Der finnische Hersteller Verge Motorcycles bringt als erster Serienhersteller Elektromotorräder mit Feststoffakkus auf den Markt. Diese Technologie verspricht deutlich höhere Reichweiten und schnellere Ladezeiten. Die ersten Modelle sollen ab dem ersten Quartal 2026 ausgeliefert werden und könnten die Elektromobilität auf zwei Rädern revolutionieren.
Wichtige Punkte
- Verge Motorcycles führt Elektromotorräder mit Feststoffakkus ein.
- Die Akkus bieten eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern.
- Ladezeiten für 300 Kilometer Reichweite betragen nur etwa zehn Minuten.
- Die Motorräder nutzen einen innovativen Felgenmotor ohne Nabe und Kette.
- Die Auslieferung der ersten Modelle beginnt 2026.
Revolutionäre Akkutechnologie für mehr Reichweite
Verge Motorcycles setzt auf eine neue Generation von Energiespeichern: Feststoffakkus. Diese Batterien, entwickelt vom Unternehmen Donut Lab, lösen die bisherigen Lithium-Ionen-Akkus ab. Der Hauptvorteil liegt in der deutlich höheren Energiedichte. Das bedeutet, bei gleicher Baugröße kann mehr Strom gespeichert werden.
Ein weiterer entscheidender Vorteil der Feststoffakkus ist die Sicherheit. Sie gelten als nicht brennbar, was ein großes Plus gegenüber Lithium-Ionen-Akkus darstellt. Zudem ermöglichen sie erheblich schnellere Ladevorgänge.
Faktencheck: Feststoffakkus
- Höhere Energiedichte: Mehr Kapazität bei gleichem Volumen.
- Schnelleres Laden: Kürzere Wartezeiten an der Ladesäule.
- Erhöhte Sicherheit: Geringeres Risiko von Brand und Explosion.
- Längere Lebensdauer: Potenziell haltbarer als Lithium-Ionen-Akkus.
Beeindruckende Leistung und Reichweite der TS Pro
Das Modell TS Pro wird mit einem Feststoffakku ausgestattet, der eine Kapazität von 33,3 Kilowattstunden (kWh) besitzt. Laut Hersteller soll diese Batterie eine beeindruckende Reichweite von bis zu 600 Kilometern ermöglichen. Dies sind über 200 Kilometer mehr, als mit den bisherigen Lithium-Ionen-Akkus erreicht werden konnte.
Die Ladeleistung beträgt maximal 200 Kilowatt. Das bedeutet, in nur etwa zehn Minuten kann genug Strom für eine Reichweite von 300 Kilometern geladen werden. Diese kurzen Ladezeiten reduzieren die sogenannte Reichweitenangst erheblich und machen Elektromotorräder alltagstauglicher.
Kleinere Akkuvariante für den Alltag
Neben der Top-Variante bietet Verge Motorcycles auch eine kleinere Akkuvariante an. Diese hat eine Kapazität von 20,2 kWh und soll eine Reichweite von 350 Kilometern bieten. Diese Option ist für Fahrer gedacht, die weniger extreme Reichweiten benötigen, aber dennoch von der Feststoffakku-Technologie profitieren möchten.
Innovativer Felgenmotor ohne Kette
Ein besonderes Merkmal der E-Motorräder von Verge ist ihr einzigartiges Hinterrad. Es verzichtet komplett auf eine Nabe und eine Kette. Stattdessen kommt ein Felgenmotor zum Einsatz, bei dem die Felge selbst als Rotor und die Nabe als Stator fungiert. Diese Konstruktion trägt nicht nur zur Ästhetik bei, sondern reduziert auch den Wartungsaufwand.
Der Antrieb, ebenfalls von Donut Lab entwickelt, liefert eine Leistung von 102 Kilowatt. Das maximale Drehmoment beträgt 1000 Newtonmeter. Diese Werte ermöglichen eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 3,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit der Motorräder ist auf 200 km/h begrenzt.
"Die modulare Bauweise unserer Motorräder erlaubt es uns, neue Technologien wie Feststoffakkus zu integrieren, ohne das gesamte Fahrzeug neu entwickeln zu müssen. Das ist ein entscheidender Vorteil für zukünftige Innovationen", erklärt ein Sprecher von Verge Motorcycles in einem Video.
Modelle und Preise
Verge Motorcycles bietet die TS Pro in zwei Varianten an. Die günstigere beginnt bei knapp 36.600 Euro, während die teurere Version bei knapp 37.800 Euro startet. Für Fahrer, die noch mehr Leistung und Ausstattung wünschen, gibt es das Modell TS Ultra, das ab gut 54.400 Euro erhältlich ist.
Interessenten können die Modelle bereits vorbestellen. Die Auslieferung der TS Pro ist für das erste Quartal 2026 geplant. Die TS Ultra soll im zweiten Quartal 2026 folgen. Diese Termine unterstreichen das Bestreben des Unternehmens, die neue Technologie zeitnah auf den Markt zu bringen.
Hintergrund: Elektromobilität auf zwei Rädern
Der Markt für Elektromotorräder wächst stetig, doch Herausforderungen wie Reichweite und Ladezeiten bremsen bisher eine breitere Akzeptanz. Feststoffakkus könnten hier einen Wendepunkt darstellen. Sie versprechen, die Leistung von E-Motorrädern an die Erwartungen vieler konventioneller Motorradfahrer anzupassen.
Viele Hersteller arbeiten an verbesserten Batterietechnologien, aber Verge Motorcycles ist der erste, der eine Serienproduktion mit Feststoffakkus ankündigt. Dies könnte einen Wettbewerbsvorteil im aufstrebenden Segment der Elektromobilität bedeuten.
Zukunftsaussichten und Auswirkungen auf den Markt
Die Einführung von Feststoffakkus in Serienmotorrädern könnte weitreichende Folgen für den gesamten Motorradmarkt haben. Mit längeren Reichweiten und schnelleren Ladezeiten werden Elektromotorräder für Pendler und Tourenfahrer gleichermaßen attraktiver. Dies könnte den Umstieg vom Verbrennungsmotor zum Elektroantrieb beschleunigen.
Die modulare Bauweise der Verge-Motorräder ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Sie erlaubt es dem Hersteller, auf zukünftige technologische Entwicklungen flexibel zu reagieren. Dies sichert die Zukunftsfähigkeit der Modelle und ermöglicht eine kontinuierliche Verbesserung ohne komplette Neuentwicklung.
Die Preise der Verge-Modelle liegen im oberen Segment. Dennoch könnten die Vorteile der Feststoffakkus und des innovativen Antriebskonzepts eine neue Käuferschicht ansprechen, die bereit ist, für modernste Technologie und Nachhaltigkeit einen höheren Preis zu zahlen. Die Markteinführung wird zeigen, wie gut diese innovative Technologie bei den Verbrauchern ankommt.


