Im Jahr 2025 wurden weltweit etwa 7.000 humanoide Roboter für den industriellen und professionellen Dienstleistungsbereich verkauft. Diese Zahl, die von der International Federation of Robotics (IFR) erfasst wurde, markiert einen wichtigen Meilenstein für die aufstrebende Robotik-Branche. Ein Großteil dieser Verkäufe diente jedoch der Forschung und Datensammlung, weniger der unmittelbaren produktiven Arbeit.
Wichtigste Erkenntnisse
- 7.000 humanoide Roboter im Jahr 2025 verkauft.
- Forschung und KI-Datensammlung waren Haupttreiber der Käufe.
- IFR-Definition erfordert menschenähnliches Aussehen und autonome Funktion.
- Vergleiche mit etablierter Robotik zeigen noch geringen Anteil humanoider Systeme.
- Zukünftige Messgrößen umfassen Betriebszeiten und wiederkehrende Aufträge.
Forschung als Motor des Marktes für humanoide Roboter
Die IFR-Zahlen, die Reuters vorliegen, bieten einen wichtigen Überblick über den aktuellen Stand des Marktes für humanoide Roboter. Susanne Bieller, Generalsekretärin der IFR, betonte, dass viele Käufer Forschungseinrichtungen oder Unternehmen waren. Ihr Ziel war es, Daten zu sammeln, um Künstliche-Intelligenz-Modelle zu verbessern. Dies zeigt, dass die Technologie noch in einer frühen Entwicklungsphase steckt.
Automobil-Pilotprojekte zum Beispiel umfassten typischerweise nur eine geringe Anzahl von Robotern, oft im ein- oder zweistelligen Bereich. Dies unterstreicht den experimentellen Charakter vieler aktueller Anwendungen.
Interessanter Fakt
Die IFR definiert humanoide Roboter als Maschinen mit menschenähnlichem Aussehen, die autonom in Umgebungen für Menschen agieren können. Beine sind dabei nicht zwingend vorgeschrieben.
Was die IFR-Zahlen umfassen
Die von der IFR erfassten Daten haben einen klaren Rahmen. Sie berücksichtigen Roboter für den industriellen und professionellen Dienstleistungsbereich. Ausgeschlossen sind Konsumroboter, Militärroboter und medizinische Roboter, die separat klassifiziert werden. Diese Abgrenzung ist entscheidend, um die Zahlen korrekt zu interpretieren.
Unterschiedliche Definitionen und Erfassungszeiträume können zu abweichenden Schätzungen in der Branche führen. Daher ist es wichtig, die IFR-Zahlen nicht direkt mit anderen, breiter gefassten Marktprognosen zu vergleichen. Eine bloße Verkaufszahl gibt zudem keine Auskunft über die tatsächliche Anzahl installierter Einheiten, deren Betriebszeiten oder den erzielten Return on Investment.
„Viele Käufer waren Forschungseinrichtungen oder Unternehmen, die Daten zur Verbesserung von KI-Modellen sammelten“, sagte Susanne Bieller, Generalsekretärin der IFR.
Der Unterschied zu etablierten Robotik-Kategorien
Um die Größenordnung einzuordnen: Die IFR verzeichnete im Jahr 2024 rund 542.000 Installationen von Industrierobotern. Im Bereich der professionellen Serviceroboter wurden im selben Jahr fast 200.000 Einheiten verkauft. Diese Zahlen basieren auf einer Stichprobe von 294 Anbietern. Humanoide Roboter stellen im Vergleich dazu noch eine sehr kleine Kategorie dar.
Hintergrundinformationen
Die IFR-Statistiken zu Industrierobotern und professionellen Servicerobotern sind wichtige Indikatoren für die Automatisierungsbranche. Sie zeigen das enorme Wachstum in diesen etablierten Segmenten, wo Roboter bereits seit Jahrzehnten produktiv eingesetzt werden.
Diese Zahlen verdeutlichen die Skalierung der etablierten Automatisierung. Sie dienen nicht dazu, einen direkten Marktanteil für humanoide Roboter zu berechnen. Vielmehr zeigen sie, wie viel Potenzial in der Entwicklung humanoider Systeme noch steckt.
Kommerzielle Zwecke trotz Forschungsausrichtung
Auch wenn viele Käufe im Forschungsbereich angesiedelt sind, dienen sie oft einem langfristigen kommerziellen Zweck. Das Trainieren von Robotern für nützliches Verhalten ist ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung. Hardware, die für diesen Prozess erworben wird, unterstützt zukünftige Fähigkeiten, auch wenn sie noch keine alltäglichen Aufgaben für Kunden erfüllt.
Die Entwicklung ist komplex und erfordert erhebliche Investitionen in die Datenerfassung und Modellverbesserung. Unternehmen wie UBTECH nutzen beispielsweise humanoide Roboter in Fabrikumgebungen, um Erfahrungen zu sammeln und die Systeme zu optimieren.
Zukünftige Erfolgsmessung
Ein wachsender Absatz ist ein erster Meilenstein. Die nächste wichtige Messgröße wird sein, was nach der Lieferung der Roboter geschieht. Dazu gehören:
- Betriebsstunden: Wie lange sind die Roboter tatsächlich im Einsatz?
- Interventionshäufigkeit: Wie oft benötigen sie menschliche Hilfe?
- Abgeschlossene Aufgaben: Welche Aufgaben können sie autonom und zuverlässig erledigen?
- Wiederkehrende Aufträge: Bestellen Kunden weitere Einheiten?
Eine verlässliche und wirtschaftlich sinnvolle Bereitstellung ist das ultimative Ziel. Der aktuelle Fokus auf Forschung legt den Grundstein für diese zukünftige Einsatzfähigkeit.
Ausblick für humanoide Roboter
Der Markt für humanoide Roboter ist jung, aber dynamisch. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sind hoch, da Unternehmen das Potenzial dieser Technologie erkennen. Die Fähigkeit, in menschenzentrierten Umgebungen zu agieren, eröffnet neue Anwendungsfelder jenseits der traditionellen Fabrikhallen.
Experten erwarten, dass die Verkaufszahlen in den kommenden Jahren weiter steigen werden, sobald die Roboter robuster und vielseitiger werden. Der Übergang von der Forschung zur breiten kommerziellen Nutzung wird jedoch schrittweise erfolgen.
Die Automobilindustrie bleibt ein wichtiger Bereich für Pilotprojekte. Hier werden humanoide Roboter getestet, um repetitive oder ergonomisch anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen. Die Erfahrungen aus diesen Projekten fließen direkt in die Weiterentwicklung der Roboter ein.
Die Integration von künstlicher Intelligenz spielt eine Schlüsselrolle. Je besser die KI-Modelle trainiert sind, desto autonomer und effizienter können humanoide Roboter arbeiten. Die aktuellen Verkaufszahlen spiegeln diese intensive Entwicklungsphase wider.





