Energy Dome und New Era Energy & Digital (NUAI) haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die CO2 Battery Plus-Technologie von Energy Dome in Odessa, Texas, einzusetzen. Diese Partnerschaft zielt darauf ab, die Energieversorgung für ein geplantes 1-Gigawatt-Rechenzentrum von NUAI zu sichern. Die innovative Speicherlösung soll dabei helfen, die Abhängigkeit vom Stromnetz zu verringern und gleichzeitig die Emissionen zu senken.
Wichtige Punkte
- Energy Dome und NUAI kooperieren für Energiespeicher in Texas.
- CO2 Battery Plus-Technologie soll 1GW-Rechenzentrum versorgen.
- Ziel ist die Reduzierung der Abhängigkeit vom Stromnetz und der Emissionen.
- Technologie nutzt CO2-Kompression und Abwärmerückgewinnung.
Innovation für Energieintensive Rechenzentren
Die rapide wachsende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (KI) führt zu einem enormen Energiebedarf, insbesondere in Rechenzentren. Diese Einrichtungen benötigen eine konstante, zuverlässige und leistungsstarke Energieversorgung. Die CO2 Battery Plus-Technologie von Energy Dome bietet hierfür eine vielversprechende Lösung. Sie kombiniert Energiespeicherung mit der Rückgewinnung von Abwärme, was die Effizienz erheblich steigert.
Das System kann mit verschiedenen Energieerzeugungsformen gekoppelt werden, einschließlich erneuerbarer Energien. Besonders vorteilhaft ist die Kombination mit Gasturbinen. In diesem Szenario kann die CO2-Batterie die Leistung steigern, die Betriebsflexibilität erhöhen und gleichzeitig Emissionen reduzieren. Dies macht sie ideal für große KI- und Rechenzentrumsanwendungen, wie sie NUAI in Texas plant.
Faktencheck: CO2 Battery Plus
- Technologie: Kompression und Speicherung von CO2.
- Effizienz: Verbesserte Leistung durch direkte Abwärmenutzung.
- Betriebsmodi: Laden, Entladen (SuperBoost), Erzeugen (Boost).
- Vorteil: Reduziert Netzabhängigkeit, senkt Emissionen.
Funktionsweise der CO2 Battery Plus
Die CO2 Battery Plus funktioniert durch Kompression von Kohlendioxid. Im Lade-Modus, wenn der Strombedarf gering ist oder viel erneuerbare Energie verfügbar ist, wird elektrische Energie genutzt, um gasförmiges CO2 zu komprimieren. Dieses CO2 wird dann als Flüssigkeit in Druckbehältern gespeichert.
Im Entlade-Modus, typischerweise während Spitzenbedarfszeiten, verdampft das flüssige CO2 und wird durch die Abwärme der Gasturbine erhitzt. Dieser Prozess treibt eine Turbine an, die zusätzlichen Strom erzeugt. Energy Dome gibt an, dass dies die Leistung einer Gasturbine verdoppeln kann. Es ist, als würde eine zusätzliche Gasturbine desselben Typs hinzugefügt, ohne dass tatsächlich eine weitere physische Turbine installiert werden muss.
„Unsere CO2 Battery Plus-Technologie bietet eine einzigartige Kombination aus Effizienz und Flexibilität, die für moderne, energieintensive Anwendungen wie KI-Rechenzentren unerlässlich ist“, erklärte ein Sprecher von Energy Dome.
Drei Betriebsmodi für maximale Flexibilität
Die CO2 Battery Plus kann in drei verschiedenen Modi betrieben werden, um den unterschiedlichen Anforderungen an die Energieversorgung gerecht zu werden:
- Laden (Charge): Strom wird genutzt, um gasförmiges CO2 zu komprimieren und als Flüssigkeit zu speichern. Dieser Modus ist ideal, wenn überschüssige Energie vorhanden ist.
