Der Robotik-Hersteller AGIBOT hat auf seiner Partnerkonferenz 2026 (APC 2026) in Shanghai eine umfassende Strategie für das angekündigte „Einsatzjahr Eins“ vorgestellt. Das Unternehmen präsentierte fünf neue Hardware-Plattformen und acht grundlegende KI-Modelle. AGIBOT fokussiert sich nun auf die Bereitstellung messbarer Ergebnisse in realen Arbeitsabläufen, anstatt nur technische Fähigkeiten zu demonstrieren. Ein wichtiger Meilenstein ist die Überschreitung der 10.000-Roboter-Produktionsmarke im März 2026.
Wichtige Erkenntnisse
- AGIBOT erklärt 2026 zum „Einsatzjahr Eins“ mit Fokus auf messbaren ROI.
- Fünf neue Hardware-Plattformen und acht KI-Modelle wurden vorgestellt.
- Das Unternehmen hat im März 2026 die Produktion von 10.000 Robotern überschritten.
- Ein offenes Ökosystem, AIMA, soll die Entwicklung von KI-Anwendungen erleichtern.
- AGIBOT führt ein fünfstufiges Fähigkeitsrahmenwerk für autonome KI ein.
Vom Labor in die Praxis: „Einsatzjahr Eins“
AGIBOT-CEO Edward Deng betonte auf der Konferenz, dass das Unternehmen nun den Übergang von der Präsentation technischer Machbarkeit zur Lieferung von realem Mehrwert vollzieht. Die Branche hat oft mit dem Ruf zu kämpfen, zwar beeindruckende Demos zu zeigen, aber Schwierigkeiten bei der Integration in den Alltag zu haben. AGIBOT will diesen Spagat überwinden und beweist dies mit der gleichzeitigen Einführung einer breiten Palette an neuen Robotern und KI-Modellen.
Dieser „Full-Stack“-Ansatz zielt darauf ab, die Lücke zwischen Laborleistung und den unvorhersehbaren Anforderungen einer Live-Produktionslinie zu schließen. Es ist ein klares Signal, dass die Zeit der reinen Showeffekte vorbei ist und die Ära der praktischen Anwendung beginnt.
Produktionsmeilenstein
Im März 2026 hat AGIBOT die Produktion von über 10.000 Robotern erreicht. Dies unterstreicht die massiven Fertigungskapazitäten des Unternehmens.
Neue Hardware für vielfältige Anwendungen
Die Hardware-Ankündigungen auf der APC 2026 zeigen, dass AGIBOT auf eine Strategie der gemischten Flotten setzt. Statt eines einzigen universellen Robotertyps bietet das Unternehmen spezialisierte Lösungen für unterschiedliche Szenarien.
Der A3 Humanoid: Flexibel und ausdauernd
Der A3 Humanoid ist eine Hochleistungsplattform mit einer Höhe von 173 cm. Er zeichnet sich durch ein Leistungsgewicht von 0,218 kW/kg aus. Seine flexible Taille ermöglicht menschenähnliche Bewegungsfreiheit, was ihn ideal für interaktive Umgebungen macht. Mit einer Betriebsdauer von 10 Stunden und einem Batteriewechsel in nur 10 Sekunden ist der A3 für lange Einsätze konzipiert.
G2 Air: Agiler mobiler Manipulator
Der G2 Air ist ein kompakter, einarmiger mobiler Manipulator. Er ist optimiert für den Einsatz in engen Räumen, die kleiner als 800 mm sind. Sein Design ermöglicht „Human-in-the-Loop“-Operationen, wobei er Echtzeit-Trainingsdaten während des manuellen Betriebs erfassen kann. Der G2 Air verfügt über einen 7-DOF-Arm und eine Nutzlast von 3 kg.
„Der G2 Air ist unser Beitrag zur kollaborativen Produktivität. Er ist nicht nur kompakt und agil, sondern auch darauf ausgelegt, direkt mit Menschen zusammenzuarbeiten und dabei wertvolle Daten zu sammeln“, erklärte ein AGIBOT-Sprecher auf der Konferenz.
