Der ehemalige Volkswagen-Chef Herbert Diess kehrt mit einem ambitionierten Projekt in die Automobilbranche zurück: Er plant die Markteinführung eines Elektro-Traktors für Landwirte und kommunale Dienste. Das Fahrzeug soll bereits nächstes Jahr auf den Markt kommen und durch ein innovatives Wechselakkusystem einen 24/7-Betrieb ermöglichen.
Wichtige Punkte
- Herbert Diess bringt 2025 einen Elektro-Traktor auf den Markt.
- Der Traktor nutzt ein Wechselakkusystem für Dauerbetrieb.
- Ziel ist die Wettbewerbsfähigkeit mit Diesel-Fahrzeugen ab 2027.
- Das Unternehmen Diess E-Agrartechnik AG sitzt in München.
- Langfristig sind auch autonome Landmaschinen geplant.
Ein Neuanfang in der Landtechnik
Herbert Diess, der von 2018 bis 2022 an der Spitze des Volkswagen-Konzerns stand, hat ein neues Unternehmen gegründet: die Diess E-Agrartechnik AG. Sein Ziel ist es, die Landwirtschaft zu revolutionieren. Der geplante Elektro-Traktor soll speziell auf die Bedürfnisse von Landwirten und kommunalen Betrieben zugeschnitten sein. Es handelt sich um einen Mittelklasse-Traktor, der vielseitig einsetzbar ist.
Die Entwicklung des E-Traktors schreitet zügig voran. Diess gab auf LinkedIn bekannt, dass das Produktentwicklungsteam voll im Zeitplan liegt. Ein erfahrenes Kernteam treibt das Projekt voran. Die Firma arbeitet mit etablierten Landmaschinenunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Auch Zulieferer sind involviert, deren Namen Diess jedoch noch nicht öffentlich gemacht hat.
Faktencheck
- Markteinführung: 2025
- Wettbewerbsfähig ab: 2027
- Betriebszeit: 24/7 durch Wechselakkus
- Fokus: Mittelklasse-Traktoren für Landwirtschaft und Kommunen
Das innovative Wechselakkusystem
Ein zentrales Merkmal des neuen Elektro-Traktors ist sein Wechselakkusystem. Dieses System soll einen unterbrechungsfreien Betrieb ermöglichen. Landwirte können leere Akkus schnell gegen volle tauschen, was lange Ladezeiten vor Ort überflüssig macht. Dies ist besonders wichtig für Betriebe, die ihre Maschinen rund um die Uhr einsetzen müssen.
„Wir möchten unsere Wettbewerbsfähigkeit schnell an möglichst viele Betriebe weitergeben“, schrieb Herbert Diess auf LinkedIn. „Das gelingt durch attraktive Preise, höchste Qualität und die Möglichkeit, den in der Landwirtschaft selbst produzierten Solarstrom für die tägliche Arbeit einzusetzen.“
Die Möglichkeit, selbst produzierten Solarstrom für den Betrieb der Traktoren zu nutzen, bietet Landwirten eine doppelte Win-Win-Situation. Sie können ihre Energiekosten senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Dies unterstreicht den Nachhaltigkeitsansatz des Projekts.
Kompatibilität und Vielseitigkeit
Der Elektro-Traktor wird so konzipiert, dass er mit allen gängigen Anbaugeräten kompatibel ist. Dazu gehören Mähwerke, Räumschilde und andere landwirtschaftliche Geräte. Diese Flexibilität ist entscheidend, damit der Traktor nahtlos in bestehende Betriebsstrukturen integriert werden kann, ohne dass Landwirte in neue, spezielle Anbaugeräte investieren müssen.
Hintergrund: Herbert Diess
Herbert Diess war von 2018 bis 2022 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. Er war maßgeblich an der Transformation des Konzerns hin zur Elektromobilität beteiligt. Nach seinem Ausscheiden bei VW im Herbst 2025, an seinem 67. Geburtstag, widmete er sich neuen Projekten. Seit 2023 ist er Aufsichtsratschef des Chipherstellers Infineon und engagiert sich in verschiedenen Start-ups. Diess betreibt zudem ein kleines Hotel mit Rinderzucht und Birnenplantage in Spanien.
Wirtschaftliche Ziele und Zukunftsvisionen
Ab dem Jahr 2027 strebt die Diess E-Agrartechnik AG an, mit ihren Elektro-Traktoren preislich und leistungsmäßig mit vergleichbaren Diesel-Fahrzeugen wettbewerbsfähig zu sein. Dies ist ein ehrgeiziges Ziel, das die Wirtschaftlichkeit der Elektromobilität in der Landwirtschaft unter Beweis stellen soll. Diess betont die Bedeutung von attraktiven Preisen und höchster Qualität, um eine schnelle Akzeptanz am Markt zu erreichen.
Das Unternehmen plant nicht nur Traktoren. Auch Ladestationen und elektrische Anbaugeräte sollen zum Produktportfolio gehören. Dies deutet auf ein umfassendes Ökosystem für die elektrische Landwirtschaft hin. Langfristig hat Diess noch größere Pläne: Er sieht autonome Landmaschinen vor, ähnlich den bereits existierenden US-Traktoren von T4. Dies wäre ein weiterer Schritt in Richtung einer modernen, effizienten und nachhaltigen Landwirtschaft.
Herausforderungen und Chancen
Die Umstellung auf Elektro-Traktoren bringt Herausforderungen mit sich. Dazu gehören die Anfangsinvestitionen und die notwendige Ladeinfrastruktur. Doch die Chancen überwiegen: geringere Betriebskosten durch günstigeren Strom gegenüber Diesel, reduzierte CO2-Emissionen und eine leisere Arbeitsumgebung. Die Möglichkeit, eigene Solarenergie zu nutzen, macht Landwirte unabhängiger von schwankenden Kraftstoffpreisen.
Die Diess E-Agrartechnik AG mit Sitz in München ist derzeit noch nicht im Unternehmensregister des Bundes aufgeführt. Dies ist jedoch ein üblicher Vorgang für junge Unternehmen und dürfte sich in den kommenden Monaten ändern, wenn das Projekt weiter Fahrt aufnimmt. Die Expertise von Herbert Diess in der Automobilindustrie und seine Vision für Elektromobilität könnten diesem Vorhaben zum Erfolg verhelfen.
Der Weg zur nachhaltigen Landwirtschaft
Die Entwicklung von Elektro-Traktoren ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Landwirtschaft. Der Agrarsektor steht unter Druck, seine Umweltauswirkungen zu reduzieren. Elektrische Maschinen können dabei helfen, den CO2-Fußabdruck zu minimieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Dies ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern kann auch die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte langfristig stärken.
Die Initiative von Herbert Diess zeigt, dass die Elektromobilität auch außerhalb des Pkw-Bereichs ein enormes Potenzial besitzt. Die Landwirtschaft ist ein Sektor, der stark von Innovationen profitieren kann. Mit leistungsstarken, effizienten und umweltfreundlichen Maschinen können Landwirte ihre Arbeit effektiver gestalten und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
- Effizienzsteigerung: Elektrische Motoren sind oft effizienter als Verbrennungsmotoren.
- Lärmreduzierung: Elektro-Traktoren arbeiten leiser, was den Arbeitskomfort erhöht.
- Emissionsfreiheit: Keine direkten Abgasemissionen während des Betriebs.
Die Zukunft der Landwirtschaft könnte also elektrisch sein, angetrieben von Visionären wie Herbert Diess. Seine Erfahrung aus der Automobilindustrie könnte entscheidend sein, um diese Technologie erfolgreich auf den Agrarmarkt zu bringen und dort zu etablieren.





