Xiaomi hat auf seinem jüngsten Investorentag eine neue Version seines humanoiden Roboters, CyberOne V2, vorgestellt. Der Roboter zeigte dabei Fähigkeiten, die über industrielle Anwendungen hinausgehen und auf soziale Interaktion abzielen. Dies markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung von humanoiden Robotern.
Wichtige Erkenntnisse
- Der CyberOne V2 demonstrierte soziale Interaktionsfähigkeiten wie das Verteilen von Geschenktüten und das Grüßen.
- Dies ist eine Abkehr von früheren industriellen Tests, bei denen der Roboter Montageaufgaben erledigte.
- Hardware-Verbesserungen, darunter bionische Schweißdrüsen und bis zu 27 Freiheitsgrade, ermöglichen flüssigere Bewegungen.
- Xiaomi sieht die Fabrikhallen als Trainingsgelände für zukünftige Heimassistenten.
Vom Fließband zur sozialen Interaktion
Xiaomi hat den CyberOne V2 erstmals öffentlich in einem sozialen Kontext präsentiert. Während des Investorentags reichte der Roboter Geschenktüten an die Teilnehmer, gab High-Fives und formte Herzgesten. Beobachter hoben hervor, dass die präzise Synchronisation und die natürliche Ausführung der Gesten auf erhebliche Fortschritte in der Steuerungssoftware hindeuten.
Diese Demonstration ist ein klarer Bruch mit den bisherigen Einsätzen des Roboters. Bislang war der humanoide Roboter hauptsächlich in Xiaomis EV-Fabrik in Peking als „Praktikant“ tätig. Dort erreichte er eine Erfolgsquote von 90,2 % beim Anbringen von selbstschneidenden Muttern innerhalb einer Zykluszeit von 76 Sekunden.
Faktencheck
- Erfolgsquote in der Fabrik: 90,2% bei Montageaufgaben.
- Freiheitsgrade (DOF): Bis zu 27 für verbesserte Geschicklichkeit.
- Handvolumen: 60% Reduzierung für menschenähnliche Proportionen.
Technologische Fortschritte im Detail
Obwohl Xiaomi noch keine vollständigen technischen Daten für den CyberOne V2 veröffentlicht hat, deuten die gezeigten Fähigkeiten auf wesentliche Hardware-Verbesserungen hin. Bereits im März 2026 wurden radikale Neuentwicklungen bekannt, die wahrscheinlich in der aktuellen Version zum Einsatz kommen.
Dazu gehören unter anderem menschenähnliche Proportionen, die durch eine Reduzierung des Handvolumens um 60 % erreicht wurden. Dies ermöglicht eine 1:1-Übereinstimmung mit menschlichen Händen. Die Geschicklichkeit wurde durch eine Erhöhung der Freiheitsgrade von 22 auf bis zu 27 deutlich verbessert. Dies erklärt die authentischen Bewegungen, die bei den Herzgesten und dem Umgang mit den Geschenktüten zu sehen waren.
Bionische Schweißdrüsen für bessere Leistung
Ein weiteres wichtiges Merkmal sind die sogenannten „bionischen Schweißdrüsen“. Dies ist ein aktives Flüssigkeitskühlsystem, das es den Motoren ermöglicht, hohe Haltekräfte aufrechtzuerhalten, ohne zu überhitzen. Diese Technologie ist entscheidend für den dauerhaften Einsatz des Roboters, sowohl in industriellen als auch in sozialen Umgebungen.
„Die Fabrikhalle ist ein Trainingsgelände für zukünftige Heimassistenten“, sagte CEO Lei Jun zuvor. Diese Vision wird nun mit dem CyberOne V2 in der Praxis getestet.
Hintergrundinformationen
Xiaomis Strategie, humanoide Roboter zuerst in eigenen Fabriken zu testen, bietet einen entscheidenden Vorteil gegenüber Start-ups. Das Unternehmen verfügt über eine „captive customer“-Basis in seiner EV-Fabrik in Yizhuang, die Millionen von Quadratmetern für umfassende Tests bereitstellt. Diese Fabrik hat kürzlich ihr 500.000stes Fahrzeug produziert.
Der Weg zum Allzweck-Humanoiden
Der Auftritt des CyberOne V2 auf dem Investorentag zeigt, dass Xiaomi die „Isomorphie“ seiner Hardware testet. Es geht darum, wie gut sich die menschenähnlichen Proportionen und taktilen Rückmeldungssysteme des Roboters in unvorhersehbaren sozialen Umgebungen bewähren. Der Übergang vom industriellen Einsatz zu öffentlichen Demonstrationen ist ein klares Zeichen für die beschleunigte Entwicklung.
Trotz der beeindruckenden Präsentation bleibt der CyberOne V2 ein Projekt in Entwicklung. Xiaomi hat bisher weder einen Preis noch ein konkretes kommerzielles Startdatum bekannt gegeben. Der Fokus liegt weiterhin auf dem internen, großflächigen Einsatz innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Zukunftsaussichten und Herausforderungen
Die Integration von Robotern in den Alltag stellt sowohl technische als auch ethische Fragen. Die Fähigkeit des CyberOne V2, mit Menschen auf eine flüssige und natürliche Weise zu interagieren, ist ein wichtiger Schritt in Richtung dieser Zukunft. Dennoch müssen noch viele Hürden überwunden werden, bevor humanoide Roboter zu einem festen Bestandteil unseres Lebens werden.
Xiaomis Ansatz, die Roboter in einer kontrollierten Fabrikumgebung zu perfektionieren, bevor sie in komplexere soziale Szenarien eingeführt werden, könnte sich als effektiver Weg erweisen. Die Fortschritte im Bereich der Geschicklichkeit und der thermischen Regulierung sind entscheidend für die Entwicklung vielseitiger und zuverlässiger Roboter.
- Nächste Schritte: Weitere Tests und Optimierungen in sozialen Umgebungen.
- Kommerzialisierung: Keine konkreten Pläne, Fokus auf interne Nutzung.
- Langfristiges Ziel: Entwicklung von Heimassistenten und Allzweck-Humanoiden.
Es wird spannend zu sehen, wie sich der CyberOne V2 und andere humanoide Roboter in den kommenden Jahren entwickeln und welche Rolle sie in unserer Gesellschaft spielen werden.





