Die Robotikfirma Figure und das KI-Startup Hark haben sich ein komplettes Rechenzentrum mit NVIDIA B200 Blackwell GPUs gesichert. Diese massive Investition unterstreicht den verstärkten Wettbewerb um Rechenleistung im Bereich der humanoiden Robotik. Die NVIDIA B200 Blackwell GPUs gelten als die neuesten und leistungsstärksten Grafikprozessoren auf dem Markt.
Figure wird diese Rechenkapazitäten nutzen, um physikalische Modelle zu simulieren, während Hark die Chips für das Training multimodaler KI-Modelle der nächsten Generation einsetzt. Dies markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung fortschrittlicher humanoider Roboter und KI-Systeme.
Wichtige Erkenntnisse
- Figure und Hark haben sich ein gesamtes Rechenzentrum voller NVIDIA B200 Blackwell GPUs gesichert.
- Figure nutzt die GPUs zur Simulation physikalischer Vorgänge für seine Roboter.
- Hark wird die Chips für das Training multimodaler KI-Modelle einsetzen.
- Diese Investition ist entscheidend für Figures "Software 2.0"-Strategie und die Skalierung des Robotertrainings.
- Das Unternehmen strebt eine Jahresproduktion von 50.000 Robotern in der "BotQ"-Anlage an.
Massive Rechenleistung für Robotik und KI-Training
Die Akquisition eines ganzen Rechenzentrums ist ein klares Zeichen für die Ambitionen von Figure. Brett Adcock, CEO von Figure, bestätigte die Sicherung der NVIDIA B200 Blackwell GPUs. Er betonte, dass jeder einzelne Rack im Gebäude von Figure und Hark genutzt wird.
Die NVIDIA B200 Blackwell Architektur ist bekannt für ihre enorme Rechenleistung. Sie ist speziell für komplexe KI-Anwendungen und Simulationen konzipiert. Diese Chips ermöglichen es, eine neue Dimension der Datenverarbeitung zu erreichen, die für die Entwicklung von KI-Modellen und Robotersystemen unerlässlich ist.
Faktencheck
- Die NVIDIA B200 Blackwell GPUs sind die neueste Generation von Grafikprozessoren.
- Figure wird die Rechenleistung zur Vorhersage von Physik nutzen.
- Hark, ein KI-Startup von Brett Adcock, trainiert damit multimodale Modelle.
- Die Investition in diese Hardware ist ein zentraler Bestandteil der Wachstumsstrategie beider Unternehmen.
Skalierung des Robotertrainings
Ryan Wolf, ein KI-Ingenieur bei Figure, äußerte sich auf X zu den Plänen. Er erklärte, dass das Team die Rechenleistung nutzen will, um das Robotertraining um mehrere Größenordnungen zu skalieren. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Figure-Roboter.
Diese Strategie passt zur "Software 2.0"-Initiative von Figure. Im Rahmen dieser Initiative wurden kürzlich über 100.000 Zeilen C++-Code zugunsten von End-to-End-Neuronalen Netzen gelöscht. Der Fokus liegt nun auf einer umfassenderen KI-gesteuerten Steuerung.
"Figure und Hark haben gerade ein ganzes Rechenzentrum von NVIDIA B200s übernommen – jeden Rack im Gebäude. Figure wird diese nutzen, um Physik vorherzusagen, und Hark wird multimodale Modelle der nächsten Generation trainieren."
Brett Adcock, CEO von Figure
Verbesserung der Weltmodelle und Simulationen
Durch die Konzentration auf die "Vorhersage von Physik" will Figure seine Weltmodelle verbessern. Dies ermöglicht es dem humanoiden Roboter Figure 03, komplexe physikalische Interaktionen besser zu simulieren und zu verstehen, bevor er sie in der realen Welt ausführt. Eine solche groß angelegte Simulation ist entscheidend für den sogenannten "Pixels-to-Torque"-Ansatz.
