Die Deutsche Bundesbank hat einen europaweiten Vergabeprozess für ihren künftigen Hauptsitz in Frankfurt gestartet. Statt eines Neubaus auf dem bestehenden Campusgelände setzt die Notenbank nun auf den Erwerb einer schlüsselfertigen Immobilie. Diese kann entweder ein Neubau oder eine umfassend sanierte Bestandsimmobilie sein und muss sich im Stadtgebiet Frankfurts befinden.
Wichtige Punkte
- Die Bundesbank sucht eine schlüsselfertige Immobilie im Stadtgebiet Frankfurt.
- Das Projekt umfasst zwei Phasen: Vergabeverfahren und anschließende Realisierung/Bezug.
- Die neue Zentrale soll Platz für etwa 2.500 Mitarbeiter bieten.
- Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Aspekte spielen eine zentrale Rolle bei der Auswahl.
Neuer Ansatz für den Hauptsitz der Bundesbank
Die Entscheidung, eine bereits fertiggestellte oder kernsanierte Immobilie zu erwerben, stellt eine Abkehr von früheren Plänen dar, die einen Neubau auf dem Bundesbank-Campus vorsahen. Stephan Bredt, Chief Operating Officer der Bundesbank, betont, dass dieser Schritt eine wirtschaftliche, moderne und zukunftsfähige Lösung für den Hauptsitz schaffen soll.
Dieser Strategiewechsel zielt darauf ab, den Prozess zu beschleunigen und die Kosten besser zu kontrollieren. Die Notenbank reagiert damit auf aktuelle Marktentwicklungen und eigene interne Analysen, die zu diesem neuen Vorgehen geführt haben.
Zwei Phasen bis zum Einzug
Das gesamte Vorhaben ist in zwei Hauptphasen unterteilt. Die erste Phase konzentriert sich auf das Vergabeverfahren. Dies beinhaltet einen Teilnahmewettbewerb, eine Angebots- und Verhandlungsphase und mündet schließlich im Abschluss eines Kaufvertrags. Diese Phase soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Die zweite Phase beginnt nach dem Kaufvertrag. Sie umfasst die Planung, den Bau oder die Sanierung der Immobilie durch den ausgewählten Auftragnehmer. Nach der Abnahme durch die Bundesbank folgt der Einzug der Mitarbeiter. Dies stellt einen komplexen logistischen Prozess dar, der sorgfältige Koordination erfordert.
"Mit dem Kauf einer neuen Zentrale schaffen wir eine wirtschaftliche, moderne und zugleich zukunftsfähige Lösung für unseren Hauptsitz", erklärte Stephan Bredt, Chief Operating Officer der Bundesbank.
Faktencheck
- Arbeitsplätze: Die neue Zentrale soll rund 2.500 Arbeitsplätze beherbergen.
- Nutzfläche: Zusätzlich sind etwa 15.000 Quadratmeter Nutzfläche für Sonder- und Funktionsbereiche vorgesehen.
- Standort: Muss sich im Stadtgebiet Frankfurt befinden.
Anforderungen an die neue Zentrale
Die Bundesbank hat klare Kriterien für die Auswahl der Immobilie festgelegt. Neben dem Preis sind die Gebäudequalität, die Projektabwicklung und der Abnahmetermin entscheidende Zuschlagskriterien. Eine gute Lage und eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sind ebenfalls wichtig, um die Erreichbarkeit für Mitarbeiter, Geschäftspartner und Besucher zu gewährleisten.
Ein Projektteam der Bundesbank, unterstützt von externen Beratern, hat diese Anforderungen detailliert ausgearbeitet. Dabei wurden nicht nur rechtliche und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt, sondern auch funktionale Anforderungen an Sicherheit, Nachhaltigkeit, technische Gebäudeausstattung und Innenarchitektur.
Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit im Fokus
Nachhaltigkeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der neuen Zentrale. Die Bundesbank strebt eine Immobilie an, die nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch verantwortungsvoll ist. Dies beinhaltet moderne Energiekonzepte, effiziente Gebäudetechnik und die Verwendung nachhaltiger Materialien.
Die Anforderungen an die neue Zentrale sind darauf ausgelegt, die zukünftigen Bedürfnisse der Bundesbank zu erfüllen. Dies umfasst flexible Arbeitsplatzkonzepte, digitale Infrastrukturen und eine Arbeitsumgebung, die Innovation und Zusammenarbeit fördert.
Hintergrund: Die Deutsche Bundesbank
Die Deutsche Bundesbank ist die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist integraler Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB). Ihre Hauptaufgaben umfassen die Gewährleistung der Preisstabilität, die Überwachung des Zahlungsverkehrs und die Bankenaufsicht. Ein moderner und funktionaler Hauptsitz ist für die Erfüllung dieser Aufgaben von großer Bedeutung.
Ausblick auf den Vergabeprozess
Das europaweite Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb stellt sicher, dass eine Vielzahl potenzieller Anbieter die Möglichkeit erhält, Angebote einzureichen. Die Auswahl geeigneter Bewerber erfolgt anhand objektiver Eignungs- und Mindestkriterien.
Nach den Verhandlungen wird die Bundesbank das wirtschaftlichste Angebot ermitteln. Ziel ist es, die Zuschlagserteilung bis Ende 2027 zu realisieren. Dieser Zeitplan unterstreicht die Dringlichkeit und Bedeutung des Projekts für die Notenbank.
Die Transparenz des Verfahrens und die klaren Kriterien sollen sicherstellen, dass die Bundesbank die bestmögliche Lösung für ihren künftigen Hauptsitz findet. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Funktionsfähigkeit und Effizienz der Institution langfristig zu sichern.
Die Bedeutung der Lage
Die Forderung nach einer guten Lage und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist nicht nur ein Komfortfaktor. Sie ist entscheidend für die Attraktivität der Bundesbank als Arbeitgeber und für die reibungslose Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern. Ein gut erreichbarer Standort erleichtert den täglichen Betrieb und die Durchführung wichtiger nationaler und internationaler Treffen.
Die Notenbank sucht damit nicht nur ein Gebäude, sondern einen Standort, der ihre Rolle als zentrale Institution in Frankfurt und Europa widerspiegelt und unterstützt. Die Entscheidung für eine schlüsselfertige Lösung könnte zudem dazu beitragen, das Projekt risikoärmer und planbarer zu gestalten.





