MetaWealth, eine Investmentplattform, die bisher vor allem im Immobilienbereich tätig war, betritt nun den Markt für Batteriespeichersysteme (BESS). Das Unternehmen finanziert sein erstes großes BESS-Projekt in Rumänien teilweise über Anleihen, die auch Kleinanlegern zugänglich sind. Dies stellt eine neue Möglichkeit für private Investoren dar, sich an der Energiewende zu beteiligen.
Wichtige Punkte
- MetaWealth steigt mit einem 100MWh BESS-Projekt in Rumänien in den Energiespeichermarkt ein.
- Kleinanleger können über Anleihen mit einem Mindestbetrag von 25.000 Euro teilnehmen.
- Das Projekt in Dumbrava, Neamț, wird über drei Tranchen finanziert, wobei Kleinanleger die höchste Rendite von 22% erhalten.
- Rumänien benötigt bis 2030 über 4 GWh Speicherkapazität, was großes Wachstumspotenzial bietet.
- Das Projekt soll Ende 2026 in Betrieb gehen und wird voraussichtlich mit einem erheblichen Gewinn verkauft.
Ein neuer Weg für Kleinanleger in die Energiewende
Die Finanzierung von Batteriespeichersystemen (BESS) war traditionell institutionellen Anlegern vorbehalten. MetaWealth bricht dieses Muster auf, indem es Privatpersonen die Möglichkeit gibt, sich an Infrastrukturprojekten zu beteiligen. Michael Topolinski IV, COO von MetaWealth, betonte, dass dies Anlegern den Zugang zu Vermögenswerten ermöglicht, die ihnen sonst verschlossen blieben.
Das erste Projekt des Unternehmens ist ein 100-Megawattstunden-System (MWh) in Dumbrava, Neamț, Rumänien. Der Mindestanlagebetrag für Kleinanleger liegt bei 25.000 Euro, deutlich unter den üblichen Anforderungen für BESS-Investitionen.
Faktencheck
- Projektgröße: 100 MWh Batteriespeichersystem
- Standort: Dumbrava, Neamț, Rumänien
- Mindestinvestition für Kleinanleger: 25.000 Euro
- Erwartete Rendite für Kleinanleger: 22% fester Zinssatz
Dreistufiges Finanzierungsmodell
Die Finanzierung des Projekts erfolgt über drei separate Tranchen. Die erste Tranche ist eine Projektfinanzierungsfazilität mit vorrangigen Schulden oder institutioneller Finanzierung. Diese wird derzeit noch verhandelt und hat die höchste Priorität bei den Vermögenswerten.
Die zweite Tranche besteht aus rein institutionellem Kapital mit einem Mindestbetrag von 100.000 Euro. Diese hat eine nachrangigere Position bei den Vermögenswerten und bietet eine Auszahlung von 18%. Beide Tranchen zusammen decken den Eigenkapitalanteil des Projekts ab und sind bereits vollständig gezeichnet.
Die dritte und letzte Tranche ist speziell für private Investoren konzipiert. Sie weist das höchste Risikoprofil auf, da sie nicht vollständig durch die Vermögenswerte gedeckt ist. Im Gegenzug bietet diese Anleihe einen festen Zinssatz von 22%, was eine attraktive Rendite für Kleinanleger darstellt.
„Wir ermöglichen Anlegern, an Vermögenswerten teilzuhaben, zu denen sie sonst keinen Zugang hätten“, sagte Michael Topolinski IV. „Diese 25.000 Euro sind viel weniger, als eine typische BESS-Investition erfordern würde.“
Wachsender Bedarf an Energiespeichern in Rumänien
Rumänien erlebt einen rapiden Anstieg des Bedarfs an Energiespeicherkapazitäten. Ende 2025 waren etwa 400 MWh installiert. Die staatlichen Prognosen gehen jedoch davon aus, dass bis Ende 2030 eine Kapazität von über 4 GWh benötigt wird. Dies entspricht einem zehnfachen Anstieg in nur fünf Jahren.
Hintergrund
Der Krieg in der Ukraine hat den Bedarf an Energieunabhängigkeit und -sicherheit in Europa stark erhöht. Dies treibt massive Investitionen in erneuerbare Energien und Speichersysteme voran. Auch der jüngste Konflikt im Iran verstärkt diesen Trend. Länder wie Rumänien sind bestrebt, ihre Energieinfrastruktur zu modernisieren und resilienter zu gestalten.
Dieser enorme Kapazitätsbedarf schafft ein ideales Umfeld für Entwickler wie MetaWealth. Das Unternehmen nutzt externe Gutachter, um eine konservative Einschätzung des Geschäftsmodells zu erhalten. Selbst mit dieser vorsichtigen Herangehensweise erwartet MetaWealth eine vollständige Kapitalrendite in knapp drei Jahren.
Schnelle Umsetzung und optimierte Kostenstrukturen
MetaWealth konzentriert sich auf eine schnelle Markteinführung. Das Unternehmen erwirbt Special Purpose Vehicles (SPVs) in einem baureifen und netzangeschlossenen Zustand. Dies beschleunigt den Entwicklungsprozess erheblich. „Die Geschwindigkeit der Markteinführung ist wirklich wichtig“, erklärte Topolinski. „Es gibt viele Akteure mit Genehmigungen und Netzanschluss, aber wenige, die diese auch umsetzen.“
Für das 100 MWh Projekt belaufen sich die Kosten auf geschätzte 16,9 Millionen Euro. Der vereinbarte Verkaufspreis wird voraussichtlich 29,5 Millionen Euro erreichen. Dies deutet auf eine erhebliche Gewinnspanne hin.
Zulieferer und Zeitplan
- BESS-Lieferant: Rept Battero (China)
- PCS-Ausrüstung: Kehua (China)
- Ausrüstungsproduktion: Bereits bezahlt und in Produktion
- Lieferung nach Rumänien: Juni
- Fertigstellung der Umspannstation: Q3/Q4
- Inbetriebnahme des Projekts: Ende 2026
Topolinski betonte, dass die Kostenstruktur des Projekts laut externen Gutachtern zu den optimiertesten auf dem heutigen Markt gehört. Dies habe das große Interesse am Projekt befeuert. Obwohl die BESS-Einnahmen in Rumänien derzeit sehr hoch sind, räumt er ein, dass es mittelfristig zu einer Kompression dieser Renditen kommen wird. Dennoch ist er überzeugt, dass das Unternehmen über eine kostenoptimierte Betriebsstruktur und ein solides Basiseinnahmemodell verfügt. „Der Markt hat starkes Potenzial“, fügte er hinzu.