Der "Pixels-to-Torque"-Ansatz, der von der Helix 02-Architektur verwendet wird, erfordert riesige Datenmengen. Nur so können Aufgaben wie das Aufräumen im Haushalt oder das Sortieren von Paketen in der Industrie gemeistert werden. Die neue Rechenleistung beschleunigt diesen Prozess erheblich.
Hohes Interesse und Kapitalstrategie
Die Ankündigung erfolgte kurz nach einem Besuch des Motivationsredners Tony Robbins im Figure-Hauptquartier. Robbins hat bereits in den humanoiden Sektor investiert, unter anderem in Ray Kurzweils Beyond Imagination. Ein mögliches Investment von Robbins würde Figures illustre Investorengruppe erweitern.
Figure hat kürzlich eine Bewertung von 39 Milliarden US-Dollar erreicht. Das Unternehmen befindet sich derzeit in einer massiven Kapitalbeschaffungsphase. Ein spezielles "Capital Formation"-Team soll Dutzende Milliarden Dollar für die Fertigungs- und Rechenanforderungen des Unternehmens aufbringen.
Hintergrundinformationen
Hark ist ein KI-Venture, das Brett Adcock mit 100 Millionen US-Dollar seines eigenen Kapitals finanziert hat. Das Startup konzentriert sich auf die Entwicklung von KI-Modellen der nächsten Generation, die über herkömmliche Ansätze hinausgehen.
Figure 03 ist der humanoide Roboter von Figure, der für verschiedene Aufgaben in häuslichen und industriellen Umgebungen konzipiert ist. Die Helix 02-Architektur ist die Softwareplattform, die die Fähigkeiten des Roboters antreibt.
Der Weg zur kommerziellen Produktion: BotQ
Der massive Anstieg der Rechenleistung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Figure versucht, von Forschungsprototypen zu einer kommerziellen Produktion in hohem Volumen überzugehen. Das Unternehmen fährt derzeit seine Operationen in der "BotQ"-Anlage hoch. Ziel ist es, dort jährlich 50.000 Einheiten zu produzieren.
Figure arbeitet zudem daran, seine Lieferkette von China abzukoppeln. Gleichzeitig strebt das Unternehmen einen 24/7 "Lights-out"-Betrieb in Sunnyvale an. Das bedeutet, dass die Produktion vollständig autonom und ohne menschliches Eingreifen erfolgt.
Herausforderungen in komplexen Umgebungen
Die Fähigkeit, robustere Modelle schneller zu trainieren, wird der entscheidende Faktor sein. Figure setzt darauf, dass rohe Rechenleistung der Schlüssel zur Überwindung der verbleibenden "unsichtbaren" Herausforderungen in häuslichen und industriellen Umgebungen ist. Diese Umgebungen sind oft unstrukturiert und erfordern ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit von Robotern.
Mit einem ganzen Gebäude voller B200s scheint Figure darauf zu wetten, dass die schiere Rechenkraft es ermöglichen wird, diese komplexen Probleme zu lösen und seine Roboter für den breiten Einsatz bereit zu machen. Die Zukunft der humanoiden Robotik hängt stark von solchen technologischen Sprüngen ab.
Vorteile der Skalierung
- Schnellere Entwicklung: Neue KI-Modelle können in kürzerer Zeit trainiert und iteriert werden.
- Höhere Präzision: Verbesserte Weltmodelle führen zu präziseren Bewegungen und Interaktionen der Roboter.
- Breitere Anwendungsfelder: Roboter können komplexere Aufgaben in vielfältigeren Umgebungen bewältigen.
- Kosteneffizienz: Langfristig können autonome Systeme die Betriebskosten senken.
Die Partnerschaft zwischen Figure und Hark sowie die Investition in modernste Hardware zeigen, wie entscheidend Rechenleistung für den Fortschritt in der KI- und Robotikbranche ist. Es wird spannend zu sehen, welche Innovationen aus dieser Zusammenarbeit entstehen werden.