- Entladen (Discharge/SuperBoost): Flüssiges CO2 verdampft und wird durch Gasturbinenabwärme erhitzt, um eine Turbine anzutreiben und zusätzliche Leistung zu liefern. Dies kann die Leistung einer Gasturbine mehr als verdoppeln.
- Erzeugen (Generation/Boost): Kompressor und Turbine der CO2-Batterie arbeiten gleichzeitig in einem geschlossenen Kreislauf, ohne dass CO2 zwischen Gas- und Flüssigkeitsspeicher ausgetauscht wird. Dieser Modus kann die Nettoleistung der Gasturbine um bis zu 25 % steigern.
Hintergrund: Langzeit-Energiespeicher (LDES)
Langzeit-Energiespeicher (LDES) sind entscheidend für die Energiewende und die Stabilität des Stromnetzes. Sie können Energie über Stunden, Tage oder sogar Wochen speichern und bei Bedarf abgeben. Dies ist besonders wichtig für die Integration erneuerbarer Energien, deren Verfügbarkeit schwankt. Rechenzentren, die eine kontinuierliche Stromversorgung benötigen, profitieren stark von solchen Technologien, da sie die Abhängigkeit von kurzfristigen Netzschwankungen minimieren.
Wachsende Akzeptanz von LDES-Technologien
Die Absichtserklärung zwischen Energy Dome und NUAI unterstreicht einen klaren Trend: Rechenzentren erkennen zunehmend den Wert von Langzeit-Energiespeicher-Technologien. Bereits im Juli des Vorjahres kündigte Google eine strategische Investition in Energy Dome an. Ziel war es, die Fähigkeiten der CO2-Batterie zu evaluieren. Dies war Googles erster LDES-Deal. Im Februar wurde bekannt, dass Google 30 GWh der Eisen-Luft-Batterien von Form Energy für ein Rechenzentrum in Minnesota nutzen wird.
Auch Microsoft engagiert sich in diesem Bereich. Beide Technologiegiganten sind Mitglieder des Long Duration Energy Storage Council (LDES Council), einer Handelsvereinigung, die sich für die Kommerzialisierung und Marktbekanntheit von LDES einsetzt. Form Energy unterzeichnete kürzlich zudem einen Liefervertrag über 12 GWh mit dem KI-Rechenzentrumsinfrastruktur-Entwickler Crusoe.
Weitere Projekte zeigen die Dynamik in diesem Sektor. Google plant zusammen mit dem Energieversorger DTE Energy ein neues Rechenzentrum in Michigan. Dieses soll 1.600 MW Solarenergie mit 450 MW Energiespeicherung kombinieren. SEC-Einreichungen zufolge wird der Standort, wahrscheinlich in Van Buren Township, als Projekt Cannoli bezeichnet. Es wird voraussichtlich 400 MW/1.600 MWh Batteriespeichersysteme (BESS) und 50 MW LDES umfassen.
Energy Dome an der Spitze der LDES-Innovation
Das Forschungs- und Beratungsunternehmen Sightline Climate stufte Energy Dome Anfang dieses Jahres als führendes Unternehmen für nicht-lithiumbasierte LDES-Technologien ein. Im Juli 2025 wurde das 20 MW/200 MWh-Projekt von Energy Dome und dem Energieversorger Alliant Energy in Wisconsin von den staatlichen Aufsichtsbehörden genehmigt. Der Baubeginn für dieses 10-Stunden-Speicherprojekt wird noch in diesem Jahr erwartet, die Fertigstellung bis Ende 2027.
Das erste 200 MWh-Projekt von Energy Dome auf Sardinien, Italien, erreichte 2024 den finanziellen Abschluss. Ein Abnahmevertrag mit Engie wurde Ende desselben Jahres unterzeichnet. Diese Pionierprojekte sollen als Blaupause für weitere CO2-Batterie-Installationen in den USA und anderen Regionen, einschließlich Indien, dienen.





