Foundation Robotics, ein Unternehmen aus San Francisco, plant, seine humanoiden Roboter namens „Phantom“ in der Ukraine einzusetzen. Dies gab CEO Sankaet Pathak in einem Fernsehinterview bekannt. Die Roboter sollen in erster Linie logistische Aufgaben, Wartungsarbeiten und Aufklärungseinsätze übernehmen. Das Vorhaben befindet sich derzeit in einer Pilotphase.
Wichtige Punkte
- Foundation Robotics plant den Einsatz von „Phantom“-Humanoiden in der Ukraine.
- Die Roboter sollen Logistik, Wartung und Aufklärung unterstützen.
- CEO Sankaet Pathak sieht in Robotern eine Abschreckung und einen Weg zu „Frieden durch Stärke“.
- Das Unternehmen strebt eine umfassende Automatisierung des Arbeitsmarktes an.
- „Phantom“-Roboter werden in US-Fabriken eingesetzt und sollen auch im Weltraum agieren.
Phantom-Roboter für die Ukraine
Sankaet Pathak, der CEO von Foundation Robotics, sprach kürzlich auf Fox Business über die ehrgeizigen Pläne seines Unternehmens. Ein zentraler Punkt war die Absicht, die „Phantom“-Roboter in der Ukraine zu stationieren. Ein entsprechendes Abkommen, das die USA vermittelt haben, soll den Einsatz der 1,75 Meter großen Humanoiden ermöglichen.
Die Hauptaufgaben der Roboter im militärischen Kontext sind klar definiert:
- Logistik: Transport von Nachschub in gefährlichen Zonen, wo menschliche Soldaten durch Drohnen bedroht sind.
- Wartung: Durchführung von Inspektions- und Reparaturarbeiten hinter den Frontlinien.
- Aufklärung: Türen öffnen und Gebäude erkunden, um die Sicherheit für menschliche Kräfte zu gewährleisten.
Pathak betonte, dass diese militärische Ausrichtung notwendig sei, um „Frieden durch Stärke“ zu erreichen. Eine große Flotte von US-Humanoiden könne als Abschreckung dienen. Sein Mitbegründer Mike LeBlanc bezeichnete den Phantom bereits als „Kugelschwamm“, der Risiken eingehen soll, die sonst Menschenleben kosten würden.
Faktencheck: Phantom-Roboter
- Größe: 1,75 Meter (5 Fuß 9 Zoll)
- Tragfähigkeit: Über 18 Kilogramm (40 Pfund)
- Technologie: Deep Variational Bayes Filters (DVBF) für intuitive Physik
- Einsatzbereiche: Automobilfabriken, Militär, zukünftig auch Weltraum
Automatisierung der Arbeitswelt
Pathak sprach auch über die weitreichenden Auswirkungen der Automatisierung auf den Arbeitsmarkt. Er stimmte der Einschätzung von KI-Experten zu, dass viele sich wiederholende oder datenintensive Tätigkeiten durch Roboter ersetzt werden. „Ich denke, das ist so nah an der Singularität, wie wir nur sein können“, sagte Pathak.
Kurzfristig werde dieser Wandel „extrem disruptiv“ sein, so Pathak. Er verwies auf Elon Musks Beschreibung als „Überschall-Tsunami“. Langfristig jedoch könnte die Automatisierung die Menschheit von monotoner Arbeit befreien. Maschinen könnten dann grundlegende Dienste wie Wohnraum und Gesundheitsversorgung übernehmen.
„Ich denke, dies ist so nah an der Singularität, wie wir nur sein können.“ – Sankaet Pathak, CEO Foundation Robotics
Technologische Fortschritte und Produktion
Während des Interviews wurde ein „Phantom“-Roboter gezeigt, der autonom im Hintergrund lief. Pathak erklärte, dass der Roboter eine neue KI-Richtlinie nutze, die eine unabhängige Bewegung von Beinen und Oberkörper ermöglicht. Diese Bewegung wird durch sogenannte Deep Variational Bayes Filters (DVBF) angetrieben. Diese probabilistische KI-Methode verleiht dem Roboter ein „intuitives Verständnis der Physik“, anstatt auf manuell eingestellte Parameter angewiesen zu sein.
Foundation Robotics behauptet, dass ihre Roboter im vergangenen Jahr etwa 20.000 Autos in US-Fabriken mitgebaut haben. Das Unternehmen hat kürzlich Einblicke in seine „Robo Factory 1“ in San Francisco gewährt. Dort werden die Roboter aus Titanstangen für die strukturelle Integrität und proprietären Rollkontaktgetrieben zusammengebaut, die eine Energieeffizienz von 90-95% erreichen sollen.
Große Ambitionen: Antarktis und Mond
Die Pläne von Foundation Robotics reichen weit über industrielle Lagerhallen hinaus. Das Unternehmen hat einen „Masterplan“ vorgestellt, der ambitionierte Ziele für die Zukunft beinhaltet. Man strebt einen Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar pro Jahr an und eine „Flottenkohärenz“, bei der Roboter in Echtzeit wie ein vernetzter GPU-Cluster zusammenarbeiten.
Hintergrund: Firmenmission
Die Gewinne aus dem Einsatz der Humanoiden sollen folgende Projekte finanzieren:
- Bau einer Basis in der Antarktis.
- Entwicklung autonomer Land- und Lufttransportsysteme (ATVs und „Quinjets“).
- Errichtung selbstversorgender Basen auf dem Mond und dem Mars.
Pathak argumentiert, dass Humanoiden der erste entscheidende Schritt sind. Da die Welt für Menschen gebaut ist, müssen Maschinen lernen, sich in unseren Räumen zurechtzufinden. Nur so können sie die Infrastruktur für eine interplanetare Expansion aufbauen.
Skepsis und zukünftige Herausforderungen
Trotz der beeindruckenden Präsentation auf Fox Business steht Foundation Robotics weiterhin unter Beobachtung. Pathaks früheres Unternehmen, Synapse, ging 2024 bankrott. Dabei blieben Kundengelder in Millionenhöhe ungeklärt. Diese Vorgeschichte und einige öffentlichkeitswirksame Hardware-Fehler bei Mediendemonstrationen lassen einige Experten die aggressiven Zeitpläne und Mondziele von Foundation mit Skepsis betrachten.
Pathak bleibt jedoch unbeeindruckt. Er setzt auf eine Kombination aus „außerirdischer Technologie“ für die Roboterhände und die Bereitschaft, den Verteidigungssektor zu bedienen. Er glaubt, dies werde die notwendige Umsetzungsgeschwindigkeit liefern, um die Konkurrenz zu übertreffen. Das Unternehmen ist unapologetisch in Bezug auf die „natürliche Entwicklung“ hin zu bewaffneten Robotern, im Gegensatz zu vielen US-Wettbewerbern, die sich gegen die Bewaffnung ihrer Plattformen ausgesprochen haben.