D2 Max: Autonom in jedem Gelände
Als weltweit erster autonomer L3-Geländequadruped ist der D2 Max für missionskritische Sicherheits- und Industrieinspektionsaufgaben gedacht. Seine Fähigkeit, sich in schwierigem Gelände zurechtzufinden, eröffnet neue Anwendungsbereiche, die bisher für Roboter schwer zugänglich waren.
OmniHand 3 Ultra-T: Menschliche Präzision
Die OmniHand 3 Ultra-T ist eine hochflexible Greifhand der nächsten Generation. Sie verfügt über ein sehnengesteuertes System mit 22+3 Freiheitsgraden und eine 3D-Tastsensorik. Ziel ist es, in der industriellen Montage menschliche Präzision zu erreichen.
Das Gehirn der Roboter: „Ein Körper, drei Intelligenzen“
Die Hardware wird durch AGIBOTs neue Software-Architektur „Ein Roboter-Körper, drei Intelligenzen“ unterstützt. Dieses System vereint acht grundlegende KI-Modelle in einem geschlossenen Kreislauf und ermöglicht so eine nahtlose Interaktion.
Intelligenz für Bewegung
Die Bewegungsin telligenz wird durch das Behavioral Foundation Model (BFM) und das Generative Control Foundation Model (GCFM) angetrieben. Diese Modelle ermöglichen es Robotern, menschenähnliche Bewegungen aus kurzen Videos zu lernen und Aktionen basierend auf Text- oder Audio-Eingaben zu improvisieren. Dies ist ein entscheidender Fortschritt für dynamische und adaptive Robotik.
Intelligenz für Manipulation
Für die Manipulation kommt das GO-2 (VILLA)-Modell zum Einsatz. Es nutzt die „Action Chain-of-Thought“-Methode, um hochrangiges Denken in motorische Befehle zu übersetzen. Ergänzt wird dies durch die Genie Sim 3.0 Plattform, die einen schnellen Übergang von der Simulation zur realen Welt ermöglicht. Dies beschleunigt die Entwicklung und Bereitstellung neuer Fähigkeiten erheblich.
Was ist „Action Chain-of-Thought“?
„Action Chain-of-Thought“ ist eine KI-Methode, die komplexe Aufgaben in eine Reihe logischer Schritte zerlegt. Ähnlich wie ein Mensch eine Aufgabe plant, bevor er sie ausführt, erlaubt diese Methode Robotern, über ihre Aktionen nachzudenken und sie entsprechend zu sequenzieren, um ein Ziel zu erreichen.
Interaktive Intelligenz
Das neue WITA Omni-Modell ist ein multimodal es System, das speziell für Roboter entwickelt wurde. Es vereint Vision, Sprache und Gesten. Damit überwindet es die bisherige Methode, bei der separate Sprach- und Visionsmodule miteinander verbunden werden mussten. Dies führt zu einer flüssigeren und natürlicheren Interaktion zwischen Mensch und Roboter.
Skalierung und offenes Ökosystem
AGIBOT hat nicht nur die 10.000er-Marke bei der Roboterproduktion überschritten, sondern auch gezeigt, dass diese Einheiten aktiv bei Partnern im Einsatz sind. Ein Beispiel ist Longcheer Technology, wo G2-Roboter bereits in der Tablet-Produktion eingesetzt werden. Dies belegt die Reife und Zuverlässigkeit der Systeme im realen Betrieb.
Um diese Skalierung zu unterstützen, hat AGIBOT AIMA (AI Machine Architecture) eingeführt. Dieses offene Technologiesystem beinhaltet das Link-U OS. AGIBOT positioniert sich damit als „Android der Robotik“, indem es eine Infrastruktur für eine globale Entwicklergemeinschaft bereitstellt. Ziel ist es, szenariospezifische Anwendungen einfach erstellen und bereitstellen zu können.
Die Botschaft aus Shanghai ist klar: Der Erfolg von verkörperter KI wird nicht mehr durch beeindruckende Labor-Demos gemessen, sondern durch die Stabilität und Effizienz eines autonomen Produktionsschichtbetriebs rund um die Uhr.





