Hyundai hat den Ioniq 3 offiziell vorgestellt, einen neuen Elektro-Kompaktwagen, der speziell für den europäischen Markt im Technikzentrum Rüsselsheim entwickelt wurde. Das Fahrzeug positioniert sich als direkter Konkurrent des kommenden VW ID.Polo und bietet beachtliche Reichweiten sowie innovative Ladefunktionen. Mit einem Fokus auf Raumangebot und Effizienz will der Ioniq 3 neue Maßstäbe im Segment setzen.
Wichtige Fakten zum Ioniq 3
- Entwicklung in Rüsselsheim, optimiert für Europa.
- Zwei Batterieoptionen: 42,2 kWh (344 km WLTP) und 61 kWh (496 km WLTP).
- Großzügiges Kofferraumvolumen von 441 Litern.
- Basierend auf der e-GMP-Plattform mit 400 Volt Systemspannung.
- Optionales 22 kW AC-Ladegerät und Plug & Charge-Fähigkeit.
- Markteinführung ab drittem Quartal 2026.
Design und Abmessungen: Sportlich und Geräumig
Der Ioniq 3 präsentiert sich mit einer Länge von 4,16 Metern, was ihn etwa zehn Zentimeter länger macht als den VW ID.Polo. Auch der Radstand ist mit 2,68 Metern größer, was auf ein verbessertes Raumangebot im Innenraum hindeutet. Das Design des Ioniq 3 ist eine Weiterentwicklung der im Rahmen der IAA 2025 gezeigten Studie Concept Three, jedoch in einer alltagstauglicheren Form.
Hyundai betont den dynamischen Charakter des Fahrzeugs. Dies zeigt sich besonders in den vorerst gezeigten Bildern der N Line-Version, die flacher und sportlicher wirkt als viele direkte Konkurrenten. Trotz der sportlichen Ausrichtung wird es auch optisch gemäßigtere Varianten geben, erkennbar an den verfügbaren Felgengrößen von 16 bis 19 Zoll.
Fakten zum Raumangebot
- Kofferraumvolumen: 441 Liter (identisch mit VW ID.Polo).
- Aufgeteilt in 322 Liter über dem Ladeboden und 119 Liter in der sogenannten Megabox.
- Kein Fach unter der vorderen Haube, da hier die Antriebseinheit sitzt.
Antrieb und Leistung: Effizienz im Fokus
Der Ioniq 3 wird mit zwei verschiedenen Elektromotor-Varianten angeboten: entweder mit 99,5 kW oder 107,8 kW Leistung. Das maximale Drehmoment beträgt in beiden Fällen 250 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h liegt bei 9,6 Sekunden für die stärkere und 9 Sekunden für die schwächere Motorisierung. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 170 km/h begrenzt.
Interessanterweise kombiniert Hyundai die kleinere Batterie mit dem etwas stärkeren Motor und die größere 61-kWh-Batterie mit dem 99-kW-Motor. Dies deutet auf eine gezielte Optimierung der Reichweite und Effizienz hin, je nach gewählter Batteriegröße.
„Der Ioniq 3 ist ein Paradebeispiel dafür, wie Hyundai die Bedürfnisse des europäischen Marktes versteht und Elektrofahrzeuge entwickelt, die sowohl praktisch als auch leistungsfähig sind.“
Batterie und Ladefunktionen: Hohe Reichweite und Flexibilität
Käufer des Ioniq 3 können zwischen zwei Batteriesystemen wählen. Die kleinere Variante bietet 42,2 kWh Energieinhalt und ermöglicht eine WLTP-Reichweite von 344 Kilometern. Wer mehr Reichweite benötigt, kann die größere Batterie mit 61 kWh wählen, die eine beeindruckende WLTP-Reichweite von 496 Kilometern erreicht. Diese Werte übertreffen die der direkten Konkurrenz im gleichen Segment.
Ein Highlight der Ladefunktionen ist die Option eines 22 kW AC-Ladegeräts, das gegen Aufpreis erhältlich ist und die Ladezeiten an Wechselstromstationen deutlich verkürzt. Serienmäßig ist ein 11 kW AC-Ladegerät verbaut. An Gleichstrom-Schnellladestationen erreicht der Ioniq 3 mit dem kleinen Batteriesystem eine Peakleistung von 110 kW und mit dem großen System 119 kW. Eine Ladung von 10 auf 80 Prozent dauert etwa eine halbe Stunde, was einem klassenüblichen Wert entspricht.
Der Ioniq 3 unterstützt zudem die Vehicle-to-Load (V2L)-Funktion, mit der externe Geräte über das Fahrzeug mit Strom versorgt werden können. Neu ist die Plug & Charge-Fähigkeit, die ein automatisches Freischalten des Ladevorgangs an kompatiblen öffentlichen Ladepunkten ermöglicht.
Hintergrund zur e-GMP-Plattform
Der Ioniq 3 basiert auf der bewährten e-GMP-Plattform (Electric Global Modular Platform) des Hyundai-Konzerns, die auch in anderen erfolgreichen Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommt. Allerdings nutzt der Ioniq 3 die 400-Volt-Systemspannung, im Gegensatz zu den 800-Volt-Systemen größerer Modelle wie dem Ioniq 5, die noch schnellere Ladezeiten ermöglichen.
Interieur und Technologie: Moderne Ausstattung mit haptischen Elementen
Im Innenraum setzt der Ioniq 3 auf das neue Infotainmentsystem Pleos Connect, das auf dem Android Automotive OS basiert. Je nach Ausstattungsvariante ist ein Monitor mit einer Diagonale von 12,9 oder 14,6 Zoll verbaut. Hyundai hat sich bewusst dafür entschieden, neben dem Touchscreen auch weiterhin haptische Bedienelemente für wichtige Funktionen beizubehalten, was die Benutzerfreundlichkeit erhöht.
Die digitale Vernetzung wird durch den Digital Key ergänzt, der es ermöglicht, das Fahrzeug per Smartphone oder Wearable zu öffnen und zu schließen. Auch bei den Assistenzsystemen ist der Ioniq 3 gut ausgestattet: Serienmäßig sind sieben Airbags an Bord, und optional gibt es Autobahnassistenten, einen Parkassistenten mit Fernbedienung sowie eine 360-Grad-Kamera.
Gewicht und Aerodynamik
- Leergewicht: 1550 bis 1580 kg, was für ein Elektroauto in dieser Klasse als gering gilt.
- Luftwiderstandsbeiwert (cW): 0,263, ein sehr guter Wert für die Fahrzeugklasse.
Markteinführung und Preis: Geduld bis 2026
Die Auslieferung des Hyundai Ioniq 3 ist für das dritte Quartal 2026 geplant, zeitgleich mit dem erwarteten VW ID.Polo. Eine offizielle Preisliste hat Hyundai noch nicht veröffentlicht. Es wird jedoch eine Preisspanne von rund 27.000 Euro für die Einstiegsversion bis etwa 33.000 Euro für das Modell mit dem großen Batteriepaket erwartet. Die sportliche N Line-Version könnte über 35.000 Euro liegen.
Mit dem Ioniq 3 bringt Hyundai ein vielversprechendes Elektrofahrzeug auf den Markt, das mit seiner Kombination aus Reichweite, Raumangebot und moderner Technologie im umkämpften Kompaktsegment punkten will. Die Entwicklung in Europa unterstreicht die Bedeutung dieses Marktes für Hyundai und die spezifische Anpassung an europäische Kundenbedürfnisse.





