AGIBOT hat auf der World Artificial Intelligence Conference (WAIC) 2026 in Shanghai vier neue Hardware-Produkte vorgestellt. Diese Erweiterung des Portfolios umfasst humanoide Plattformen, Schwerlastroboter für die Industrie und Systeme für präzise Manipulation. Das Unternehmen setzt damit auf den Übergang von Labor-Demonstrationen zu zuverlässigen, realen Anwendungen.
Wichtige Punkte
- AGIBOT stellte vier neue KI-Roboter auf der WAIC 2026 vor.
- Die Produkte decken kommerzielle, Bildungs- und Industriesektoren ab.
- Der humanoide A3 Ultra und der Schwerlastroboter G2 Max sind für den Dauereinsatz konzipiert.
- Die OmniHand 3 Ultra-M bietet präzise Manipulation mit 20 aktiven Freiheitsgraden und taktiler Sensorik.
- AGIBOT setzte über 60 Roboter zur Besucherführung und für interaktive Dienste auf der WAIC ein.
Neue Ära der verkörperten KI-Robotik
Die Branche der physischen KI-Robotik steht unter Druck, den Sprung vom Labor in die Fabrik zu schaffen. AGIBOT positioniert sich als führendes Unternehmen in diesem Übergang. Auf der WAIC 2026 in Shanghai präsentierte der globale Hersteller von verkörperter KI vier neue Hardware-Produkte. Diese sollen die Präsenz des Unternehmens in den Bereichen humanoide Plattformen, Schwerlastroboter für die Industrie und präzise Manipulationssysteme ausbauen.
Die Einführung des AGIBOT A3 Ultra, X2 EDU, G2 Max und der OmniHand 3 Ultra-M zeigt eine klare Strategie. AGIBOT möchte sein Portfolio über allgemeine Modelle hinaus erweitern. Peng Zhihui, Mitbegründer, Präsident und CTO, betonte diesen pragmatischen Ansatz. Er sagte, die Branche dürfe verkörperte KI nicht mehr nach einmaligen, beeindruckenden Demonstrationen beurteilen.
"Der Maßstab sollte sein, ob diese Systeme zuverlässig hergestellt, geliefert und in aktive Betriebsumgebungen integriert werden können", erklärte Peng Zhihui.
Wichtige Zahl
AGIBOT hat kürzlich einen Meilenstein von 15.000 produzierten Robotern erreicht.
Humanoide Roboter für den täglichen Einsatz
Für kommerzielle und Serviceaufgaben über längere Zeiträume stellte AGIBOT den A3 Ultra vor. Dieser humanoide Roboter ist 1,74 Meter groß und wiegt 60 Kilogramm. Er verfügt über 51 aktive Freiheitsgrade. Der A3 Ultra wird von NVIDIA Thor angetrieben. Dies sorgt für eine leistungsstarke KI-Verarbeitung. Er kann pro Arm eine Nutzlast von fünf Kilogramm tragen und bis zu acht Stunden ununterbrochen arbeiten.
Seine Sensorik umfasst 3D-Lidar, RGB-D-Kameras, Fischaugenobjektive und binokulares Sehen. Damit kann er sich in komplexen öffentlichen Umgebungen zurechtfinden. Der A3 Ultra zeigte auf der WAIC seine dynamische Ganzkörperbalance vor den Besuchern im Shanghai World Expo Exhibition Center.
Der X2 EDU für Forschung und Bildung
Für den Forschungs- und akademischen Bereich präsentierte das Unternehmen den X2 EDU. Dies ist eine offene und modulare Entwicklungsplattform. Der X2 EDU ist etwa 1,3 Meter groß und bietet 29 Freiheitsgrade. Er unterstützt Endeffektor-Nutzlasten von bis zu drei Kilogramm. Seine modulare Architektur ermöglicht Entwicklern die Integration eigener Sensoren, Rechenmodule und Hardwarekonfigurationen. Dies senkt die Einstiegshürde für die Sekundärforschung und Wettbewerbsentwicklung. Der modulare AGIBOT X2 EDU wurde auf der WAIC 2026 mit Panda-Accessoires in einer Live-Interaktionsshow präsentiert.
Hintergrund: Verkörperte KI
Verkörperte KI bezieht sich auf künstliche Intelligenz, die in physischen Roboterkörpern existiert und mit der realen Welt interagiert. Ziel ist es, Roboter zu schaffen, die Aufgaben in komplexen, unstrukturierten Umgebungen ausführen können, ähnlich wie Menschen.
