KTM bringt das überarbeitete Modelljahr der 790 Duke überraschend früh auf den Markt. Die österreichische Marke reagiert damit auf vergangene Herausforderungen und setzt auf eine Stärkung ihrer Kernkompetenzen. Mit technischen Verbesserungen und einer deutlichen Preissenkung will KTM das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen und die Beliebtheit des Modells wiederherstellen.
Wichtige Neuerungen
- Deutliche Preissenkung um rund 1.000 Euro auf 8.699 Euro.
- Verbesserte Fahrposition durch angepasste Lenkstange und Fußrasten.
- Voll einstellbare WP-Gabel und Federbein für präziseres Fahrverhalten.
- Neue WP-Bremszangen vorn und hinten.
- Wechsel auf Pirelli Diablo Rosso IV Reifen.
Fokus auf Kernkompetenzen und Fahrgefühl
Die KTM 790 Duke, einst als „Das Skalpell“ für ihr messerscharfes Handling bekannt, soll dieses Image zurückerobern. Die Entwickler haben sich auf die Handlichkeit und Fahrpräzision konzentriert. Dies zeigt sich in einer Reihe von Anpassungen, die das Fahrerlebnis sportlicher und direkter gestalten sollen.
Eine der auffälligsten Änderungen betrifft die Fahrerergonomie. Die Lenkstange ist nun weniger stark gekröpft. Die Fußrasten wurden um zwei Millimeter nach hinten und sieben Millimeter nach oben versetzt. Auch der Sitz, der weiterhin auf einer Höhe von 825 mm liegt, wurde neu geformt, um eine sportlichere Sitzposition zu ermöglichen.
Fakten zur Ergonomie
- Lenkstange: Weniger stark gekröpft
- Fußrasten: 2 mm nach hinten, 7 mm nach oben
- Sitzhöhe: 825 mm
Der Tank wurde ebenfalls überarbeitet. Er fasst nun 13,5 Liter, einen halben Liter weniger als zuvor, ist aber im Kniebereich schlanker gestaltet. Oben wirkt er flacher, was der Gesamtästhetik zugutekommt. Die Frontpartie orientiert sich an den größeren Duke-Modellen und verfügt über einen LED-Spot in einem Rahmen aus Tagfahrlichtern.
Umfassende technische Überarbeitungen
KTM hat die 790 Duke nicht nur optisch, sondern auch technisch umfassend aufgewertet. Besonders hervorzuheben sind die Verbesserungen am Fahrwerk und an den Bremsen. Die 790 Duke erhält eine voll einstellbare Upside-down-Gabel der Hausmarke WP. Das Federbein ist nun nicht nur in der Vorspannung, sondern auch in der Zugstufe einstellbar.
Die Federwege wurden verlängert: vorne auf 150 mm und hinten auf 170 mm. Diese Anpassungen sollen das Fahrverhalten weiter präzisieren und dem Fahrer mehr Kontrolle bieten. Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Wechsel der Erstausrüstung von Maxxis-Reifen auf Pirelli Diablo Rosso IV. Diese gelten als sportlich und alltagstauglich.
„Die Entwickler haben sich ganz auf die Kernkompetenzen der 790 Duke konzentriert: Handlichkeit und Fahrpräzision.“
Auch das Bremssystem wurde erneuert. An der Vorderachse kommen nun radiale Vierkolben-Bremszangen von WP zum Einsatz, hinten eine Einkolben-Bremszange, ebenfalls von WP. Dies ist eine bemerkenswerte Änderung, da WP, der konzerneigene Fahrwerkslieferant, nun auch Bremsen herstellt. Dies könnte eine Reaktion auf frühere Lieferkettenprobleme sein.
Design-Details und Motorisierung
Das Design der 790 Duke wurde an mehreren Stellen verfeinert. Der merkwürdige, spitz zulaufende Endschalldämpfer des Vorgängers wurde durch ein konventionelleres, aber immer noch hochverlegtes Exemplar ersetzt. Der Kennzeichenhalter ist kürzer, und es sind neue Blinker verbaut. Die Fußrastenhalter und Soziusfußrastenhalter sind ebenfalls neu gestaltet. Fußschalt- und Handhebel sind nun einstellbar.
Hintergrundinformationen
Die „Duke“-Baureihe ist seit über 30 Jahren erfolgreich bei KTM-Kunden. Nach einer überstandenen Insolvenz im letzten Jahr will KTM nun durch proaktive Modellpflege und kundenfreundliche Preise Stärke demonstrieren und das Vertrauen in die Marke festigen.
Der Reihenzweizylindermotor mit 799 cm³ Hubraum bleibt unverändert. Er leistet in der EU weiterhin 95 PS, während er im Rest der Welt 105 PS erreicht. Trotz der leicht gedrosselten Version in der EU bot das Motorrad stets ein begeisterndes Fahrerlebnis. Das neue Modelljahr ist angeblich zwei Kilogramm leichter und wiegt nun 185 kg. Mit einem kurzen Nachlauf von 98 mm und einem Lenkkopfwinkel von 66 Grad verspricht die 790 Duke ihren gewohnten Elan beizubehalten.
Der Stahlrohrrahmen ist identisch mit dem Vorgängermodell. Es stehen weiterhin drei Fahrmodi zur Verfügung. Allerdings müssen für das „Track Pack“ und „Tech Pack“ mit Extras wie Quickshifter, Wheelie-Control, Launch-Control, Motorbremsmomentregelung und Tempomat weiterhin zusätzliche Kosten eingeplant werden.
Attraktiver Preis und erweiterte Garantie
Ein entscheidender Faktor für die Attraktivität der neuen 790 Duke ist der Preis. KTM macht kein Geheimnis daraus, dass die 790 Duke bei CFMoto in China gefertigt wird. Dies ermöglicht es dem Hersteller, das Motorrad zu einem äußerst wettbewerbsfähigen Preis anzubieten. Kostete das 2026er-Modell Ende letzten Jahres noch 9.694 Euro, wurde der Preis zu Beginn des aktuellen Jahres um rund 1.000 Euro auf 8.699 Euro gesenkt.
Dieser Preis wird auch für das 2027er-Modelljahr beibehalten. Zusätzlich bietet KTM eine vierjährige Garantie an. Diese Maßnahmen sind klare Signale, dass KTM nach der Verkaufsbilanz 2025, die als katastrophal beschrieben wurde, das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen und die Marke wieder attraktiver machen möchte.
Preisentwicklung
- Preis 2026er-Modell: 9.694 Euro
- Preis 2027er-Modell: 8.699 Euro
- Preissenkung: ca. 1.000 Euro
- Garantie: 4 Jahre
Die 790 Duke bleibt ein wichtiges Modell für KTM. Durch die gezielten Verbesserungen, die Betonung der Fahrpräzision und die aggressive Preisgestaltung positioniert sich das Motorrad erneut als starke Option im Mittelklassesegment. Es bleibt abzuwarten, wie der Markt auf diese strategische Neuausrichtung reagiert, doch die Zeichen stehen gut für eine erfolgreiche Rückkehr des „Skalpells“.




