Fauna Robotics, ein Technologieunternehmen aus New York, hat kürzlich detaillierte technische Informationen zu seiner humanoiden Roboterplattform namens Sprout veröffentlicht. Dieser Schritt bietet der Forschungsgemeinschaft ungewöhnlich tiefe Einblicke in die Konstruktion und das Design der sogenannten „Creator Edition“ Hardware. Die Veröffentlichung des Berichts unterstreicht das Engagement des Start-ups für offene und reproduzierbare Forschung in einem Bereich, der oft von proprietären Systemen geprägt ist.
Wichtige Erkenntnisse
- Sprout ist eine leichte, entwicklerfreundliche humanoide Plattform für Forschungsumgebungen.
- Der Roboter ist 107 cm groß und wiegt 22,7 kg, konzipiert für Sicherheit in menschlichen Räumen.
- Er verfügt über 29 Freiheitsgrade und eine umfassende Sensorik, inklusive weicher Materialien.
- Die KI-Architektur ist modular aufgebaut und basiert auf ROS 2 und Docker.
- Fauna Robotics setzt auf Transparenz und Zugänglichkeit, um das Feld voranzubringen.
Ein Roboter für die „unordentliche Realität“
Sprout wurde speziell dafür entwickelt, die Lücke zwischen fragilen akademischen Prototypen und oft gefährlichen Industriemaschinen zu schließen. Die Hardware spiegelt eine „Sicherheit zuerst“-Philosophie wider. Das Ziel ist der Einsatz in Umgebungen, die Menschen und Roboter teilen. Mit einer Höhe von 107 cm und einem Gewicht von 22,7 kg ist der Roboter bewusst kompakt gehalten. Dies reduziert die kinetische Energie und potenzielle Aufprallkräfte.
Das Design berücksichtigt die alltägliche Umgebung. Es erlaubt Entwicklern, modulare KI-Architekturen in gemeinsamen menschlichen Räumen zu testen. Die Integration in Labor- oder Büroumgebungen ist so einfacher. Sprout ist nicht nur ein Forschungswerkzeug, sondern auch ein Schritt in Richtung alltagstauglicher Robotik.
Fakten zu Sprout
- Größe: 107 cm
- Gewicht: 22,7 kg
- Freiheitsgrade: 29
- Materialien: Weiche, verformbare, schaumartige Materialien
- Rechenleistung: NVIDIA Jetson AGX Orin 64GB
- Batterie: Austauschbarer 46,8 V Li-Ionen-Akku
Sicherheit und Design für menschliche Interaktion
Die Wahl weicher, verformbarer, schaumartiger Materialien für die Außenhülle minimiert Quetschstellen. Es reduziert auch die Kraft bei unbeabsichtigtem Kontakt. Diese Materialien sind entscheidend für die Sicherheit im Umgang mit Menschen. Sprout verfügt über 29 Freiheitsgrade, darunter motorisierte Augenbrauen. Diese ermöglichen soziale Ausdrucksformen, was die Interaktion natürlicher gestaltet.
Die primären Systeme werden von einem NVIDIA Jetson AGX Orin 64GB angetrieben. Diese Einheit übernimmt die Wahrnehmung, Planung und komplexe Denkprozesse. Ein physischer Not-Aus-Schalter ist Teil der mehrschichtigen Sicherheitsarchitektur. Dies zeigt, wie ernst Fauna Robotics die Sicherheit nimmt.
Sensorik und Greifarme
Die Sensorik von Sprout ist umfassend. Eine ZED2i RGB-D-Stereokamera dient als primärer visueller Sensor. Vier Time-of-Flight (ToF)-Sensoren ergänzen dies für die Hindernisvermeidung. Ein Array aus vier Mikrofonen ermöglicht die Audio-Lokalisierung und Spracherkennung. Für robuste Funktionalität wählte das Team einfache Greifarme mit einem Freiheitsgrad. Dies wurde komplexen Mehrfingerhänden vorgezogen. Die Priorität liegt auf zuverlässigem Greifen und Übergeben in häuslichen oder Einzelhandelsumgebungen.
„Es ist großartig, diese Art von Bericht für ein Produkt zu sehen, das man kaufen kann. So bringt man das gesamte Feld voran.“
Modulare KI-Architektur für Entwickler
Der technische Bericht betont eine modulare, komponentenbasierte KI-Plattform. Dies steht im Gegensatz zu einer „monolithischen“ End-to-End-Lösung. Das System basiert auf ROS 2 und Docker. Jeder Kernservice, von der Navigation bis zur Spracherkennung, läuft in isolierten Containern. Dies erlaubt Entwicklern, Standardimplementierungen durch eigene, maßgeschneiderte Modelle zu ersetzen.
Fauna hat zudem einen Model Context Protocol (MCP)-Server integriert. Dieser ermöglicht LLM-basierte Agenten, die Motorfunktionen des Roboters zu steuern. Sie können den Standort abfragen oder expressive Verhaltensweisen wie Nicken und Tanzen durch Standard-Tool-Aufrufe ausführen. Für Entwickler, die sich auf die Datenerfassung konzentrieren, unterstützt Sprout ein immersives VR-Teleoperationssystem. Es ist mit Meta Quest-Geräten kompatibel und bildet die menschliche Morphologie auf die Größe des Roboters ab. Dies ermöglicht eine intuitive Ganzkörpersteuerung.
Hintergrund: Die Evolution der Humanoiden
Die humanoide Form wird oft als Weg gesehen, physikalische Komplexität in ein Softwareproblem zu verwandeln. Indem eine stabile, konforme Hardwarebasis bereitgestellt wird, können Forscher sich auf die Softwareherausforderungen konzentrieren. Dazu gehören langfristige Autonomie und soziale Interaktion. Fauna Robotics setzt mit Sprout auf Sicherheit und „Liebenswürdigkeit“, um die nächste Ära der Robotik zu prägen. Ziel ist es, Humanoide von Labor-Kuriositäten zu alltäglichen Begleitern im Haushalt zu machen.
Ein Paradigmenwechsel in der Humanoiden-Robotik
Die Veröffentlichung des Berichts erhielt Lob von Experten. Mario Bollini, Leiter für Mensch-Roboter-Interaktion und verkörperte KI bei Boston Dynamics, bezeichnete die Transparenz als entscheidend. Sie sei notwendig, um „das gesamte Feld voranzubringen“. Diese Offenheit ist in der kommerziellen Robotikbranche selten. Sie fördert eine kollaborative Forschungsumgebung, die Innovationen beschleunigen kann.
Fauna Robotics zielt darauf ab, Humanoide zugänglicher zu machen. Durch die Ausrichtung von Sprout auf die Präferenz der Verbraucher für haptisch weiche, ansprechbare Maschinen, möchte das Team den Übergang von Laborgeräten zu alltäglichen Begleitern im Haushalt schaffen. Dies könnte die Akzeptanz von Robotern in der Gesellschaft erheblich steigern. Die Betonung der Sicherheit und einer „liebenswerten“ Ästhetik ist ein strategischer Schritt. Er soll Ängste abbauen und Vertrauen aufbauen.
- Offene Forschung: Fauna Robotics fördert Transparenz in der Humanoiden-Entwicklung.
- Sichere Interaktion: Weiche Materialien und Not-Aus-Funktionen schützen Menschen und Roboter.
- Entwicklerfreundlichkeit: Modulare Software und VR-Teleoperation erleichtern die Forschung.
- Zukunftsweisend: Sprout soll Humanoide in den Alltag integrieren.