Der G2 Max: Robuste Lösungen für die Industrie
Während humanoide Roboter die Fantasie der Öffentlichkeit anregen, bleiben Schwerlast-Manipulatoren für kurzfristige Investitionsrenditen in der Industrie entscheidend. Der neue G2 Max ist AGIBOTs erster Schwerlast-Task-Roboter mit Kraftsteuerung. Er wurde speziell für Materialhandling und Palettierung entwickelt. Ausgestattet mit omnidirektionaler Radmobilität und einstellbaren Arbeitshöhen, ist der G2 Max dafür konzipiert, sich in bestehende Fabriksysteme zu integrieren. Hersteller müssen ihre Produktionslinien nicht komplett um den Roboter herum neu aufbauen.
Diese Einführung passt zur "Deployment Year One"-Strategie des Unternehmens. AGIBOT hat aggressiv daran gearbeitet, seine Hardware in aktiven Fertigungsumgebungen zu validieren. Das Unternehmen zeigte kürzlich ähnliche Betriebs Stabilität, indem es seine Industrieroboter in einer Live-Massenproduktionsanlage für Tablets neben menschlichen Arbeitern einsetzte.
AGIBOT berichtet, dass die Integration in der Longcheer Technology-Anlage einen geschlossenen Arbeitsablauf erreichte. Die Ausfallzeiten blieben über 64 Stunden kumulativer Dauerbetrieb unter 4 Prozent.
OmniHand 3 Ultra-M: Präzision in der Manipulation
Die vielleicht technisch bedeutendste Enthüllung auf der WAIC 2026 ist die OmniHand 3 Ultra-M, eine führende Direktantriebs-Greifhand. Präzise Manipulation war historisch gesehen ein großer Engpass für die Branche. Dies veranlasste AGIBOT, seine spezialisierte Tochtergesellschaft für Handentwicklung, AGILINK, auszugliedern. AGILINK erreichte kürzlich den Unicorn-Status, nachdem es Hunderte Millionen Yuan eingesammelt hatte.
Die menschengroße OmniHand 3 Ultra-M wiegt nur 630 Gramm. Sie integriert 20 aktive Freiheitsgrade und unterstützt eine Greiflast der ganzen Hand von bis zu 5 Kilogramm. Die Betätigungsgeschwindigkeit liegt typischerweise bei 0,3 Sekunden für das Öffnen oder Schließen. Die Wiederholgenauigkeit beträgt ±0,2 Millimeter.
Entscheidend ist, dass die Hand an jeder Fingerspitze visionbasierte taktile Sensoren und ein taktiles Array über die Handfläche verfügt. Diese erkennen kleinste Änderungen in Kontakt, Kraft und Objektposition in Echtzeit. Wie AGILINK CTO Kun Xiong zuvor erklärte, wurde diese Direktantriebsarchitektur in Kombination mit hochauflösender taktiler Wahrnehmung speziell entwickelt. Sie soll die Interaktionsstabilität bei dichten, kontaktintensiven Manipulationsaufgaben aufrechterhalten.
- Gewicht: 630 Gramm
- Freiheitsgrade: 20 aktiv
- Greiflast: Bis zu 5 Kilogramm
- Öffnungs-/Schließzeit: 0,3 Sekunden
- Wiederholgenauigkeit: ±0,2 Millimeter
Hardware-Validierung im großen Maßstab
AGIBOT beschränkte seine Hardware nicht nur auf den 200 Quadratmeter großen Ausstellungsstand. Um zu beweisen, dass seine Systeme einsatzbereit sind, setzte das Unternehmen über 60 Roboter an den WAIC-Veranstaltungsorten ein. Diese unterstützten die Besucherführung, Informationsdienste und Live-Demonstrationen. Diese aktiven Einsätze forderten die Roboter heraus. Sie mussten sich durch unvorhersehbaren menschlichen Fußgängerverkehr bewegen, auf wechselnde Bedingungen reagieren und über mehrtägige Veranstaltungen hinweg eine konstante Leistung erbringen.
Durch die Verbindung dieser neuen Hardware-Plattformen mit den laufenden AGIBOT World Challenge-Initiativen versucht das Unternehmen, eine umfassende Pipeline aufzubauen. Diese reicht von der Grundlagenforschung bis zur Massenkommerzialisierung. Während die verkörperte KI ihre Anfänge hinter sich lässt, wird die Fähigkeit, praktische, einsatzbereite Hardware schnell herzustellen und zu iterieren, entscheiden, welche Unternehmen den Übergang vom Hype zum Nutzen überleben.





