marktposition
Lyten ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das sich auf Batterietechnologien spezialisiert hat. Mit der Übernahme der Northvolt-Standorte erweitert Lyten seine Produktionskapazitäten und Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten erheblich. Dies positioniert das Unternehmen als wichtigen Akteur auf dem globalen Batteriemarkt.
Die Investition in europäische Produktionsstätten unterstreicht Lytens Interesse am europäischen Markt für Elektrofahrzeuge und Energiespeicher. Die Wiederbelebung der Northvolt-Fabriken ist entscheidend für die Stärkung der europäischen Lieferketten im Bereich der Elektromobilität.
Bedeutung für die europäische Automobilindustrie
Die Sicherung der Northvolt-Standorte durch Lyten ist von großer Bedeutung für die europäische Automobilindustrie. Eine lokale Produktion von Batteriezellen ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Elektroautohersteller. Sie reduziert Transportwege, senkt Kosten und minimiert Risiken in der Lieferkette.
Die geplante Wiederaufnahme der Produktion in Skellefteå und die Integration der deutschen Fabrik in Heide signalisieren einen positiven Impuls. Dies könnte dazu beitragen, die Lücke in der europäischen Batterieproduktion zu schließen und die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Es ist ein wichtiger Schritt hin zu einer resilienteren und nachhaltigeren Elektromobilitätslandschaft in Europa.
- Stärkung der Lieferketten: Reduzierung der Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern.
- Arbeitsplatzerhalt: Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Batterieproduktion.
- Technologietransfer: Neue Impulse durch Lytens Expertise.
Die Entwicklung wird von Branchenexperten genau beobachtet. Die Erfolge von Lyten in der Integration und Wiederaufnahme der Produktion werden zeigen, wie schnell Europa seine Position im globalen Batteriewettlauf festigen kann.





