Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland wächst stetig. Aktuelle Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen, dass zum Stichtag 1. Februar 2026 fast 200.000 öffentliche Ladepunkte im Land zur Verfügung stehen. Diese Entwicklung unterstreicht den Fortschritt bei der Elektrifizierung des Verkehrs und die Bemühungen, die nötige Infrastruktur bereitzustellen.
Wichtige Erkenntnisse
- Deutschland hat fast 200.000 öffentliche Ladepunkte.
- Normalladepunkte mit bis zu 22 kW dominieren die Infrastruktur.
- Die Anzahl der Schnellladepunkte ist stark gestiegen.
- EnBW ist der klare Marktführer bei den Anbietern.
- Einige ältere Ladestandards verlieren an Bedeutung.
Stetiges Wachstum der Ladeinfrastruktur
Die neuesten Daten der Bundesnetzagentur belegen einen deutlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland. Zum 1. Februar 2026 gab es insgesamt 196.353 öffentliche Ladepunkte. Diese Zahl zeigt, dass das Laden von Elektrofahrzeugen immer einfacher wird.
Ein Großteil dieser Ladepunkte, nämlich 146.449, sind sogenannte Normalladepunkte mit einer maximalen Ladeleistung von 22 kW. Die restlichen 49.904 Ladepunkte bieten eine Leistung von mehr als 22 kW und gelten als Schnellladepunkte. Hierzu zählen hauptsächlich Gleichstrom-Ladepunkte (DC), aber auch einige Wechselstrom-Ladepunkte (AC) mit 43 kW.
Zahlen im Überblick
- Gesamtzahl: 196.353 öffentliche Ladepunkte
- Normalladepunkte (bis 22 kW): 146.449
- Schnellladepunkte (über 22 kW): 49.904
Wechselstrom-Ladepunkte weiterhin stark
Innerhalb eines Jahres, vom Februar 2025 bis Februar 2026, ist die Zahl der AC-Ladepunkte um 13 Prozent gestiegen. Im Vorjahr waren es noch 130.123 Punkte. Diese Normalladepunkte sind weit verbreitet, da ihr Anschluss an das Niederspannungsnetz kostengünstiger ist als der Anschluss an das Mittelspannungsnetz, das für schnellere DC-Ladepunkte benötigt wird.
Besonders die Anzahl der Ladeeinrichtungen mit 15 bis 22 kW nahm stark zu, um rund 13.000 Punkte auf nun 109.077. Trotz dieser Zunahme können viele neue Elektroauto-Modelle, etwa vom Volkswagen-Konzern oder von Stellantis, diese 22 kW nicht vollständig nutzen und laden an Wechselstrom oft nur mit 11 kW.
„Die Zunahme der Normalladepunkte ist ein wichtiger Schritt, um die Grundversorgung sicherzustellen, doch die Anpassung der Fahrzeugtechnik an höhere AC-Ladeleistungen bleibt eine Herausforderung.“
Boom bei schnellen DC-Ladern
Die Entwicklung bei den Gleichstrom-Ladepunkten (DC) ist besonders dynamisch. Ihre Anzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent. Im Februar des vergangenen Jahres gab es noch 37.350 DC-Ladepunkte.
Innerhalb der DC-Lader dominieren inzwischen deutlich die Ladepunkte mit mindestens 150 kW Leistung. Die Bundesnetzagentur verzeichnet 19.230 Ladepunkte im Bereich von 150 bis 299 kW, was einem Anstieg von 33 Prozent entspricht. Die Zahl der Lademöglichkeiten mit mindestens 300 kW ist sogar um 44 Prozent auf 17.049 gestiegen.
Diese Entwicklung ist entscheidend, da im letzten Jahr viele neue Elektroauto-Modelle auf den Markt kamen, die Spitzenladeleistungen von über 300 kW erreichen können. Ein Beispiel ist der Xpeng G9, der in Tests eine 400-kW-Säule voll auslasten konnte.
Hintergrund: Ladeleistungen
Die Ladeleistung ist entscheidend für die Ladezeit eines Elektroautos. Normale AC-Ladepunkte (bis 22 kW) eignen sich gut für längere Standzeiten, zum Beispiel über Nacht. Schnellladepunkte (DC, über 50 kW) ermöglichen hingegen ein schnelles Aufladen während kurzer Pausen auf längeren Fahrten. Die Entwicklung geht klar in Richtung höherer DC-Ladeleistungen, um die Ladezeiten weiter zu verkürzen.
EnBW bleibt klarer Marktführer
Bei den Anbietern von Ladeinfrastruktur gibt es einen klaren Marktführer: EnBW. Das Unternehmen betreibt in Deutschland 11.608 Ladepunkte.
Auf dem zweiten Platz liegt E.ON mit 4.715 Ladepunkten, gefolgt von einem engen Rennen um den dritten Platz. Hier konkurrieren BP (2.990 Ladepunkte), EWE Go (3.362) und Tesla (3.665) miteinander. Die Zahlen zeigen die Konsolidierung und den Wettbewerb im Bereich der Ladeinfrastruktur.
Rückgang bei einigen Ladestandards
Nicht alle Bereiche der Ladeinfrastruktur verzeichnen Zuwächse. Die Zahl der öffentlichen AC-Ladepunkte mit Schukostecker sank innerhalb von zwölf Monaten von 4.110 auf 3.989. Auch für Besitzer von Elektroautos mit CHAdeMO-Anschluss gibt es weniger Möglichkeiten: Die Zahl der Ladepunkte fiel von 3.567 auf 3.372.
Diese Rückgänge deuten darauf hin, dass bestimmte ältere oder weniger verbreitete Ladestandards an Bedeutung verlieren, während sich der Markt auf die gängigen AC- und DC-Standards konzentriert.
- Marktführer: EnBW (11.608 Ladepunkte)
- Zweiter Platz: E.ON (4.715 Ladepunkte)
- Wettbewerb um Platz 3: Tesla, EWE Go, BP
Die Entwicklung der Ladeinfrastruktur ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Elektromobilität. Die aktuellen Zahlen zeigen ein robustes Wachstum, insbesondere bei den Schnellladepunkten, was für die Akzeptanz von Elektroautos von großer Bedeutung ist.





