Der humanoide Roboter Figure 03 hat in einer neuen Demonstration seine Fähigkeiten im Bereich Logistik unter Beweis gestellt. Das Modell zeigte eine deutlich höhere Geschwindigkeit und verbesserte reaktive Intelligenz beim Sortieren und Orientieren von Paketen. Salesforce-CEO Marc Benioff testete den Roboter persönlich und war beeindruckt von der Anpassungsfähigkeit des Systems.
Wichtige Erkenntnisse
- Figure 03 arbeitet voll autonom mit einem End-to-End-Neuronalen Netz.
- Der Roboter verarbeitet Kameradaten direkt zu Drehmomentbefehlen.
- Die Geschwindigkeit bei der Paketverarbeitung hat sich im Vergleich zu Vorgängermodellen erhöht.
- Das System reagiert flüssig auf menschliche Störungen und passt sich dynamisch an.
- Über 30 Motoren ermöglichen präzise Bewegungen und hohe Freiheitsgrade.
Autonome Paketverarbeitung unter Stress
In einem kürzlich veröffentlichten Video zeigte der Salesforce-CEO Marc Benioff den Figure 03 bei einer Logistikaufgabe. Der humanoide Roboter sortierte und orientierte Pakete autonom. Benioff nutzte die Gelegenheit, die Fähigkeiten des Roboters zu testen. Er warf bereits korrekt verarbeitete Pakete zurück in den Arbeitsbereich des Roboters, um dessen Reaktionsfähigkeit zu prüfen.
Der Figure 03 reagierte prompt und flüssig. Er bewertete die Szene neu, nahm die zurückgeworfenen Pakete auf und setzte die Aufgabe fort.
„Es ist wirklich beeindruckend“, bemerkte Benioff, als der Roboter seinen Griff anpasste und die Arbeit trotz der Störung fortsetzte.Diese Demonstration zeigt eine deutliche Weiterentwicklung der adaptiven Verhaltensweisen, die bereits im Vorgängermodell Figure 02 zu sehen waren.
Faktencheck Figure 03
- Vollautonomer Betrieb: Das System benötigt keine menschliche Fernsteuerung.
- End-to-End Neuronales Netz: Die KI verarbeitet Kameradaten direkt zu Motorbefehlen.
- Mehr als 30 Motoren: Ermöglichen präzise Kontrolle über Gliedmaßen und Extremitäten.
- Direkte Drehmomentsteuerung: Die KI berechnet Drehmoment direkt für die Motoren.
Technische Fortschritte und verbesserte Geschwindigkeit
Brett Adcock, CEO von Figure, erläuterte nach der Veröffentlichung des Videos die technischen Grundlagen des Figure 03. Er bestätigte, dass der Roboter vollautonom arbeitet. Die Steuerung erfolgt über ein End-to-End-Neuronales Netz, das direkt aus Kamerabildern Schlüsse zieht und Befehle generiert.
Ein wesentlicher technischer Fortschritt ist die Art und Weise, wie die KI die Motoren steuert. Sie berechnet das Drehmoment direkt, anstatt starre Bewegungspläne zu verwenden. Dies ermöglicht eine viel flexiblere und dynamischere Reaktion auf unvorhergesehene Ereignisse. Der Figure 03 verfügt über mehr als 30 Motoren, die eine hohe Bewegungsfreiheit und präzise Kontrolle gewährleisten.
Hintergrund: Figure 02 vs. Figure 03
Das Vorgängermodell, der Figure 02, konzentrierte sich auf die Ausdauer. Eine 60-minütige, ungeschnittene Demonstration zeigte die Fähigkeit des Roboters, eine Stunde lang ohne Unterbrechung zu arbeiten. Der Figure 02 erreichte eine durchschnittliche Durchsatzrate von etwa 4,05 Sekunden pro Paket. Der Figure 03 übertrifft diese Leistung durch eine höhere Geschwindigkeit und verbesserte reaktive Intelligenz. Die aktuelle Demonstration konzentriert sich auf schnellere Bewegungen und die Fähigkeit, dynamisch auf Störungen zu reagieren.
Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit im Fokus
Die Geschwindigkeit ist ein entscheidender Faktor für die Einführung humanoider Roboter in der Logistik. Während der Figure 02 eine durchschnittliche Durchsatzrate von etwa 4,05 Sekunden pro Paket erreichte, zeigt der Figure 03 eine spürbar höhere Kadenz. Die Bewegungen des Roboters wirken flinker und zielgerichteter, was auf eine weitere Optimierung der internen Speicher- und Zeitgedächtnissysteme hindeutet.
Die Fähigkeit, auf menschliche Eingriffe in Echtzeit zu reagieren, ist besonders wichtig. Lagerhallen sind dynamische Umgebungen, in denen unvorhergesehene Ereignisse an der Tagesordnung sind. Die verbesserte Anpassungsfähigkeit des Figure 03 bringt die Technologie der chaotischen Realität eines Logistikzentrums deutlich näher. Dies ist ein wichtiger Schritt zur kommerziellen Reife.
Von Pixeln zu Drehmoment: Die Steuerung der Zukunft
Die direkte Berechnung von Drehmoment aus Kameradaten ist ein Paradigmenwechsel in der Robotik. Anstatt vordefinierte Bewegungsabläufe zu nutzen, lernt die KI, wie sie die Motoren steuern muss, um die gewünschten Aktionen auszuführen. Dies ermöglicht eine viel natürlichere und effizientere Bewegung. Die hohe Anzahl der Motoren trägt ebenfalls dazu bei, dass der Roboter komplexe Aufgaben präzise bewältigen kann.
Die Entwicklung von Figure 02 zu Figure 03 zeigt den rapiden Fortschritt in der humanoiden Robotik. Von Ausdauer-Demonstrationen hin zu Hochgeschwindigkeits- und Reaktionsfähigkeitstests adressiert das Unternehmen zentrale Herausforderungen der Lagerautomatisierung: Durchsatz und Zuverlässigkeit in dynamischen Umgebungen. Diese Fortschritte sind entscheidend für die breite Akzeptanz humanoider Roboter in industriellen Anwendungen.





