BMW beginnt ab 2027 mit der Fertigung von Elektrofahrzeugen in seinem Werk in San Luis Potosí, Mexiko. Die Modelle iX3 und i3 auf Basis der „Neuen Klasse“ werden dort produziert. Dies ist Teil einer umfassenden Strategie, das mexikanische Werk zu einem globalen Exportzentrum für E-Autos und Hochvoltbatterien auszubauen.
Wichtige Punkte
- BMW fertigt ab 2027 Elektroautos (iX3, i3) in San Luis Potosí.
- Das Werk wird ein globales Exportzentrum für E-Autos und Batterien.
- 800 Millionen Euro Investition in Erweiterung und neue Anlagen.
- Batteriezellen kommen zunächst aus Europa, Lokalisierung wird geprüft.
- Strategie zielt auf globale Märkte ab, nicht nur auf Nordamerika.
Mexiko wird zentraler Standort für BMW-Elektrofahrzeuge
Der deutsche Automobilhersteller BMW plant, ab dem Jahr 2027 die Produktion von Elektrofahrzeugen in seinem Werk in San Luis Potosí, Mexiko, zu starten. Dort sollen die Modelle BMW iX3 und BMW i3 vom Band laufen. Diese Fahrzeuge basieren auf der neuen „Neuen Klasse“-Plattform, die als die nächste Generation von Elektrofahrzeugen des Unternehmens gilt.
BMW hat diese Entscheidung in einer Unternehmensmitteilung bekannt gegeben. Damit bekräftigt der Konzern sein langfristiges Engagement, das Werk in San Luis Potosí zu einem strategisch wichtigen Produktionszentrum für Premium-Elektrofahrzeuge und Hochvoltbatterien zu entwickeln.
Faktencheck
- Start der E-Auto-Produktion: 2027
- Modelle: BMW iX3 und BMW i3 (basierend auf „Neue Klasse“)
- Investition: 800 Millionen Euro (seit 2023 angekündigt)
- Exportanteil USA: Rund 42 Prozent der aktuellen Produktion
- Regionale Komponenten (USMCA): Bis zu 75 Prozent vorgeschrieben
Klaus von Moltke, Präsident und CEO des BMW Group Werks in San Luis Potosí, äußerte sich in einem Mediengespräch zu den Plänen. Er betonte das Vertrauen in den Standort Mexiko und die Region San Luis Potosí. Die Investitionen sollen die gemeinsame Zukunft gestalten und die Anpassungsfähigkeit in einer sich ständig wandelnden Automobilindustrie sichern.
Globale Strategie trotz Marktherausforderungen
Die Automobilbranche steht vor Herausforderungen, darunter 25-prozentige Einfuhrzölle für Autos in die USA und rückläufige Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen in Nordamerika. Von Moltke räumte ein, dass diese Faktoren die Wettbewerbsfähigkeit des mexikanischen BMW-Werks direkt beeinflussen können.
Aktuell werden etwa 42 Prozent der in San Luis Potosí produzierten Fahrzeuge in die Vereinigten Staaten exportiert. Trotzdem betont BMW, dass die Unternehmensstrategie nie auf einen einzigen Markt ausgerichtet war.
„Einige der Gründe, warum wir als Gruppe hierherkamen, waren der Zugang zu Märkten und die Vermeidung der Abhängigkeit von einem einzigen Markt. Wir exportieren von hier bis nach China.“
Klaus von Moltke, Präsident und CEO des BMW Group Werks in San Luis Potosí
Das Werk wurde von Beginn an als globales Exportzentrum konzipiert. Von dort aus werden Fahrzeuge in verschiedene Zielmärkte geliefert, darunter Nordafrika, der Nahe Osten, die Europäische Union und China. In Europa sind derzeit 60 Prozent der verkauften Fahrzeuge elektrisch. BMW muss diese Nachfrage auch aus Mexiko bedienen.
Investitionen und Batteriezellen-Produktion
Die Montage der batterieelektrischen Modelle BMW iX3 (SUV) und BMW i3 (Limousine) ergänzt die bestehende Produktion. In San Luis Potosí werden bereits der BMW 3er, das BMW 2er Coupé und der M2 gefertigt.
Die Erweiterung der E-Auto-Produktion ist Teil eines im Jahr 2023 angekündigten Investitionsplans von 800 Millionen Euro. Dieser Plan umfasst den Ausbau der Werkskapazität, die Integration neuer Anlagen und die Entwicklung spezieller Fertigungsprozesse für Elektrofahrzeuge. Dazu gehört auch die Montage von Hochvoltbatterien.
Hintergrund: USMCA-Abkommen
Das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement) schreibt vor, dass bis zu 75 Prozent der Komponenten eines Fahrzeugs aus der Region stammen müssen, um zollfrei gehandelt zu werden. Dies beeinflusst die Lieferkettenentscheidungen von Automobilherstellern in Mexiko erheblich.
Zunächst wird die E-Auto-Produktion in Mexiko mit aus Europa importierten Batteriezellen anlaufen. Obwohl einige Zulieferer in China sitzen, prüft BMW aktiv eine Lokalisierung der Batteriezellen-Produktion direkt in Mexiko. Dies ist wichtig, um die Anforderungen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA zu erfüllen.
Von Moltke erklärte gegenüber dem mexikanischen Wirtschaftsblatt El Financiero, dass die Absicht zur Lokalisierung der Batteriezellen in der Region klar sei. Das Unternehmen prüfe dies intensiv. Es geht nicht nur darum, Ursprungsregeln einzuhalten, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit von BMW zu stärken.





