Die USA stehen vor einer Herausforderung beim Bau humanoider Roboter. Laut Jeff Cardenas, dem CEO von Apptronik, mangelt es an einer ausreichenden Lieferkette für zentrale Komponenten wie Getriebe und Seltene Erden. Diese Materialien sind entscheidend für die Aktuatoren, die bis zu 60 Prozent der Materialkosten eines Roboters ausmachen können.
Wichtige Erkenntnisse
- Die USA haben Engpässe bei der Versorgung mit Getrieben und Seltenen Erden für humanoide Roboter.
- Aktuatoren, die Muskeln der Roboter, machen bis zu 60% der Materialkosten aus.
- China verfügt über eine starke industrielle Basis im Bereich Robotik, während die USA in KI führend sind.
- Apptronik entwickelt über 80 verschiedene elektrische Aktuatoren.
- Roboter sollen zuerst in der Industrie eingesetzt werden, später in Haushalten.
Engpässe bei Schlüsselkomponenten
Die amerikanische Ambition, führend in der humanoiden Robotik zu sein, stößt auf Hürden. Jeff Cardenas von Apptronik weist auf erhebliche Schwächen in der heimischen Lieferkette hin. Er nennt insbesondere Getriebe als kritischen Mangel.
Neben Getrieben sind auch Seltene Erden ein Problem. Diese Metalle sind unverzichtbar für die Elektromotoren, die in Robotern zum Einsatz kommen. Die Verfügbarkeit dieser Materialien ist ein bekannter Engpass.
Cardenas betont, dass die USA zwar in der KI-Entwicklung vorne liegen, China aber eine starke industrielle Basis für Robotik aufgebaut hat. Diese Einschätzung prägt die Wettbewerbslandschaft.
Faktencheck Robotik
- Aktuatoren sind die 'Muskeln' eines Roboters.
- Sie bestehen aus Motoren, Getrieben und Elektronik.
- Bis zu 60 Prozent der Materialkosten eines Roboters entfallen auf Aktuatoren.
- Apptronik hat über 80 verschiedene elektrische Aktuatoren entwickelt.
Die Kosten der Bewegung: Aktuatoren
Aktuatoren sind entscheidend für die Beweglichkeit von Robotern. Sie sind komplexe Baugruppen aus Motoren, Getrieben und Elektronik. Ihre Herstellung ist aufwendig und kostenintensiv.
Cardenas erklärt, dass diese Komponenten einen Großteil der Materialkosten ausmachen. Dies unterstreicht die Bedeutung einer robusten und kostengünstigen Lieferkette für Hardware.
Apptronik selbst hat mehr als 80 verschiedene elektrische Aktuatoren seit seiner Gründung entwickelt. Doch die interne Entwicklung löst nicht das Problem der externen Zulieferung.
„Es reicht nicht aus, nur die Software zu haben. Wir brauchen auch erstklassige Hardware dazu“, so Cardenas.
Die Fähigkeit, genügend Komponenten zu einem akzeptablen Preis zu liefern, ist eine separate Herausforderung. Derzeit gibt es keine genauen Angaben, wann Apptronik diese Lücken schließen will.
Hintergrund: Globale Zulieferketten
Die Herausforderungen der USA spiegeln die globalen Abhängigkeiten wider. Tesla soll beispielsweise seine Optimus-Zulieferer in Ningbo, China, überprüft haben. Diese Region ist bekannt für ihre Präzisionsgetriebe, Motoren und Elektronik.
Auch Europa arbeitet an Lösungen. Das deutsche Unternehmen Schaeffler entwickelt eine Formgebungstechnologie, um Wellgetriebe für Humanoide herzustellen. Dies soll die Herstellungskosten um über 25 Prozent und den Materialverbrauch um über 75 Prozent senken.
Die Massenproduktion dieser günstigeren Getriebe ist für 2027 geplant. Solche Initiativen zeigen, wie etablierte Industriezulieferer die von Cardenas genannten Engpässe angehen.
Politische Rahmenbedingungen und Lokalisierung
Die Suche nach einer stärkeren heimischen Produktion wird durch politische Maßnahmen verstärkt. Die FCC-Beschränkungen für ausländische fortschrittliche Robotik-Geräte üben zusätzlichen Druck aus.
Diese Vorschriften behindern neue Gerätegenehmigungen für bestimmte Produkte. Auch wenn einzelne Komponenten nicht explizit aufgeführt sind, können Herkunft und Kosten die Einstufung eines fertigen Roboters als heimisches Produkt beeinflussen.
Die Lokalisierung der Produktion erfordert erhebliche Investitionen, die Qualifizierung von Zulieferern und viel Zeit. Dies ist ein komplexer Übergang, der nicht über Nacht erfolgen kann.
Vom Werk in den Haushalt: Die Zukunft der Humanoiden
Apptroniks Roboter Apollo 2 konzentriert sich zunächst auf industrielle Aufgaben. Dazu gehören Materialtransport und Sortieraufgaben in der Fertigung und Logistik.
Mercedes-Benz und GXO sind Partner in diesen Bereichen. Auch Google DeepMind arbeitet mit Apptronik an der KI-Entwicklung.
Cardenas vergleicht die Entwicklung der Humanoiden mit der frühen Phase der Personal Computer in den 1980er Jahren. Er erwartet einen etwa 40-jährigen Zyklus, der von der Schwerindustrie über den Einzelhandel und das Gesundheitswesen bis hin zum breiteren Einsatz in Haushalten führt.
Er prognostiziert, dass humanoide Roboter in den nächsten Jahren in die Haushalte Einzug halten werden. Allerdings wird es noch länger dauern, bis sie alle gewünschten Hausarbeiten erledigen können.
Apptronik hat kürzlich eine Finanzierungsrunde von über 935 Millionen US-Dollar abgeschlossen und damit fast 1 Milliarde US-Dollar an Gesamtkapital erhalten. Dies unterstreicht das Vertrauen der Investoren in das Potenzial des Unternehmens.





