Der deutsche Bewegungstechnologie-Konzern Schaeffler geht eine umfassende strategische Partnerschaft mit Hexagon Robotics aus der Schweiz ein. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Schaeffler bis zum Jahr 2032 mindestens 1.000 AEON Humanoide von Hexagon in seinen weltweiten Produktionsstätten einsetzen. Gleichzeitig wird Schaeffler ein wichtiger Zulieferer für Hexagon, indem das Unternehmen hochpräzise Drehantriebe für die Roboter bereitstellt.
Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Schritt in Schaefflers Strategie, die Produktion durch den Einsatz fortschrittlicher Robotik zu transformieren. Die Partnerschaft wurde auf der Hannover Messe bekannt gegeben und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Humanoiden in der industriellen Fertigung.
Wichtige Erkenntnisse
- Schaeffler integriert mindestens 1.000 AEON Humanoide von Hexagon bis 2032.
- Schaeffler wird Tier-1-Zulieferer für Hexagon und liefert Präzisionsantriebe.
- Die Partnerschaft folgt einem erfolgreichen Pilotprojekt im Jahr 2025.
- Dies ist Schaefflers dritte große Humanoide-Verpflichtung nach Neura Robotics und Humanoid.
- Die voraussichtlichen Betriebskosten liegen bei 10 bis 25 US-Dollar pro Stunde.
Strategische Allianz für die Zukunft der Fertigung
Die Partnerschaft zwischen Schaeffler und Hexagon Robotics ist nicht nur eine massive Flottenbereitstellung, sondern auch ein entscheidendes Hardware-Lieferabkommen. Schaeffler wird seine Expertise in der Entwicklung von Getriebeaktuatoren einbringen, die als die „Muskeln“ der AEON-Gliedmaßen dienen.
Dr. Jochen Schröder, COO der Schaeffler AG, betonte die Bedeutung dieser Aktuatorplattform. Er bezeichnete sie als das „technologische Rückgrat“ für die nächste Generation von Robotern, die sowohl auf zwei Beinen gehen als auch auf Rädern fahren können.
Faktencheck
- Einsatzzeitraum: Bis 2032 sollen 1.000 AEON Humanoide bei Schaeffler im Einsatz sein.
- Lieferumfang: Schaeffler liefert Präzisions-Wellengetriebe-Aktuatoren und Planetengetriebe-Aktuatoren.
- Pilotprojekt: Im Jahr 2025 wurden die AEON-Roboter erfolgreich in einem realen Fertigungsumfeld getestet.
Symbiotische Partnerschaft: Nutzer und Zulieferer
Schaeffler verfolgt eine „Nutzer-Zulieferer“-Strategie, die in der Branche als wegweisend gilt. Durch den Einsatz der Roboter in den eigenen Werken erhält das Unternehmen direkte Einblicke in die operativen Anforderungen der „Physischen KI“. Gleichzeitig kann Schaeffler die Leistungsfähigkeit der eigenen Planetengetriebe-Aktuatoren und Wellengetriebe unter realen Bedingungen validieren, bevor diese an den breiteren Markt verkauft werden.
„Unsere Aktuatorplattform ist das technologische Rückgrat für die nächste Generation bipedaler und radbasierter Arbeiter“, so Dr. Jochen Schröder, COO der Schaeffler AG.
Für die AEON-Plattform wird Schaeffler speziell Wellengetriebe-Aktuatoren für hohe Präzision und spielfreie Gelenke liefern. Zudem kommen Planetengetriebe-Aktuatoren zum Einsatz, die für hohe Drehmomenttransparenz und „Rückwärtsfahrbarkeit“ ausgelegt sind – Eigenschaften, die für eine sichere Mensch-Roboter-Interaktion unerlässlich sind.
Vom Pilotprojekt zur Serienproduktion
Die Entscheidung für die umfangreiche Integration der AEON-Roboter basiert auf einem erfolgreichen Pilotprogramm im Jahr 2025. In diesem Testlauf zeigten die AEON-Roboter ihre Vielseitigkeit in einer realen Fertigungsumgebung. Anders als bei früheren Einsätzen, bei denen Roboter oft auf einzelne Aufgaben wie das Bewegen von Körben beschränkt waren, konzentrierte sich der AEON-Pilot auf das Management mehrerer Maschinenstationen.
Der Roboter nutzte seine radbasierte Fortbewegung und seine Sensorik, um Teile autonom zu laden, zu entladen und zu inspizieren. Diese Fähigkeiten umfassen das Management von Produktionslinien und die Qualitätssicherung. Die Unternehmen planen nun eine breitere Einführung weiterer Anwendungen, wie beispielsweise die automatisierte Teileprüfung, die Ende 2026 beginnen soll.
Hintergrund der Entwicklung
Die Integration von Humanoiden in die Fertigung wird zunehmend als Lösung für globale Arbeitskräftemängel betrachtet. Die geschätzten Betriebskosten für Humanoide liegen derzeit zwischen 10 und 25 US-Dollar pro Stunde. Diese Wirtschaftlichkeit treibt die Automatisierung von Routinetätigkeiten voran.
Diese Zeitplanung deckt sich mit den Bemühungen von BMW, AEON in seinem Werk in Leipzig zu integrieren. Dies deutet darauf hin, dass sich unter europäischen Industrieunternehmen die Erkenntnis durchsetzt, dass Hexagons modulares, radbasiertes Design einen pragmatischen Weg zur Skalierung bietet.
Ein vielseitiges Robotik-Ökosystem bei Schaeffler
Der Hexagon-Deal ist ein weiterer wichtiger Baustein in Schaefflers wachsendem Robotik-Portfolio. Das Unternehmen hat bereits eine Verpflichtung über eine „mittlere vierstellige Zahl“ von Einheiten des deutschen Unternehmens Neura Robotics bekannt gegeben und unterhält eine fünfjährige Allianz mit dem britischen Startup Humanoid.
Durch die Diversifizierung seiner Roboterflotte über mehrere Anbieter hinweg – und gleichzeitig als Komponentenlieferant für jeden einzelnen – streut Schaeffler sein Risiko. Unabhängig davon, ob der zukünftige Humanoide-Formfaktor bipedal, radbasiert oder modular ist, stellt das deutsche Unternehmen sicher, dass die Roboter des Jahres 2030 wahrscheinlich mit Schaeffler-Gelenken ausgestattet sein werden.
- Neura Robotics: Verpflichtung zu einer mittleren vierstelligen Anzahl von Einheiten.
- Humanoid: Fünfjährige Allianz mit dem britischen Startup.
- Hexagon Robotics: Integration von mindestens 1.000 AEON Humanoiden.
Die ökonomischen Aspekte dieser Einsätze sind ein entscheidender Faktor. Da die Betriebskosten für Humanoide derzeit zwischen 10 und 25 US-Dollar pro Stunde geschätzt werden, wird die Automatisierung von „Knochenarbeit“ zunehmend als Lösung für den globalen Arbeitskräftemangel und nicht nur als Effizienzsteigerung angesehen. Die Industrie beobachtet gespannt, wie sich die ersten 1.000 AEON-Einheiten in den nächsten sieben Jahren bewähren und ob diese „Hardware-Exzellenz“ die Lücke zwischen Pilotphase und Fabrikrealität schließen kann.





